Burn-Out beim Rothirsch?

Forschungsprojekt: Quantifizierung von Stressbelastung

Ursprünglich sind sie Steppenbewohner: Rothirsche


Wildtiere sind in der heutigen Kulturlandschaft in vielfacher Weise Störungen durch den Menschen ausgesetzt, die auch beim Rothirsch Stress auslösen. Eine chronische Stressbelastung führt nicht nur beim Menschen zu ernsthaften Gesundheits- und Fortpflanzungsproblemen.

In Rahmen seines Promotionsprojektes quantifizierte der Tierarzt Dr. Folko Balfanz die Stressbelastung beim Rotwild. Hierzu untersuchte er nicht nur die Konzentration von Stresshormonen im Kot, sondern sammelte auch Daten über Herzfrequenz, Körpertemperatur, Gewicht, Aktivität und sozialer Rangordnung der Tiere. Folko Balfanz ermittelte, dass Rotwild im Winter besonders ruhebedürftig ist. Störungen verursachen in der kalten Jahreszeit einen besonders hohen Stresspegel, der durch vermehrte Nahrungsaufnahme kompensiert werden muss. Stress beim Rotwild ist als eine der Hauptursachen für übermäßige Wildschäden zu werten.

Die Forschung des Diplom-Veterinärs Dr. Folko Balfanz wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung 2005 mit einem Sonder-Forschungspreis ausgezeichnet.

Das besondere Ruhebedürfnis der Rothirsche im Winter zeigen Forschungsprojekte von Professor Arnold aus Wien, die 2008 beim 4. Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung vorgestellt wurden.



Lexikon Rothirsch
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