Seifenoper aus dem Adlerhorst

Bildergalerie eines Schreiadlerhorstes in Lettland

Über zwei Monate filmte eine fest installierte Kamera die täglichen Dramen der Natur in einem lettischen Schreiadlerhorst. In unserer Bildergalerie können Sie einige Szenen des bewegten Lebens dieses Schreiadlerpaares betrachten.

Anfang April erwartete Dr. Ugis Bergmanis, wissenschaftlicher Leiter des Naturreservats Teici in Lettland, das Schreiadlerpaar und bereitete den 15 Meter hohen Horst vor. Mit einer Puppe schützte er den ihn vor einer „Hausbesetzung“ durch den Mäusebussard, bis am 13. April das Schreiadlerpaar nach seiner zweimonatigen Reise aus dem südlichen Afrika in Lettland ankam. Bereits einen Tag später begannen die Adler den Horst mit Laub und frischen Zweigen auszukleiden.

Nachdem sich die Schreiadler mit eindrucksvollen Girlandenflügen und Balzrufen umworben und gepaart hatten, legte das Weibchen am 1. Mai gegen 17 Uhr das erste Ei. Mit lauten Rufen kündigte sie vier Tage später die Ankunft des zweiten Eies an.

Doch das Glück der werdenden Familie sollte nicht lange dauern. Aufgrund akuten Nahrungsmangels war das Männchen nicht in der Lage, das Adlerweibchen ausreichend mit Mäusen oder Amphibien zu versorgen. Dem Weibchen blieb Ende Mai nichts anderes übrig, als eines der beiden Eier zu fressen. Einige Tage später musste sie notgedrungen den Horst verlassen, um selbst zu jagen. In dieser Zeit gelang einem Buntspecht das verbliebene Ei mit seinem Schnabel zu beschädigen.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!