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Jetzt ist der „Osterhase“ erst so groß wie ein Ei!
26.03.2012Deutsche Wildtier Stiftung: Der Nachwuchs der Feldhasen hat viele Feinde
„Osterhasen“ haben jetzt Hochkonjunktur – Feldhasen auch! Der Nachwuchs ist da. „Feldhasen-Kinder“ sind nach der Geburt etwa so groß wie ein Hühnerei, wiegen nur etwa 100 Gramm und werden von der Häsin die meiste Zeit allein gelassen. Die Häsin kommt nur abends oder nachts, um den Nachwuchs einmal zu säugen. Trotzdem ist die Feldhäsin keine Rabenmutter! Im Gegenteil: „Das alles dient dem Schutz der Kleinen, die sich auf den Ackerboden drücken und perfekt tarnen“, sagt Dr. Andreas Kinser, Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Häsin hält durch ihre Abwesenheit geschickt Fressfeinde wie Füchse, Wildschweine und Greifvögel wie Bussarde oder Rabenvögel vom Hasennachwuchs fern.“ Trotzdem überleben die meisten Junghasen die ersten Wochen nicht. „Ihr Lebensraum sind Ackerflächen. Aber die werden als Folge der intensiven Landwirtschaft immer größer und monotoner. Und auf solchen Flächen finden die Junghasen nur wenig Schutz vor ihren Feinden.“
Als Symbol der Fruchtbarkeit hat der Feldhase es in die Fabelwelt und zum „Osterhasen“ geschafft. Schon nach 42 Tagen Tragzeit bringt die Häsin meist zwei bis drei Junge zur Welt, die nach drei bis vier Wochen selbstständig sind. Hasen sind im Gegensatz zu Kaninchen gleich nach der Geburt behaart und werden mit offenen Augen geboren.
Doch Junghasen sind sehr witterungsanfällig. „Ist das Frühjahr nass und kalt, sterben viele von ihnen“, sagt Kinser. Andere wieder fallen der Bearbeitung der Äcker im Frühjahr zum Opfer. „Die kleinen Feldhasen werden von den landwirtschaftlichen Maschinen oft einfach untergepflügt oder beim Walzen der Wiesen erdrückt.“ Im Sommer ist der Bewuchs der Felder dann häufig so dicht, dass sich die Feldhasen nur noch in den Fahrspuren der Maschinen bewegen können. Das Getreide ist ihnen quasi über den Kopf gewachsen!
Auch der Tisch des Feldhasen ist heute nicht mehr so reichlich gedeckt wie früher. Sein Speiseplan ist weitgehend auf Weizenhalme, Raps und andere Kulturpflanzen beschränkt. Doch das perfekte Hasen-Dinner sieht anders aus: Ein bisschen Klee als Vorspeise, Wildkräuter an Fenchelgemüse mit Karotten als Hauptgang und als Nachtisch junge Halme vom Klatschmohn. „Feldhasen futtern am liebsten fetthaltige Kräuter“, sagt Dr. Andreas Kinser. All das wird Feldhasen heute nur noch selten aufgetischt, denn das Angebot an Wildkräutern ist in der intensiv genutzten Agrarlandschaft dürftig. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt sich deshalb für ein Umdenken in der Agrarpolitik ein. „Wir fordern, dass eine wildtierfreundliche Bewirtschaftung von Wiesen und Feldern besser honoriert wird“, so Kinser. „Nur so kann es den Feldhasen zukünftig besser ergehen als den Schoko-Osterhasen…!“
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