15.06.2011 09:45 Alter: 337 Tage

Küken ahoi! Sogar Vierlinge dümpeln in Brut-Booten

Rubrik: News Archiv

Die Deutsche Wildtier Stiftung betreut die größte Brutkolonie der vom Aussterben bedrohten Trauerseeschwalben in Mecklenburg-Vorpommern


Die Natur ist jetzt eine riesengroße „Kinderstube“. Eine kleine Sensation passiert gerade auf dem Hinterwiesenweiher von Wildtierland Gut Klepelshagen im südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern: 85 Jungvögel der extrem seltenen, vom Aussterben bedrohten Trauerseeschwalbe werden auf 40 schwimmenden Brutinseln groß! „In zwei Nestern wachsen sogar Vierlinge heran“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die große Anzahl der Küken ist ein bisher in Wildtierland nie dagewesener Bruterfolg!“

Die künstlichen Nisthilfen wurden Ende April von Mitarbeitern der Deutschen Wildtier Stiftung auf dem Grund des Weihers verankert. Damit sollen die schwimmenden Kinderstuben vor dem Abdriften geschützt werden. Das ist wichtig, damit den Küken in der Uferzone nichts passieren kann. Denn bei Iltis, Mink und Fuchs stehen die Küken weit oben auf der Speisekarte. Auch Fischotter und Waldohreule verschmähen den Trauerseeschwalben-Nachwuchs nicht. „Es wäre ein herber Verlust, wenn die Jungvögel gefressen würden“, sagt Baron Münchhausen.

Natürliche Feinde sind nicht die einzige Bedrohung der seltenen Vögel. Trauerseeschwalben brauchen ungestörte Gewässer mit Wasserpflanzen und ausreichendem Nahrungsangebot, um zu brüten. „Gewässer wie der Hinterwiesenweiher in Wildtierland Gut Klepelshagen sind heute sehr selten“, sagt Hilmar Freiherr von Münchhausen. Viele Weiher wurden in den letzten Jahren trockengelegt, andere sind durch Freizeitaktivitäten zu unruhig für die Aufzucht der Küken geworden. Deshalb ist das durchdringende „Kliiä-Kliiä“ der Trauerseeschwalben überall in Europa kaum noch zu hören.

Wildtierland Gut Klepelshagen hingegen ist ein Paradies für Trauerseeschwalben und viele andere Wildtiere. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt auf rund 2000 Hektar Fläche konsequent auf eine wildtierfreundliche Land- und Forstwirtschaft. Die Trauerseeschwalben sind der brütende Beweis für den Erfolg der Stiftungsarbeit.

In gut drei Wochen ist der Trauerseeschwalben-Nachwuchs flügge. Ende Juli verlassen die Zugvögel dann den Hinterwiesenweiher, um im Spätsommer nach Afrika zu fliegen.

Trauerseeschwalben und mehr – kommen Sie zum ornithologischen Entdecker-Wochenende nach Wildtierland!

Die ornithologische Exkursion führt zur größten Trauerseeschwalben-Kolonie in Mecklenburg-Vorpommern am Hinterwiesenweiher mit einzigartigen Einblicken in das Brutgeschehen und den Familienverband. Aber Sie haben auch die Chance Rohrdommeln, Schreiadler, Weissbartseeschwalben und Schwarzhalstaucher am nahegelegenen Galenbecker See, einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands, zu beobachten. Sie sehen und hören Wachteln, Zwergschnäpper und Schellenten. Aus modernen Ansitzeinrichtungen können Sie zudem unter fachkundiger Führung Rothirsch, Dachs & Co in ihren natürlichen Lebensräumen studieren.


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