Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!
Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!
Hätten Sie´s gewusst?
Steinalt und treu bis in den Tod
Die Vogelberingung hat den Beweis erbracht: Steinadler werden steinalt! In der Schweiz fand man einen 26-jährigen Adler, in Schweden ein 32-jähriges Tier. In Gefangenschaft erreichen Steinadler sogar das biblische Vogelalter von bis zu 50 Jahren. Dennoch ist der Steinadler auf der Roten Liste längst als „stark gefährdet“ eingestuft. Steinadler-Paare bleiben ein Leben lang zusammen und leben in monogamer Ehe. Sie werden erst im Alter von sechs Jahren geschlechtsreif. Ihre spektakulären Balzflüge finden im Januar statt.
Ein Horst in schwindelnden Höhen
Die Steinadler in den Alpen nisten auf Bäumen und in Felswänden. Die Horste werden ständig repariert und erweitert. Das Nest besteht aus kräftigen Ästen und wird mit belaubten Zweigen ausgepolstert. Ein Horst wird von dem Steinadler-Pärchen über mehrere Jahre benutzt. Das Jagdgebiet der majestätischen Vögel liegt praktischerweise über dem Horstplatz, denn schwere Beute lässt sich einfacher von oben nach unten fliegen als umgekehrt. Im Frühjahr legt das Weibchen ein bis zwei Eier. Das erste Küken schlüpft meist nach 45 Tagen. Unter Steinadler-Küken kommt es manchmal zum Kainismus. Das heißt: Der ältere Jungvogel tötet in den ersten Lebenswochen das jüngere Küken. Junge Steinadler tragen ein weißes Dunenkleid und sind nach etwa 70 Tagen flügge. Der weibliche Vogel füttert den Jungadler über zwei Monate lang, obwohl der Kleine schon vier Wochen nach dem Schlüpfen die Beute selbst zerteilen kann. 75 Prozent der Tiere werden nicht älter als vier bis fünf Jahre: Revierkämpfe und der drohende Hungertod im Winter zählen zu den Haupttodesursachen.
Geschickter Jäger
Steinadler sehen rund zehnmal so gut wie der Mensch. Vor allem bewegliche Ziele werden von ihnen selbst auf große Entfernung schnell erkannt. Im Gleitflug versuchen sie ihre Beute zu überraschen. Der Schnabel wird vom Adler trotz seiner Schärfe nicht als Waffe eingesetzt. Er benutzt ihn zum Zerlegen der Jagdbeute und von Aas. Im Kampf und um Beute zu schlagen, benutzt er lediglich seine Krallen, wobei die hintere Kralle, die Hallux-Klaue, mit bis zu acht Zentimetern Länge die gefährlichste ist. Die Beute wird auch mit den Krallen getötet. Sehr große Tiere wie junge Gämsen werden in den Kopf gegriffen. Die Krallen dringen durch die Schädeldecke direkt ins Gehirn und töten innerhalb von Sekunden. Ausgewachsene Steinadler benötigen 230 Gramm Fleisch am Tag. Sie fressen nicht nur frische Beutetiere, sondern auch Aas.
Vom König der Lüfte zum Opfer
Jahrhunderte lang hat der Mensch im Steinadler einen Jagdkonkurrenten und Schädling gesehen und ihn deshalb bis an den Rand der Ausrottung systematisch verfolgt. Der König der Lüfte ist elendig in Fangeisen und an Giftködern verendet. Schon im 17. Jahrhundert gab es im Thüringer Wald und im Erzgebirge keine Brutpaare mehr. Heute lauern andere Gefahren: Bergsteiger, Skitouristen, Gleitschirm- und Drachenflieger kommen den Horsten – oft ohne es zu ahnen zu nahe – und stören den Brutbetrieb. Obendrein vertreiben sie die lebensnotwendigen Beutetiere.



