Auf schmalem Grat!

Deutsche Wildtier Stiftung startet Gamswild-Projekt in Bayern

Gams auf einem Berg

Die Gams ist ein Bayer! Müsste sich die Wildart für ein Bundesland entscheiden, wäre es wohl der Freistaat. Denn vor allem in Bayern findet Gamswild den Lebensraum, in dem es sich am liebsten aufhält: Felsige Regionen für den Sommer und Wälder für den Winter.

Hamburg, 19. April 2016

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Doch das Verhältnis der Bayern zu ihrer Gams ist von Auseinandersetzungen um den Lebensraum getrübt. „Gamswild wird in Bayern gerade in öffentlichen Wäldern sehr intensiv gejagt, weil es durch seine Fraßeinwirkungen die sogenannte Schutzwaldsanierung gefährdet “, sagt Dr. Andreas Kinser, Referent für Forst- und Jagdpolitik bei der Deutschen Wildtier Stiftung.

Nach europäischem Recht* darf Gamswild aber erst gejagt werden, wenn seine Population stabil ist. „Der Populationszustand der Gams wird derzeit am grünen Tisch beurteilt“, kritisiert Kinser. Darum hat die Deutsche Wildtier Stiftung jetzt ein Projekt zur Beurteilung der aktuellen Gams-Population im Bayerischen Alpenraum begonnen. Denn erst, wenn Zahlen zum Zustand der Art in Bayern vorliegen, dürfen Entscheidungen über vernünftige Jagd- und Schutzwaldkonzepte getroffen werden.

Im Rahmen des Projektes sollen Alter, Geschlecht und Gewicht aller im Rahmen eines Jagdjahres erlegten Gams genau erfasst werden, um aus diesen Daten Rückschlüsse auf die lebende Population zu ziehen. Dafür bieten sich die gesetzlich vorgeschriebenen Hegeschauen an, bei denen die körperliche Verfassung des Wildes und die strukturelle Entwicklung der Wildbestände als Information für die Öffentlichkeit dargestellt werden muss. Partner für das Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung sind das Büro für Wildbiologie in Bayern und die Universität für Bodenkultur in Wien.

Infobox FFH

Gamswild ist im Anhang V der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) der EU gelistet. Die FFH-Richtlinie hat zum Ziel, wildlebende Arten, deren Lebensräume und die europaweite Vernetzung dieser Lebensräume zu sichern und zu schützen. Anhang V der Richtlinie beschäftigt sich mit Tier- und Pflanzenarten, für deren Entnahme aus der Natur besondere Regelungen getroffen werden können und die nur im Rahmen von Managementmaßnahmen genutzt werden dürfen.

Gams mit schwarzen Hintergrund

Gämse

Die Gämse ist etwas größer als ein Reh und lebt bei uns nur in Bayern und Baden-Württemberg. Sie ist an das Leben im Hochgebirge angepasst.

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