Steckbrief Spatz

Kein Allerweltsvogel mehr: der Haussperling


Ordnung:
Sperlingsvögel (Passeriformes) → Familie: Sperlinge (Passeridae) → Unterfamilie: Sperlingsvögel (Passerinae) → Gattung: Sperlinge (Passer) → Art: Haussperling (Passer domesticus)

Wie erkenne ich ihn?

Von der Schnabel- bis zur Schwanzspitze ist der Haussperling (Passer domesticus) 15 Zentimeter klein und wiegt etwa 32 Gramm. Wenige Spatzen werden älter als fünf Jahre. Die Färbung der Männchen ist kontrastreicher als die der Weibchen. Der schwarze Kehlfleck, der Brustlatz sowie der aschgraue Scheitel sind gut zu erkennen. Weibchen und Jungvögel sind bräunlich gefärbt und unscheinbarer. Junge Vögel sind an den gelben Schnabelecken zu erkennen. Sein Vetter, der Feldsperling, ist äußerlich leicht vom Haussperling zu unterscheiden. Sie sehen den Spatzenmännchen ähnlich, sind aber kräftiger gezeichnet und haben einen schwarzen Fleck auf der weißen Wange und einen rotbraunen Scheitel. Bei den Feldsperlingen unterscheiden sich Weibchen und Männchen optisch nicht.

Welche Geräusche gibt er von sich?

Der Spatz gehört zwar zu den Singvögeln, ist aber kein Gesangskünstler. Sein typisches Tschilpen ist bekannt, doch er kann sich durchaus differenziert ausdrücken. Droht Gefahr aus der Luft warnt er mit einem weichen, getrillerten „drüüüü“. Befinden sich Feinde am Boden, ruft der Spatz energisch „terrettett“ oder „kew kew“. Er lernt sogar „Fremdsprachen“ und ahmt Stare und Amseln nach.

Wo lebt er?

Der Haussperling ist eine der am weitesten verbreiteten Vogelarten. Als Kulturfolger schätzt der die Nähe zum Menschen und siedelt am liebsten dort, wo es reichlich Sämereien zu knabbern gibt.  

Wie kann ich ihn beobachten?

Spatzen sind ganz und gar nicht scheu. Wären sie nicht so selten geworden, könnten wir sie immer in der Nähe von Menschen unterm Tisch im Gartenrestaurant, auf dem Bordstein und in Parkanlagen beobachten. In Berlin ist der Spatzenbestand wesentlich höher als in Hamburg oder München. Auch in Dörfern auf dem Land gibt es mehr Haussperlinge. Das hängt eng mit der Bebauung und dem Nahrungsangebot zusammen.

Was frisst er?

Während der Brutzeit muss es genügend Insekten in der Nähe des Nestes geben, denn Spatzenkinder brauchen eiweißreiche Käfer, Larven und Blattläuse, um groß zu werden. Brot- und Kuchenkrümel sind für den Nachwuchs nicht geeignet. Nestlinge werden zu über 95 Prozent mit Insekten gefüttert. Erwachsene Spatzen sind Allesfresser, die sich vorwiegend vegetarisch von Samen, Körnern, Kräutern und Knospen ernähren. Im Winter braucht der Spatzen wegen des Kalorienverlustes durch die Kälte übrigens ein Drittel mehr Futter.

Was bedroht ihn?

Glatte Glasfassaden, sanierte Dächer ohne Nischen und Spalten bieten dem Höhlenbrüter keine Nistmöglichkeiten. Exotische Zierpflanzen und „aufgeräumte“ Gärten und Parkanlagen mit Einheitsgrün sind für den Spatz und viele andere einheimische Vögel nutzlos. Hier finden sie nicht genug Nahrung.  

Wie kann ich ihm helfen?

Der Spatz ist ein geselliger Vogel. Am liebsten brütet er zusammen mit anderen Spatzen. Deshalb hat die Deutsche Wildtier Stiftung für den kleinen Kolonienbrüter ein artgerechtes Spatzen-Reihenhaus (29, 90 Euro plus Versandkosten) als Nisthilfe entwickelt. Ist es katzensicher in mindestens zwei Meter Höhe angebracht und wachsen in der Nähe Hecken aus Sträuchern wie Liguster oder Weißdorn, fühlt sich der kleine Singvogel besonders wohl.

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!