Hätten Sie´s gewusst?

Falscher Ekel, starke Frauen und Jugendgangs

Ekel hat sie nicht verdient: Nützling Kreuzspinne

Spinnen haben unter den Menschen nur wenige Freunde: Sie sind nicht niedlich, erzeugen Angst und Ekel. Dabei gehören sie zu den Nützlingen! Sie haben faszinierende Eigenschaften und ungeahnte Fähigkeiten. Sie „hören“ mit Haaren an den Beinen und wissen sehr wohl, ob sie noch im Garten oder im Haus sind. Spinnen-Frauen sind emanzipierte Singles, die die Männchen nur zur Begattung brauchen. Der Spinnennachwuchs ist extrem selbstständig und hat zur Selbstverteidigung einige Tricks drauf. 

Pfui Spinne?!

Jeder fünfte Bundesbürger würde eine Spinne sofort totschlagen! Das hat das Meinungsforschungsinstitut EMNID in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung ermittelt. Angst und Ekel vor diesen Krabbeltieren sind einfach zu groß. 

„Pfui Spinne!“, ist eine gängige Redensart für alles, was Abscheu auslöst. Dabei sind Spinnen extrem nützlich Tiere: Jahr für Jahr vertilgen alle Spinnen, die auf einem Hektar Wiesenland leben, die gigantische Menge von 50.000 Kilogramm Insekten. Darunter sind Ernteschädlinge und Quälgeister wie Stechmücken. Spinnen lähmen die Beute zunächst mit Gift, um sie dann auszusaugen. Spinnen besitzen vorn am Kopf Giftklauen, die sogenannten Cheliceren. Für Menschen ist das Gift heimischer Spinnen mit wenigen Ausnahmen völlig ungefährlich. Die meisten Spinnen haben viel zu kurze Giftkauen, um damit die Haut zu durchdringen. Generell meiden Spinnen den Menschen.     

SIE hat IHN zum Fressen gern

Sex unter Spinnen ist gefährlich. Für Männchen endet das Liebesspiel manchmal tödlich. Sie werden von der Partnerin nach der Begattung einfach aufgefressen. Dabei beginnt das Paarungsritual im August sanft und sensibel. Die Männchen zupfen vorsichtig an einem ganz speziellen Faden und bringen so das Netz der Angebeteten in Schwingung. Da Spinnen sehr empfindlich auf Erschütterungen reagieren, erkennt das Weibchen am rhythmischen Zupfen die sexuellen Absichten des Verehrers. Ist sie paarungswillig, kommt sie ihm entgegen. Der eigentliche Akt dauert dann oft wenige Sekunden. Anschließend wird der Liebhaber gleich als Hochzeitsmahl von der Spinnenfrau verspeist. Im Herbst legt sie dann in Kokons aus wollig-weichen Fäden die Eier ab.

Cliquenwirtschaft

Während des Winters bleibt der Spinnennachwuchs der Garten-Kreuzspinne (Araneus diadematus) in dem schützenden Kokon. Im Frühjahr drängen sich die Jungspinnen in einem Gemeinschafts-Gespinst zusammen. Bei Gefahr löst sich der Klumpen aus Jungspinnen schlagartig auf und der Spinnennachwuchs flieht in alle Richtungen. Die Abwehr ist perfekt. Ein hungriger Vogel hat große Mühe einen Spinnen-Happen zu erbeuten. Erst nach Tagen verlassen die Jungspinnen die gemeinsame Spinnen-Kinderstube und weben eigene Netze.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!