Hätten Sie´s gewusst?

Pechvogel im Glück

Trotz seines bunt schillernden Gefieders galt der Schwarzstorch als Unglücksbote

Seit jeher freuen sich die Menschen über die Ankunft des Weißstorchs: Seine Rückkehr im März läutet den Frühling ein. Ein Nest des „Klapperstorchs“ auf dem Dach verspricht Glück und Kindersegen. Anders verhält es sich beim Schwarzstorch. Dieser wundervolle Vogel wurde wegen seiner Grundfarbe als Vorbote von Krieg und Krankheit zum Unglückvogel. Deshalb wurde er bis ins frühe 19. Jahrhundert verfolgt und nahezu ausgerottet. Doch heute wird für die Verbesserung seiner Lebensbedingungen viel getan.

Reinlich und heimattreu

Was die Pflege des metallisch glänzenden Gefieders betrifft, ist der Schwarzstorch äußerst penibel. Er badet gern und ausgiebig, taucht dabei mit dem ganzen Körper ins Wasser ein, um sich zu reinigen. Unter Schwarzstörchen hilft man sich auch gegenseitig bei der Gefiederpflege. Um zu ruhen, stecken sie den Schnabel ins aufgeplusterte Gefieder, ziehen ein Bein ein und schlummern auf dem anderen stehend. Schwarzstörche sind sehr standorttreu. Sie benutzen ein und dasselbe Nest über viele Jahre hinweg. Es wird immer weiter ausgebaut und erweitert. Dabei wird es immer größer und schwerer. Aus diesem Grund kommt es nicht selten zu Nestabstürzen, weil die Unterlage zusammenbricht. Vielleicht brüten Schwarzstörche deshalb am liebsten in stabilen Eichen. Anfang April treffen beide Geschlechter am Brutplatz ein. Sie bauen das Nest aus Ästen und Zweigen und polstern es mit Moosen aus.

Treue Partner, gute Eltern

Schwarzstorchpaare treffen unabhängig aus dem Winterquartier an ihrem „alten“ Nest ein. Sie führen eine monogame Saison-Ehe. Um die Aufzucht der Jungen kümmern sich beide Elternteile. Durchschnittlich sind vier Jungvögel im Nest, die erst nach 60 bis 70 Tagen flügge sind. In den ersten vier Wochen werden die Jungstörche von jeweils einem Elternteil bewacht und gehudert. Das heißt, sie werden bei Kälte unter den Fittichen gewärmt und bei Hitze beschattet. Zunächst füttert nur das Männchen, später dann beide Elternteile. Die reine Brutzeit dauert zwischen 32 und 40 Tage.

Schillernder Kunstflieger und phantasievoller Tänzer

Auf dem Weg in ihre Überwinterungsgebiete legen Schwarzstörche zwischen hundert und 250 Kilometer am Tag zurück. Es wurden allerdings auch schon Tages-Etappen von 500 Kilometern beobachtet. Mitte August machen sich die ersten Tiere auf den Weg nach Afrika; die letzten fliegen Ende September los. Hals und Beine ausgestreckt, Kopf und Schnabel leicht gesenkt, so gleiten sie durch die Lüfte. Schwarzstörche können gut manövrieren: Selbst im Wald fliegen sie problemlos und landen in Baumkronen. Während der Balz spreizen sie ihre leuchtend weißen Unterschwanzfedern und zeigen deutlich „Flagge“. Dieses Verhalten ist in der Fachsprache auch als Ausflaggen bekannt. Um Rivalen zu vertreiben, werden seltsame Tänze aufgeführt. So sträubt der Schwarzstorch seine weißen Unterschwanzfedern, tritt von einem Bein aufs andere und windet den Kopf dabei wie eine Schlange hin und her.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!