Als ursprünglicher Bewohner offener Steppenlandschaften ist die Populationsbiologie des Rotwildes auf eine hohe Durchlässigkeit der Landschaft ausgelegt. Bedingt durch eine Vielzahl von Faktoren kommt das Großsäugetier in Deutschland heute nur noch in isolierten Teilpopulationen vor. In kleinen Populationen wird Inzucht mehr und mehr zu einem Problem für den Erhalt dieser Art.
Mit dem Projekt „Genetisches Monitoring beim Rotwild“ erforschte die Deutsche Wildtier Stiftung in Kooperation mit der Dozentur für Wildökologie und Jagdwirtschaft der Technischen Universität in Dresden den genetischen Austausch von drei Teilpopulationen in Niedersachsen. Für die Projektgebiete in der Lüneburger Heide, im Harz und im Solling lagen bereits genetische Auswertungen aus den 1980er Jahren vor, so dass langfristige Entwicklungen nachgezeichnet werden konnten: Mit identischen Methoden wurde 20 Jahre später – von 2005 bis 2008 – analysiert, ob und wie stark sich die Rotwildbestände in den Projektregionen genetisch differenziert haben. Im zentralen Fokus der Forschung stand die Frage, inwieweit sich die Zerschneidung des Lebensraumes durch die Autobahnen A 7 und A2 auf die Entwicklung der Rotwildpopulationen auswirkt. Das Projekt wurde aus Mitteln der Jagdabgabe in Niedersachsen gefördert.