Tier des Jahres

Deutsche Wildtier Stiftung kürt das Tier des Jahres 2021: Fischotter

fischotter_header_mobile Fischotter (Quelle Naturfoto Hofmann )

Mit der Wahl des „Tier des Jahres“ setzt die Deutsche Wildtier Stiftung die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort. Seit 2017 wählen die Förderer der Deutschen Wildtier Stiftung ein Tier des Jahres, auf das in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden soll. Sei es aufgrund seiner Gefährdung, der Bedrohung seines Lebensraumes oder weil es einen Mensch-Wildtier-Konflikt hervorruft. Aber auch Tiere, die einseitig wahrgenommen werden oder gar unbeliebt sind, können Tier des Jahres werden. Denn alle Wildtiere sind faszinierend und brauchen eine Stimme, damit ihr Überleben langfristig gesichert werden kann.

Tier des Jahres 2021

Fischotter

Die Deutsche Wildtier Stiftung ernennt den auf der Roten Liste stehenden und besonders geschützten Fischotter (Lutra lutra) zum Tier des Jahres 2021. Damit wollen wir auf dieses ebenso gefährdete wie faszinierende Tier aufmerksam machen.

Der Fischotter ist eine der größten heimischen Marderarten. Nur selten lässt er sich beobachten. Der Einzelgänger ist nacht- und dämmerungsaktiv, er lebt an der Grenze zwischen Wasser und Land. Natürliche Seen und strukturreiche Flüsse mit Verstecken an ihren Ufern sind seine bevorzugten Lebensräume. Dort jagt er nach seiner Lieblingsspeise: Fisch.
Früher wurde er als Konkurrent um den Fisch auch bejagt. Dies und die Verschmutzung der Gewässer haben dazu geführt, dass die Bestände stark zurückgingen. Heute geht die größte Bedrohung vom Straßenverkehr aus, denn der Fischotter vermeidet es, unter Brücken mit starker Wasserströmung hindurchzuschwimmen. In vielen Teilen Deutschlands ist er infolge von Landschaftszerschneidung und -zerstörung nach wie vor ausgestorben. Obwohl sich der Fischotter wieder ausbreitet, erholen sich die Bestände nur langsam. Mehr Informationen zum Fischotter finden Sie im Fischotter-Steckbrief.

Foto Fischotter (Quelle Naturfoto Hofmann)

Fotos: Naturfoto Hofmann

Download Poster und Ausmalbild des Fischotters

  • Poster und Ausmalbild Fischotter

    Das Poster stellt den Lebensraum und die Lebensweise des Fischotters dar.

    Autor: Deutsche Wildtier Stiftung (Illustratorin Claudia Bernhardt)

    Jahr: 2020

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KLICKEN UND ENTDECKEN: INTERAKTIVES POSTER

Bewegen Sie das Poster mit Ihrem Mauszeiger. Durch Klicken auf die grünen HOTSPOTS entdecken Sie den Lebensraum des Fischotters (Illustration: Claudia Bernhardt).

Fischotter

GEFÄHRLICHE WEGE

Fischotter von Auto überfahren (Quelle: Naturfoto Hofmann)

Die größte Gefahr ist der Straßenverkehr. Denn Straßen zerschneiden seine Wege entlang von Gewässern. Fischotter scheuen sich, unter Brücken hindurchzuschwimmen. Gibt es keine Möglichkeit, eine Brücke trockenen Fußes auf der Uferkante zu unterqueren, wählt der Fischotter den gefährlichen Weg über die Straße hinweg.
(Foto: Naturfoto Hofmann)

LEIBSPEISE FISCH

Fischotter mit seiner Leibspeise Fisch  (Quelle: Naturfoto Hofmann)

Wie alle Marder ist auch der Fischotter bei seiner Nahrung nicht wählerisch. Auf seinem Speiseplan stehen zwar Fische aller Art ganz oben, er frisst aber alle Tiere, die er erwischen kann. Je nach Angebot: Amphibien, Wasservögel, kleine Säugetiere, Krebse und Wirbellose wie Schnecken und Insekten.
(Foto: Naturfoto Hofmann)

GESCHICKTER TAUCHER

Fischotter schaut aus dem Wasser (Quelle: Naturfoto Hofmann)

Der Fischotter stöbert auf dem Gewässergrund unter Steinen, Wurzeln und Totholz nach Nahrung. Seine langen Tasthaare, die Vibrissen, helfen ihm dabei, auch kleine Beutetiere aufzuspüren. Bis zu sieben Minuten kann er dafür unter Wasser bleiben. Kleinere Beute frisst er sofort. Hat er etwas Größeres gefangen, schwimmt er an Land.
(Foto: Naturfoto Hofmann)

HAARIGE ISOLIERUNG

Fischotter im Schnee (Quelle: Naturfoto Hofmann)

Sein extrem dichtes Fell schützt den Fischotter gegen Nässe und Kälte. Bis zu 70.000 Haare befinden sich auf einem Quadratzentimeter Haut – ein Rekord unter heimischen Wildtieren. Im Gegensatz zu Meeressäugern wie Walen oder Robben hat der Fischotter keine Fettschicht, die ihn isoliert. Beim Tauchen wärmt ihn die von den Haaren umschlossene Luft.
(Foto: Naturfoto Hofmann)

KONTAKTLOSE VERSTÄNDIGUNG

Fischotter im Gras (Quelle: Naturfoto Hofmann)

Bei der Kommunikation hat die Losung eine wichtige Funktion. Um sein Revier abzugrenzen, setzt der Fischotter häufig Kotmarkierungen an großen Steinen oder anderen markanten Stellen ab. Die Losung hat einen charakteristisch tranigen Geruch und enthält unverdauliche Schuppen und Gräten von Fischen.
(Foto: Naturfoto Hofmann)

VERSTECKTE KINDERSTUBE

Fischottermutter mit Jungen im Versteck (Quelle: Naturfoto Hofmann)

In besonders guten Verstecken erfolgt auch die Jungenaufzucht. Nach rund zwei Monaten Tragzeit bekommen Weibchen bis zu fünf Junge, die drei Monate lang gesäugt werden. Etwa ein Jahr bleiben sie bei der Mutter, bevor sie eigene Reviere erkunden. In dieser Zeit lernen sie viel – vom erfolgreichen Jagen bis zum Finden geeigneter Verstecke.
(Foto: Naturfoto Hofmann)

Tier des Jahres in Deutschland seit 1992

2020 Maulwurf (Talpa europaea)
2019 Reh (Capreolus capreolus)
2018 Wildkatze (Felis silvestris)
2017 Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
2016 Feldhamster (Cricetus cricetus)
2015 Feldhase (Lepus europaeus)
2014 Wisent (Bos bonasus)
2013 Mauswiesel (Mustela nivalis)
2012 Gämse (Rupicapra rupicapra)
2011 Eurasischer Luchs (Lynx lynx)
2010 Dachs (Meles meles)
2009 Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)
2008 Wisent (Bos bonasus)
2007 Elch (Alces alces)
2006 Seehund (Phoca vitulina)
2005 Braunbär (Ursus arctos)
2004 Siebenschläfer (Glis glis)
2003 Wolf (Canis lupus)
2002 Rotwild (Cervus elaphus)
2001 Feldhase (Lepus europaeus)
2000 Äskulapnatter (Zamenis longissimus)
1999 Fischotter (Lutra lutra)
1998 Unke (Bombina)
1997 Alpensteinbock (Capra ibex)
1996 Feldhamster (Cricetus cricetus)
1995 Apollofalter (Parnassius apollo)
1994 Rotwild (Cervus elaphus)
1993 Wildkatze (Felis silvestris)
1992 Fledermaus (Microchiroptera)

Deutsche Wildtier Stiftung führt mit der Wahl des Tier des Jahres die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort

Gemeinsam für die Wildtiere Deutschlands

Bis zum Jahr 2016 wurde das „Tier des Jahres“ von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild gekürt. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat in den vergangenen Jahrzehnten unter Leitung von Dr. Wolfgang Burhenne und seinen Mitstreitern Herausragendes für Wildtiere nicht nur in Deutschland, sondern auch auf der internationalen Ebene geleistet. Wolfgang Burhenne war – wie kein anderer – ein Urgestein der deutschen Naturschutz- und Umweltpolitik. Er war Gründer des Vereins Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland als Sprachrohr der Wildtiere entwickelte und in dem sich namhafte politische Größen engagierten. So konnte die Schutzgemeinschaft erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung in Sachen Jagdwesen und Naturschutz nehmen und gestaltete maßgeblich die Anfänge der Naturschutzpolitik sowohl in Deutschland als auch weltweit mit. 1950 reiste Burhenne als Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zur zweiten Generalversammlung der frisch gegründeten Internationalen Union zum Schutz der Natur IUCN. Ihm ist es mit zu verdanken, dass diese rund zehn Jahre später einen Rechtsausschuss gründete, aus dem heraus in den Dekaden seither zahlreiche internationale Abkommen entwickelt wurden, u.a. das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES.

Nach jahrzehntelanger erfolgreicher Naturschutzarbeit, kämpfte Wolfgang Burhenne immer noch unerschütterlich für Natur und Tierwelt. Aber das Alter fordert seinen Tribut und die Sorge um die Zukunft der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wuchs. 2009 wurde die Schutzgemeinschaft als Verein aufgelöst und von Burhenne in eine unselbständige Stiftung mit der Elisabeth-Haub-Stiftung als Treuhänder umgeformt. Die langjährigen persönlichen Kontakte und das vertrauensvolle Verhältnis zur Deutschen Wildtier Stiftung ließen zunehmend die Idee reifen, die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zukünftig unter dem Dach der Deutschen Wildtier Stiftung weiterzuführen. Nach intensiven Gesprächen zwischen der Schutzgemeinschaft, ihrem Treuhänder, der Elisabeth-Haub-Stiftung, und der Deutschen Wildtier Stiftung, haben die beteiligten Gremien Ende November 2016 beschlossen, die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild unter dem Dach der Deutschen Wildtier Stiftung fortzusetzen. Beide Stiftungen ergänzen und stärken sich – im Sinne eines erfolgreichen Artenschutzes in Deutschland.

Fischotter-Steckbrief

Fischotter

Der Fischotter aus der Familie der Marder liebt saubere und natürliche Gewässer. Er ist sehr menschenscheu, so bekommt man ihn wenig zu Gesicht.

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Fischotter im Wasser - Foto: Naturfoto Hofmann

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