Steckbrief Großer Brachvogel

Ein virtuoser Sänger im Moor: der Große Brachvogel


Ordnung:
Regenpfeiferartige (Charadriiformes) → Familie: Schnepfenvögel (Scolopacidae) → Unterfamilie: Wassertreter (Phalaropodinae) → Gattung: Brachvögel (Numenius) → Art: Großer Brachvogel (Numenius arquata)

Wie erkenne ich ihn?

Der größte aller Watvögel ist etwa so groß wie ein Haushuhn, wiegt zwischen 600 und 1000 Gramm und hat einen bis zu 17 Zentimeter langen Schnabel. Das Federkleid ist gebändert und gestreift, die Farbe geht vom leichten beigebraun bis ins dunklere graubraun. Die Flügelspannweite liegt bei 110 Zentimetern.

Welche Geräusche gibt er von sich?

Sein melancholischer, leicht wehmütiger Gesang gehört zu den stimmungsvollsten Rufen im Moor: Im Flug flötet er ein heiseres „tlüih“, bei Erregung hört man eine Folge von „tüi-tüi-tüi“. Sein melodischer Gesang „guug-guug“ geht in einen Triller über, der am Ende wieder leiser wird.

Wo lebt er?

Der Bodenbrüter baut sein Nest auf feuchtem Grünland in Bodenmulden. Doch baumlose Niedermoore sind sein ursprünglicher Lebensraum. Er braucht die Nähe von Wasser und lebt heute hauptsächlich in Niederungswiesen, Weiden und Flachmooren.

Wie kann ich ihn beobachten?

Im norddeutschen Tiefland kommt der Große Brachvogel häufiger vor als im südlichen Deutschland. Als Kurzstreckenzieher harrt er bis zum Wintereinbruch an der Küste aus. Während der Zugzeit kann man im Watt größere Scharen beobachten. Sie sind auf Feuchtwiesen und Mooren zu beobachten.

Was frisst er?

Mit seinem langen Schnabel pickt er Würmer und Schnecken, Insekten, Spinnen und Frösche. Im Herbst frisst er auch Beeren und Sämereien.

Was bedroht ihn?

Die Intensivierung der Grünlandwirtschaft ist für den Brachvogel zum großen Problem geworden. Fünf Millionen Hektar Fläche sind in Deutschland landwirtschaftlich genutztes Grünland. Gerade während der Brut und Aufzucht der Jungvögel beginnt die Mähsaison. Die Gelege der brütenden Vögel werden vom Mähwerk der Maschinen zerschmettert. Fuchs und Habicht gehören zu seinen natürlichen Feinden.

Wie kann ich ihm helfen?

Landwirte können helfen, den Großen Brachvogel und andere Wiesenbrüter vor dem Mähtod zu bewahren. Tipps für den Wildtierschutz hat die Deutsche Wildtier Stiftung im Praxis-Ratgeber „Stoppt den Mähtod“ zusammengefasst, der bei der Stiftung bestellt werden kann. Landwirte, die die Mahd zeitlich verschieben, retten damit nicht nur Wiesenbrüter, sondern auch Rehkitze, Kleinsäuger und Amphibien. Experimente und Praxistests mit Ultraschallgeräten zum Vertreiben von Wildtieren aus den Wiesen bis hin zu Suchgeräten mit Infrarot-Sensoren laufen derzeit.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!