Schlaft gut, bis nächstes Jahr!

24.10.2011

Deutsche Wildtier Stiftung hilft wilden Tieren beim Überwintern


Der „Goldene Oktober“ neigt sich dem Ende entgegen, Nieselregen beherrscht bald wieder die Großwetterlage. „Viele Wildtiere verkriechen sich jetzt und verschlafen die kalte Jahreszeit bis zum nächsten Frühjahr“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. „Winterschlaf und Winterruhe sind eine perfekte Überlebensstrategie, wenn in der Natur die Nahrung knapp wird.“ Denn wer schläft, der hungert nicht! Langschläfer profitieren allerdings von der Hilfe und Rücksicht der Menschen. „Laubhaufen dienen Grasfröschen, Erdkröten und Igeln wie eine dicke Decke als Schutz, um Eis und Schnee zu trotzen“, sagt Eva Goris. „Zuviel Ordnung im Garten kann deshalb ein Todesurteil für Winterschläfer sein. So rauben Laubbläser vielen Tieren ihr Winterquartier.“

Nicht nur Laub, auch Steinhaufen und Holzstapel dienen als Schlafplätze. Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge und der Kleine Fuchs überwintern hingegen am liebsten in Kellern und auf Dachböden. Dort heften sie sich in stille Winkel und wirken wie tot. Insekten überleben die Kälte nur, weil sie eine Art Alkohol im Blut haben. Dieses Glyzerin funktioniert wie ein Frostschutzmittel und setzt den Gefrierpunkt des Insektenblutes herab. Nur dann können Eiskristalle die Zellen nicht zerstören.

Säugetiere haben andere Fähigkeiten entwickelt, um über den Winter zu kommen: Sie polsterten ihre Schlafstätte aus, legen Vorräte an oder haben sich eine dicke Fettschicht angefressen. Trotzdem funktioniert der Trick mit dem Winterschlaf nur, wenn sie die Körpertemperatur bis auf drei Grad senken. „Igel schlafen so bis zu vier Monate lang, Murmeltiere sechs Monate und Siebenschläfer sogar sieben Monate“, erläutert Eva Goris. Der Fettvorrat dient als Energiespeicher und isoliert gleichzeitig gegen die Kälte. Herzschlag und Atmung sind enorm verlangsamt. Murmeltiere machen sogar minutenlange Atempausen!

Eichhörnchen, Dachse und Biber hingegen schlafen nicht: Sie ruhen nur. In ihren Bauten und Höhlen sind sie reaktionsfähig. Manchmal gehen sie sogar auf Nahrungssuche, um die Vorräte aufzustocken. Weil sie nicht schlafen, sprechen Biologen von „Winterruhe“.

Sogar große Säugetiere wie Hirsche und Rehe verfallen im Winter in eine Art Energiespar-Modus. Sie reduzieren ihre Körpertemperatur, verringern ihren Herzschlag und stehen still in der Landschaft. „Ihr Verdauungstrakt hat sich verkleinert, weil sie im Winter oft nur dürre Gräser und Brombeerblätter finden.“

Weitere Informationen: Wie Sie Tieren im Winter helfen können unter www.Wildtierland.de


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