Steckbrief Siebenschläfer

Wetterpropheten sind sie nicht: Siebenschläfer


Ordnung:
Nagetiere (Rodentia) → Familie: Bilche (Gliridae)→ Unterfamilie: Eigentliche Bilche (Glirinae) → Gattung: Siebenschläfer (Glis) → Art: Siebenschläfer (Glis Glis

Wie erkenne ich ihn?

Der Siebenschläfer sieht einem Eichhörnchen ähnlich. Der kleine Nager ist etwa 30 Zentimeter lang, wiegt gut 120 Gramm und hat ein dichtes, graubraunes Fell, einen weißen Bauch und große schwarze Augen. Der Schwanz ist buschig.

Welche Geräusche gibt er von sich?

Siebenschläfer verständigen sich mit langgezogenen, trillernden Pfiffen. Sie geben murmelnde Laute von sich, quieken und zirpen.

Wo lebt er?

Siebenschläfer bevorzugen großflächige Laub- und Mischwälder mit alten Eichen und Buchen. Oft ziehen sie in Spechthöhlen ein. Doch sie scheuen auch die Nähe des Menschen nicht und siedeln in der Nähe von Streuobstwiesen und Scheunen, die ihnen Unterschlupfhöhlen zum Schlafen bieten. Reine Nadelwälder meiden sie.

Wie kann ich ihn beobachten?

Der Siebenschläfer ist nachtaktiv und deshalb am Tag nur selten unterwegs. Diesen verbringt er zumeist schlafend in seiner Baumhöhle. Er turnt auf hohen Laubbäumen herum, klettert gewandt und hält sich dabei mit seinen spitzen Krallen an Fingern und Zehen an der Baumrinde fest. Den buschigen Schwanz nutzt er, um das Gleichgewicht zu halten. In Deutschland hält der kleine Nager von Mitte September bis Ende Mai Winterschlaf und ist draußen überhaupt nicht zu sehen.

Was frisst er?

Ganz oben auf seinem Speiseplan stehen Bucheckern und Eicheln. Aber er frisst auch Obst, Nüsse sowie Früchte und Pilze. Mit fettreicher Nahrung aus Samen und Nüssen frisst er sich seine Fettreserven für den Winter an.

Was bedroht ihn?

Zu den Feinden des Siebenschläfers gehören Mauswiesel, Baum- und Steinmarder, Waldkäuze und Hauskatzen. 2004 wurde er zum „Tier des Jahres“ gewählt, denn sein Bestand ist vor allem in den nördlichen Ländern stark zurückgegangen. Der Populationsschwund hängt jedoch in erster Linie mit dem Verlust gewachsener Wälder zusammen. Hier stehen alte Bäume, wo er seine überlebenswichtigen Schlafhöhlen findet. In eintönigen Nutzwäldern gibt es keinen Unterschlupf.

Wie kann ich ihm helfen?

Waldbesitzer und Bewirtschafter sollten auf den Erhalt alter Baumbestände insbesondere Rotbuchen und Eichen achten. Genauso wichtig ist es aber, auch außerhalb der Wälder alte Bäume und besonders Streuobstwiesen auf eigenen Flächen und Grundstücken zu erhalten.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

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