Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!
Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!
Hätten Sie´s gewusst?
Das Abschiedslied der langen Schnäbel
So ein Großer Brachvogel hat es nicht leicht! Nur im Wattenmeer ist er noch ungestört: Dort rasten Große Brachvögel aus Skandinavien und Sibirien als Zugvögel. Sie nutzen das Watt tagsüber zur Mauser und Nahrungssuche und kehren abends zu ihren Ruheplätzen auf den Inseln und Salzwiesen zurück. Ein Küstenidyll, von dem die binnenländische Realität weit entfernt ist. Immer weniger Moore und Feuchtflächen bieten dem größten Schnepfenvogel Europas die nötige Umgebung zur Jungenaufzucht.
Musikalischer Methusalem im Moor
Der Große Brachvogel ist ein stimmungsvoller, virtuoser Sänger. Schon früh am Morgen ist sein melodisches, leicht wehmütiges Lied im Moor zu hören. Wenn er sein Revier mit einem wellenförmigen Flug markiert, beginnt er mit einem „guug“ und endet vor der Landung mit einem unerwarteten Triller. Brachvögel können sehr alt werden. Die ältesten beringten Vögel waren um die 30 Jahre alt. Und auch beim Großen Brachvogel gilt: Alte Vögel verpflanzt man nicht! Der große Brachvogel ist sehr reviertreu. Doch seine Heimatverbundenheit wird ihm zum Verhängnis. Denn die Watvögel versuchen auch dann noch am selben Platz sein Nest zu bauen, wenn die Landschaft verändert wird. Brütet der Vogel auf Äckern statt im Moor oder auf Feuchtwiesen, so hat sein Nachwuchs durch die Intensivierung der Landwirtschaft keine Überlebenschance. Mit jedem Moor, das trockengelegt wird, mit jeder Wiese, die zu Ackerland umgebrochen wird, verklingt das Lied des eher unscheinbaren Sängers mit dem langen Schnabel ein Stück schneller.
Grausame Bluttaten auf der grünen Wiese
Es könnte auch die Szene aus einem brutalen Horrorfilm sein: Nichts ahnend liegen die jungen Brachvögel in der Bodenmulde eines feuchten Grünlandes – ihrem Nest. Aus der Ferne hören die Kleinen ein tiefes, unbekanntes Brummen, das immer lauter wird. Angsterfüllt drücken sie sich regungslos auf den Boden, während ein Traktor mit Mähwerk immer dichter kommt. Mit hoher Geschwindigkeit rattern die rotierenden Messer auf die noch kleinen Tiere zu. Der Landwirt bemerkt von dem sich nahenden, blutrünstigen Szenario nichts und so ist das Schicksal vieler Brachvögeljungen und anderer Wildtiere besiegelt. Landwirte können helfen, den Großen Brachvogel vor dem Mähtod zu bewahren. Tipps für den Schutz hat die Deutsche Wildtier Stiftung in ihrem Praxis-Ratgeber „Stoppt den Mähtod“ zusammengefasst. Wirksamste und einfachste Methode ist es, die Mahd einige Wochen zu verschieben, bis die Jungen flügge sind.
Küken überleben, wenn Füchse nasse Füße kriegen
Fuchs, auch du hast den Großen Brachvogel gestohlen! Denn für Füchse sind die Gelege und hilflosen Küken des Großen Brachvogels ein delikater Happen. Ein neuartiges Projekt nutzt eine Schwachstelle des Fuchses gezielt aus, um den Großen Brachvogel vor ihm zu bewahren: Füchse sind wasserscheu. In einem der wenigen Rückzugsräume des Großen Brachvogels wurden vier Flutrinnen und vier Flutmulden gebaut, damit der Vogel künftig geschützte Brutgebiete hat. Füchse meiden das Wasser und obendrein findet der Nachwuchs in den Rinnen um sein Nest genügend Nahrung.



