2005 startete die Deutsche Wildtier Stiftung zusammen mit dem Biologen Dr. Ulrich Weinhold zwischen Mannheim und Heidelberg ein Projekt zum Schutz des Feldhamsters. Landwirte vor Ort erhalten von der Stiftung einen finanziellen Ausgleich dafür, dass sie einen Teil ihrer Flächen hamsterfreundlich bewirtschaften. Sie bauen Pflanzen wie Luzerne an, die dem Hamster Deckung und im Sommer frisches, nahrhaftes Futter bieten. Auf den übrigen Flächen bleiben Getreidestreifen stehen, die erst nach dem 15. Oktober umgepflügt werden, wenn sich die Tiere für ihren Winterschlaf zurückgezogen haben. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die industrielle Feldbewirtschaftung ist der Hamster durch die schnelle Ernte vom Hungertod im Winter bedroht. Werden Stoppelfelder sofort umgepflügt, kann der Feldhamster nicht genügend Wintervorräte an Ähren- und Körnerresten hamstern.
Im knapp vier Hektar großen Projektgebiet in Baden-Württemberg wurden 2005 nur noch 19 Hamsterbaue nachgewiesen. Nach aktuellem Kenntnisstand stellt das von der Deutschen Wildtier Stiftung geförderte Hamstervorkommen eines der beiden letzten im Rhein-Neckar-Raum dar. Vier weitere, bekannte Vorkommen in dieser Region waren 2005 bereits erloschen, eine Tatsache, die die Dringlichkeit dieses Projektes noch unterstreicht. 2008 gab es dann einen ersten Erfolg: Beim Monitoring wurden 33 Hamsterbaue gefunden. Und auch die Kooperation mit den Landwirten läuft reibungslos. Absolut betrachtet, ist die Dichte des Feldhamstervorkommens jedoch immer noch sehr gering. „Die Schutzmaßnahmen müssen deshalb weitergehen“, betont Dr. Weinhold.