Hätten Sie´s gewusst?

Ein Wanderer und kein König

Das Fell der Rothirsche ist im Sommer rot-braun


Wenn der Mensch sie ließe, würden Rothirsche weite Strecken zurücklegen. Von wegen „König des Waldes“: Die Tiere sind Wanderer in Offenlandschaften. Ausgewachsene Tiere können bis zu 250 Kilogramm schwer werden. Die Wiederkäuer fressen am Tag bis zu zwanzig Kilogramm Grünfutter, verdauen Gras genauso gut wie Kräuter und Kastanien. Ist Nahrung knapp, schälen Rothirsche die Rinde von den Bäumen. Der Begriff Rotwild geht auf das rot-braune Sommerfell zurück.

Johlende Väter und liebende Mütter

Hirsch-Kälber haben eine enge Bindung zum Muttertier. Mehrere Hirschkühe leben mit dem Nachwuchs in Rudeln und folgen einem weiblichen Leittier. Die männlichen Tiere leben von den Weibchen getrennt in Hirschrudeln. Bis zur Brunft gehen sie jeder Rauferei aus dem Weg. Die geschlossene Männergesellschaft steht friedlich zusammen, bis sich im September das Rudel schlagartig auflöst, weil ein rasant ansteigender Testosteronspiegel die Brunft einleitet. Die Paarungszeit beginnt und macht aus ihnen Konkurrenten um die Gunst der Weibchen. Das Röhren ist die bekannteste Lautäußerung brunftiger Hirsche. Der Gegner soll akustisch eingeschüchtert werden. Wer als Platzhirsch vom Brunftplatz geht, ist auch von der Pracht des Geweihs abhängig. Übrigens: Das Reh ist nicht die Frau vom Hirsch! Es handelt sich um zwei unterschiedliche Tierarten.

Sensible Näschen, flexible Ohren, wache Augen

Hirsche haben einen ausgeprägten Geruchssinn. Um Feinde sofort zu erschnuppern, suchen sie ihre Ruheplätze nach der Windrichtung aus. Sie behalten stets den Überblick, denn wie bei vielen Fluchttieren stehen die Augen seitlich am Kopf. Außerdem hören Hirsche gut. Sie können Gefahrenquellen gut unterscheiden. Droht von bestimmten Geräuschen keine Gefahr, gewöhnen sie sich daran. Auf Truppenübungsplätzen wird beispielsweise der Schießbetrieb ohne nennenswerte Unruhe toleriert, während Schüsse durch die Jagd als Gefahr erkannt werden.

Jedes Jahr ein neues Geweih

Nur männliche Tiere bilden Geweihe. Im Alter von etwa einem Jahr wachsen die ersten unverzweigten Stangen. Die Einjährigen heißen deshalb in der Jägersprache „Spießer“. Zwölfender hingegen sind ausgewachsene Hirsche mit Geweihstangen, die auf jeder Seite sechs Enden aufweisen. Ein Geweih besteht nicht etwa aus Horn, sondern aus Knochensubstanz. Zwischen Februar und April, wenn der Testosteronspiegel der Hirsche am niedrigsten ist, wird das Geweih abgeworfen. Die Abbruchstelle am Kopf ist innerhalb weniger Stunden mit einer Hautschicht, dem Bast, wieder verschlossen. In 120 Tagen wächst dem Hirsch jetzt ein neues Geweih, für das bis zu 15 Kilogramm Knochenmasse neu gebildet werden. Dieses Geweih ist von einer stark durchbluteten, behaarten Haut überzogen und wird als Bastgeweih bezeichnet. Warum Hirsche ihr Geweih Jahr für Jahr abwerfen, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!