Hellsehender Langschläfer

Forschungsprojekt: Reproduktionsdynamik des Siebenschläfers

Keine Wetterpropheten: die Siebenschläfer


Der Siebenschläfer ist vor allem aufgrund seines starken Rückgangs in den nördlichen Bundesländern vom Aussterben bedroht. Hauptgrund hierfür ist das Fehlen intakter Mischwälder mit alten und toten Bäumen. Diese bieten dem nachtaktiven Siebenschläfer Futter und Naturhöhlen sowohl für die Jungenaufzucht als auch als Schlafgelegenheit während des Tages. Da das Überleben des Siebenschläfers vom Vorkommen intakter Mischwälder abhängt, eignet er sich als Zeigerart für diesen Lebensraum.

In Süddeutschland ist der Siebenschläfer glücklicherweise noch relativ häufig. Dort erforscht Dr. Joanna Fietz von der Universität Ulm, Institut für Experimentelle Ökologie der Tiere, die außergewöhnliche Lebensweise und Fortpflanzungsbiologie des Siebenschläfers. Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen Konzepte erarbeitet werden, die dazu beitragen können, den Fortbestand des Nagers auch in Norddeutschland zu sichern.

In der Studie von Dr. Fietz wurde die Reproduktionsbiologie des Siebenschläfers untersucht. Im Mittelpunkt des Interesses standen extreme Schwankungen der Geburtenrate, bis hin zu Jahren, in denen überregional überhaupt keine Siebenschläfer geboren wurden. Vorhergehende Untersuchungen hatten gezeigt, dass die Anzahl des Nachwuchses im Zusammenhang mit der Fülle der Bucheckern steht. Je reicher die Buchen Früchte tragen, desto mehr Siebenschläferjunge kommen zur Welt. Da die Siebenschläfer sich aber fortpflanzen, bevor die Buchen Früchte tragen, stellt sich die Frage, wie sie ihre Reproduktion an das zukünftige Nahrungsangebot anpassen. 

Dr. Fietz untersuchte nun, wie es dem Siebenschläfer gelingt, sein Reproduktionsverhalten auf die zukünftige Buchenmast abzustimmen. Weiter erforschte sie, ob hierfür nur die Männchen oder beide Geschlechter verantwortlich sind und welchen Einfluss das Reproduktionsverhalten auf die individuelle Fitness der Siebenschläfer hat.

Die Forschung von Dr. Fietz wurde von der Deutschen Wildtier Stiftung 2005 mit dem Forschungspreis ausgezeichnet. Mit diesem bis zu 50.000 Euro dotierten Preis unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung herausragende Nachwuchswissenschaftler. Durch den Forschungspreis möchte die Deutsche Wildtier Stiftung dazu beitragen, das Wissen über einheimische Wildtiere und ihre Lebensräume zu erweitern.


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