Steckbrief Steinadler

Sie haben eine Flügelspannweite bis zu 2,30 m: Steinadler


Ordnung
: Greifvögel (Falconiformes) → Familie: Habichtartige (Accipitridae) → Unterfamilie: Echte Adler (Aquilinae) → Gattung: Echte Adler (Aquila) → Art: Steinadler (Aquila chrysaetos)

Wie erkenne ich ihn?

Die mächtigen Vögel sind dunkel braun, haben einen goldgelben Nacken und einen dunkelgrauen Schnabel. Die Beine sind befiedert, die Zehen gelb. Die Weibchen können knapp sieben Kilogramm wiegen, die Männchen immerhin 4,5 Kilogramm. Steinadler haben elf deutlich erkennbare Handschwingen, die sechste ist mit knapp 60 Zentimetern die längste. Im Gleitflug spreizen sie die Handschwingen. Ihre Flügelspannweite kann bis zu 2, 30 Meter betragen. Der Schwanz besteht aus zwölf Steuerfedern, die bis zu 40 Zentimeter lang werden. Trotz seiner Größe wirkt der Steinadler im Flug sehr elegant: Im Segelflug hebt er die Flügel leicht an, deshalb wirkt sein Flugbild V-förmig.     

Welche Geräusche gibt er von sich?

Steinadler geben keckernde und kläffende Laute von sich. Die Rufe „klijak“ und „hiäh“ sind typisch für Steinadler.

Wo lebt er?

Zurückgedrängt lebt er in den Bergregionen Europas und besiedelt mit 48 Brutpaaren auch die bayerischen Alpen. Steinadler werden in der aktuellen Roten Liste gefährdeter Arten als „stark gefährdet“ eingestuft. Der Alpenbestand gilt hingegen als stabil. Früher waren Steinadler in den meisten Teilen Deutschlands anzutreffen.

Wie kann ich ihn beobachten?

Steinadler sind sehr störungsanfällig! Sie leben unter anderem im UNESCO-Biosphärenreservat Nationalpark Berchtesgaden und in den angrenzenden Berggebieten der Salzburger Kalkalpen und in Teilen der Chiemgauer Alpen. Es gibt Führungen von Juni bis Oktober im Rahmen des Wanderprogramms der Nationalparkverwaltung.

Was frisst er?

Der Steinadler jagt auf freien Flächen oberhalb der Baumgrenze und erbeutet hauptsächlich Murmeltiere, junge Gämsen, Steinböcke und Rehkitze. Aber er verschämt auch Hasen, Hauskatzen und Lämmer nicht. Mit seinen kräftigen Greiffüßen kann er Beutetiere bis zu 15 Kilogramm transportieren. Im Winter und zu Beginn der Brutzeit sind Steinadler auf Aas angewiesen. Sie suchen die Kadaver von Tieren, die erfroren sind oder bei Lawinenabgängen verendet sind.

Was bedroht ihn?

Der Steinadler nistet auf Felsvorsprüngen in luftigen Höhen, doch er reagiert sehr empfindlich auf Störungen. Nichtinformierte Kletterer und Bergwanderer, die abseits der ausgewiesenen Wege spazieren gehen sowie Leichtflugzeuge, Hängegleiter und Hubschraubereinsätze der Bergwacht können in zweierlei Hinsicht stören. Entweder sie verscheuchen die Beutetiere aus dem Jagdrevier der Steinadler, wodurch die Nahrungssuche immer schwieriger wird. Oder sie kommen noch dichter in den sogenannten Horstbereich des Steinadlers und der König der Lüfte verlässt seinen Horst. Das hat schlimme Auswirkungen für den Nachwuchs: er legt keine Eier oder das Brutgeschäft wird gestört. Im schlimmsten Fall schlüpfen keine Adlerküken oder die Jungvögel verhungern.

Wie kann ich ihm helfen?

Bei allen sportlichen und Freizeitaktivitäten über den Infoservice der Region oder des Nationalparks gehen, Schautafeln beachten und nur geführte Adlerwanderungen unternehmen. Bei den Sportverbänden der Gleitschirm- und Drachenflieger gibt es Informationen zum richtigen Verhalten. 

Der letzte Schrei?

Die Gefahr, dass der Ruf der Schreiadler in Deutschland verstummt, ist größer denn je. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg leben nur noch etwa einhundert Brutpaare!

Bitte helfen Sie als Schreiadler-Pate das Überleben des kleinsten heimischen Adlers in Deutschland zu sichern!