Hätten Sie´s gewusst?

Architekt, Artist und einst gejagter Jäger

Fischotter fressen neben Fisch Frösche, Krebse, Würmer und Bisamratten


Er ist ein Einzelgänger mit allerlei Begabungen und tragischer Vergangenheit. Als Landschaftsarchitekt ist der Fischotter unschlagbar. In seinem Revier herrscht Ordnung. Wie ein artistischer Kunstschwimmer zieht er im Fluss seine Bahnen. Sein fantastisches Fell wäre ihm jedoch fast zum Verhängnis geworden. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden jährlich 10.000 Otterfelle zu Pelzen verarbeitet. Otter-Jäger erhielten für jedes Tier eine Prämie und brachten den Bestand bis an den Rand der Ausrottung.

Luftschacht, Müllkippe und versteckte Ausgänge

Das Revier des Fischotters ist unter „städtebaulicher“ Sicht faszinierend. Der Landschaftsarchitekt richtete sich in selbstgegrabenen oder bereits vorhandene Erdhöhlen im Uferbereich häuslich ein. Der Kellereingang des Baus liegt oft unter Wasser. Der eigentliche Wohnkessel befindet sich im ersten Stock und damit über der Hochwassergrenze. Hier bekommt das Fischotterweibchen im Frühling bis zu drei Junge, die auf einem weichen Moosteppich liegen. Damit die Jungen in dem Bau nicht ersticken, ist dieser Wohnkessel sogar mit einem Luftschacht ausgerüstet. Exkremente und Müll haben im Haushalt des Fischotters nicht zu suchen. Dafür gibt es im Revier spezielle Stellen für Kot und Abfall. Die Ausgänge aus dem Kessel sind gut versteckt. Sie führen häufig zu Pfaden, die man Otterstiege nennt. Diese Wanderwege können kilometerlang sein und Straßen oder Autobahnen kreuzen. Nicht selten wird der Otter deshalb zu einem Verkehrsopfer.

Pirouetten und Schlitterpartien

Fischotter sind extrem neugierig und sehr verspielt. Wasser ist ihr Element. Natürlich sind sie ausgezeichnete Schwimmer, doch auch als Taucher machen sie eine gute Figur. Sie wurden schon in 18 Meter Tiefe beobachtet. Bis zu acht Minuten können sie unter Wasser bleiben, denn Nasen- und Ohrenöffnungen sind quasi wasserdicht verschließbar. Der kräftige Schwanz, der ein Drittel der Körperlänge ausmachen kann, dient ihm als Antrieb. Elegant schlängelt er durchs Wasser, schwimmt auf dem Bauch, dreht sich kunstvoll um seine eigene Achse und zieht dann als Rückenschwimmer seine Bahnen. An Land rodelt er oft ausgelassen auf dem glitschigen Grund.

Tier mit trauriger Vergangenheit

Noch vor einhundert Jahren wurde er systematisch gejagt und beinahe ausgerottet. Jäger zogen mit ihren Otterhunden durch die Lande. Sie kassierten Prämien für jedes erlegte Tier. Sein Fell war begehrt: Es ist extrem dicht und schützt sehr gut vor Kälte. Auf der Fläche in der Größe eines Daumennagels wachsen beim Fischotter bis zu 50.000 Haare – der Mensch hat dagegen auf gleicher Fläche im Durchschnitt nur 120 Haare auf dem Kopf. Doch den Jägern ging es nicht nur ums Fell. Fischotter als Fischfresser waren Nahrungskonkurrenten für den Menschen und richtete Schäden z.B. in Stadtgräben an. Fischotterfleisch stand früher auch auf dem Speiseplan. Das Säugetier galt als „Fisch“ und durfte deshalb auch in der Fastenzeit gegessen werden. 

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!