Hätten Sie´s gewusst?

Witzige Vögel mit traurigem Schicksal

Kämpfende Birkhähne


Aus menschlicher Sicht verhalten sich Birkhühner manchmal irgendwie komisch. An kalten Wintertagen lassen sie sich einfach von den Bäumen in den Schnee plumpsen und bleiben dann unten in einer Mulde liegen. Beim Abflug machen sie seltsame Fluggeräusche und schlagen wie wild mit den Flügeln. Auch der Balztanz wirkt recht amüsant. Doch die witzigen Vögel haben ein trauriges Schicksal: Mit der Zerstörung der Hoch- und Niedermoore hat das Aussterben des Birkhuhns bereits im vorigen Jahrhundert begonnen.

Show-Talent und toller Tänzer

Um die Gunst der Hennen zu erlangen, gibt der Birkhahn während der Balz im Frühjahr alles! Sein Prachtgefieder erhielt er schon im vorherigen Oktober. Im neuen Jahr versammeln sich die ersten Hähne zur Gesellschaftsbalz bereits Ende Februar auf so genannten Balzarenen. Die knallroten Kopfrosetten, die sie während der Show als optische Signale einsetzen, sind geschwollen. Mit recht eigenwilligen Tönen stimmen die Hähne den Balzkampf um die Hennen an. Wenn ein seltsames Kullern und ein fauchendes Zischen, das sogenannte „Blasen“, zu hören sind, geht das Spektakel los: Die Hähne liefern sich Scheinkämpfe, während die Damen in den Birken sitzen und zuschauen. Zunächst wird das Gefieder präsentiert. Man(n) plustert sich auf, springt in die Höhe und gluckst. Der markante Stoß der Schwanzfedern, den man „Spiel“ nennt, wird beim Balztanz aufgestellt. Deshalb sind Birkhähne auch unter dem Begriff „Spielhähne“ bekannt. Übrigens: Der bayerische Schuhplattler soll auf die seltsamen Tänze der Birkhähne zurückgehen. Eine gewisse Ähnlichkeit ist nicht zu bestreiten.

Eitle Väter und fürsorgliche Mütter

Bei Familie Birkhuhn macht sich der stolze Hahn gleich nach der Paarung für immer auf und davon. Er lässt nicht einmal den Verdacht aufkommen, dass es zu einer Paarbildung kommen könnte. Die Henne kümmert sich allein um Gelege und Küken, die Männer dagegen bleiben in der Nähe der Balzplätze. Für den Nachwuchs polstert Mama-Birkhuhn eine gut versteckte Bodenmulde im Heidekraut aus, legt sechs bis zehn gelbliche Eier, die rote oder schwarzbraune Tupfen haben. Dann wird gebrütet, bis die ersten Küken etwa nach 24 Tagen schlüpfen. Die Nestflüchter sind schnell selbständig und schon nach zwei Wochen flügge. In den ersten drei Wochen brauchen sie tierisches Eiweiß wie Insekten und Würmer, dann fressen Birkhühner hauptsächlich pflanzliche Nahrung. Neben Heidekraut, Samen und Birkenknospen sagt das Birkhuhn auch zu köstlichen Beeren nicht „nein“.

Bastarde im Birkhuhn-Revier

Vielleicht sind die Hähne nicht immer in der Lage, „ihre“ Hennen eindeutig zu erkennen? Hennen des Auerwildes sind in gemeinsam bewohnten Gebieten vor balzenden Birkhähnen nicht sicher. Mischlinge aus dieser „Affäre“ nennt man „Rackelwild“. Diese Mischlinge sind extrem selten, da die Ursprungsarten immer weniger werden und bedroht sind.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!