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Erster Mai, erstes Ei: Familie Rebhuhn brütet pünktlich!
Rubrik: News ArchivDie Deutsche Wildtier Stiftung fordert Maßnahmen, um den seltenen Vogel zu schützen
Überall in der Natur ist jetzt „Nachwuchs“ unterwegs. Früher sagten die Bauern: „Erster Mai – erstes Ei!“ Denn pünktlich mit dem Beginn des Wonnemonats lagen bei „Familie Rebhuhn“ plötzlich bis zu 20 Eier im Nest. Trotz der beachtlichen Anzahl an Eiern überleben heute die wenigsten Küken. „Nur noch in ganz wenigen Regionen kann man regelmäßig Rebhühner beobachten“, sagt Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Die intensive Landwirtschaft ist neben extremen Witterungsereignissen der Hauptfaktor für den Rückgang.
Es klingt paradox, aber große Felder engen den Lebensraum der Feldhühner ein! Rebhühner brauchen Grenzen! „Gemeint sind die Grenzlinien zwischen den Feldern, die früher durch kleinbäuerliche Strukturen vorgegeben waren“, sagt Kinser. Zwischen den Grenzlinien finden Rebhühner Schutz vor Greifvögeln und Nahrung für die Küken. Durch die Flurbereinigung hat die Größe einzelner Felder enorm zugenommen. Mit dem Sterben kleiner Bauernhöfe ging auch das Sterben der Rebhühner einher. „Monotone, ausgeräumte Landschaften und der Einsatz von Pestiziden spielen beim Bestandsrückgang der Feldhühner eine immens große Rolle“, sagt der Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Insektizide vernichten das Futter der Küken, also Insekten, die die Küken als tierisches Eiweiß zum Überleben brauchen.
Hat der Rebhuhn-Nachwuchs es trotz aller Widrigkeiten geschafft, kommen die Küken häufig unter die rotierenden Messer des Mähwerks. „Mehr als 500.000 kleine und große Wildtiere finden jedes Jahr auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen durch Mähmaschinen den Tod“, sagt Jens-Peter Kiel, der für die Deutsche Wildtier Stiftung eine Forschungsstudie zum Thema Mähtod leitet. Fünf Millionen Hektar Fläche sind in Deutschland als landwirtschaftlich genutztes Grünland ausgewiesen. „Das sind fünf Millionen Hektar Lebensraum für Wildtiere wie Rehe und Feldhasen oder Wiesenbrüter wie den Kiebitz und den Brachvogel. Auch deren Nachwuchs wird wie beim Rebhuhn leicht zum Opfer der Mähmaschinen“, betont Kiel. „Denn gerade mitten in der Brut- und Aufzuchtzeit vieler Tierarten beginnt die Mähsaison.“
Doch Landwirte können helfen, Wildtiere vor dem Mähtod zu bewahren. Tipps für den Wildtierschutz hat die Deutsche Wildtier Stiftung im Praxis-Ratgeber „Stoppt den Mähtod“ zusammengefasst. Aus Sicht der Wildtiere wäre es das Beste, die Mahd zeitlich zu verschieben. Dann haben viele Wildtiere eine größere Überlebenschance. Vogelbruten wie die des Rebhuhns, Kleinsäuger und Amphibien können schon dadurch gerettet werden, dass die Wiesen nicht tief gemäht werden, sondern auf einer Schnitthöhe von 15 cm stehen bleiben. Auch das Mähen von innen nach außen hilft, denn es erleichtert Wildtieren die Flucht. „Schließlich kann hoffentlich bald auch neue Technik Wildtiere schützen: Von Ultraschallgeräten zum Vertreiben von Wildtieren vor der Mahd aus den Wiesen bis hin zu Suchgeräten mit Infrarot-Sensoren, die über die Körperwärme der Tiere deren Standort verraten, laufen Experimente und Praxistests“, sagt Jens-Peter Kiel.
Den Praxis-Ratgeber „Stoppt den Mähtod“ können Sie sich hier herunterladen.
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