Rothirsch – Freiheit für den König des Offenlands

Wir setzen uns dafür ein, dass der Rothirsch in Deutschland wieder mehr Lebensraum bekommt.

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Der Anblick eines prächtigen Rothirschs und seine lautstarken Brunftrituale gehören zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen in Deutschland. Und auf den ersten Blick geht es dem Rothirsch bei uns besonders gut. Etwa 250.000 Tiere leben in verschiedenen Landesteilen, Tendenz steigend. Doch durch politische Vorgaben und die Zerschneidung der Landschaft wurden die Bestände voneinander isoliert. Die Art verliert deshalb rasant an genetischer Vielfalt und damit an Anpassungsfähigkeit. Falsche Jagd und häufige Störungen durch Menschen sorgen dafür, dass Hirschkühe, Kälber und Hirsche nicht mehr ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können.

KEIN AUSTAUSCH, KEINE VIELFALT

Wegen seiner Größe, seinem ausladenden Geweih und seinem erhabenen Gang wird der männliche Rothirsch auch König des Waldes genannt. Dabei war er ursprünglich gar kein Waldbewohner, sondern lebte im Offenland. Der Mensch hat ihn durch starke Landnutzung, Siedlungsbau und andere Aktivitäten in den Wald gedrängt. Hier steht das imposante Wildtier seit Jahrhunderten im Konflikt mit Förstern und Jägern. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt sich mit politischem Engagement und Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, dass der Rothirsch nicht mehr nur als Waldschädling oder Jagdbeute gesehen wird. 2026 haben wir ihn zum Tier des Jahres gekürt, um auf seine Situation aufmerksam zu machen. Unsere Positionen und Forderungen zum Rothirsch stellen wir auf der Website www.Rothirsch.org ausführlich vor.

NO-GO-AREAS FÜR ROTHIRSCHE IN DEUTSCHLAND

Rothirsche kommen mit Ausnahme von Berlin und Bremen in allen Bundesländern vor. Tatsächlich beschränkt sich ihre Verbreitung aber auf 25 Prozent der Bundesfläche. Ein Grund dafür sind die sogenannten Rotwildbezirke. In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen ist per Gesetz vorgeschrieben, wo Rothirsche leben dürfen. „Reviere außerhalb der Rotwildbezirke sind rotwildfrei zu machen und zu halten“, heißt es zum Beispiel in der Ausführungsverordnung des Bayerischen Jagdgesetzes. Die folgende Karte zeigt die Verbreitung der Art in Deutschland. In den schwarz unterlegten Gebieten dürfen sich Rothirsche nicht ansiedeln, obwohl es dort viele geeignete Lebensräume für sie gibt.

Um neue Gebiete zu besiedeln, unternehmen vor allem junge Rothirsche weite Wanderungen. Sie stoßen dabei aber immer wieder an Grenzen wie eingezäunte Autobahnen, Bahntrassen oder Kanäle. Die einzelnen Bestände werden dadurch isoliert, und immer häufiger verpaaren sich verwandte Tiere. Die Folgen sind Krankheiten und Fehlbildungen. Langfristig verliert die Art dadurch ihre genetische Vielfalt und damit ihre Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen wie den Klimawandel. Populationsgenetiker sprechen bereits vom Beginn eines Aussterbeprozesses.

Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert, den Austausch zwischen den Beständen zu verbessern. Dazu müssen Rotwildbezirke aufgehoben und Vorkommen wieder vernetzt werden – durch Grünbrücken, jagdfreie Wanderkorridore und neue Lebensräume, die wandernden Rothirschen als Trittsteine dienen.

Auf www.Rothirsch.org erfahren Sie mehr über unsere Position zur Vernetzung bestehender Lebensräume.

Neuigkeiten zum Projekt

Vorstand Klaus Hackländer begrüßt zum 12. Rotwildsymposium in Hamburg
Rothirsch-Lebensräume vernetzen und Biologische Vielfalt stärken

Der Rothirsch lebt nur auf etwa 25 Prozent der Fläche Deutschlands. Der Grund dafür sind Gesetze und Verordnungen. Die Folgen dieser Politik und Lösungsvorschläge wurden im Juni 2026 auf dem 12. Rotwildsymposium in Hamburg diskutiert.

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Rotwild (Cervus elaphus) links und Europäischer Damhirsch (Dama dama)
Deutschlands Hirsche im Überblick

Von Reh und Hirsch bis Elch und Muntjak: Sechs Hirscharten durchstreifen deutsche Wälder und Wiesen – manche dauerhaft, andere nur zeitweise oder in begrenzten Gebieten. So ist das Reh nicht die Frau des Rothirschs und enger mit dem Elch verwandt.

Zum Artikel vom 13.02.2026
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Notzeiten setzen Rothirsche auch im Sommer unter Druck

Rothirsche sind Meister der Anpassung. Indem sie ihren Stoffwechsel reduzieren, können sie nahrungsarme Zeiten überstehen. Bislang waren solche Not…

Zum Artikel vom 15.09.2025

WIR BRINGEN DEN ROTHIRSCH INS GESPRÄCH

Unser Rotwildsymposium

Beim Rotwildsymposium der Deutschen Wildtier Stiftung treffen sich seit 2002 alle zwei Jahre Fachleute aus Praxis und Wissenschaft sowie Verantwortliche aus Politik, Ministerien und Verbänden. Sie diskutieren über aktuelle jagdpolitische oder -praktische Themen rund um den Rothirsch – in den vergangenen Jahren zum Beispiel über Hegegemeinschaften, Jagdethik, Wald und Wild, Reduktionsprojekte oder Notzeiten. Damit geben die Rotwildsymposien auch die Richtung für das jagdpolitische Engagement der Deutschen Wildtier Stiftung vor. Die Tagungsbände zu den Veranstaltungen tragen die Inhalte weit über den Teilnehmerkreis hinaus.

In unserem Publikationsshop können Sie die Tagungsbände der vergangenen Rotwildsymposien bestellen.

NATÜRLICHE WÄLDER BIETEN VIELE NAHRUNGSALTERNATIVEN

Weichhölzer fördern

Fast alle Wälder in Deutschland werden intensiv für die Holzproduktion genutzt. Rothirsche sind dort meist unerwünscht. Denn sie fressen die Knospen junger Baumgenerationen, die dadurch langsamer wachsen. Oder sie schälen die Rinde der Bäume, sodass Pilze in die Stämme eindringen und den wirtschaftlichen Wert des Holzes verringern. In natürlichen Wäldern, die es heute kaum noch gibt, hätten die Tiere viele Nahrungsalternativen, zum Beispiel die Zitterpappel (Populus tremula), auch Espe genannt. Doch der Anteil der Zitterpappel am Baumbestand beträgt deutschlandweit kaum mehr als ein Prozent. Sie zählt zu den sogenannten Weichhölzern, die in den vergangenen Jahrhunderten aus unseren Wäldern verdrängt wurden, da sie wirtschaftlich kaum einen Nutzen haben. In naturnahen Lebensräumen sind sie aber gerade im Winter eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Rothirsche. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt sich dafür ein, dass Zitterpappeln wieder in den Wäldern gepflanzt werden. Auf unseren eigenen Flächen gehen wir mit gutem Beispiel voran – etwa in der Alten Fahrt am Ostufer der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern.

Projekte im Portrait: Waldumbau in der Alten Fahrt

FALSCHE JAGD VERSCHÄRFT KONFLIKTE

Wildtiermanagement heißt auch Jagdruhe

Damit die Rothirsch-Bestände nicht anwachsen, wird jedes Jahr rund ein Drittel der Tiere erlegt – auch auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung. Allerdings trägt die Art und Weise der Jagd vielerorts zu einer Verschärfung der Konflikte zwischen Rothirschen und Forstwirtschaft bei: Werden die Tiere permanent gejagt, ziehen sie sich in dichtere Waldbereiche zurück und stillen ihren Hunger dort notgedrungen mit Baumrinde und Knospen. Außerdem sind sie im Wald immer schwerer zu entdecken und zu jagen.

Um dem Rothirsch wieder seine natürlichen Verhaltensweisen zu ermöglichen und die Konflikte mit der Forstwirtschaft zu lösen, braucht es ein Umdenken im Wildtiermanagement: Neben der Jagd muss die Jagdruhe als wichtiges Instrument anerkannt werden. Wir fordern seit Langem eine tiergerechte Jagd mit längeren Schonzeiten und jagdfreien Gebieten. In den Wäldern der Deutschen Wildtier Stiftung darf nur wenige Monate im Jahr gejagt werden, außerdem gibt es große Gebiete, in denen gar nicht gejagt wird.

Auf www.Rothirsch.org lesen Sie mehr über unsere Position zur tiergerechten Jagd.

PUBLIKATIONEN

Unsere Publikationen rund um den Rothirsch

Ansprechperson

Leiter Natur- und Artenschutz

Dr. Andreas Kinser

Dr. Andreas Kinser

Rothirsch mit Rudel in der Dämmerung.

Steckbrief Rothirsch

Das Rotwild ist Deutschlands größte Hirschart und lebt äußerst sozial in Rudeln. Erfahren Sie Spannendes aus der Welt des Rotwildes in unserem Steckbrief.

Zum Steckbrief
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Rothirsch.org

Mit der Website Rothirsch.org haben wir eine etablierte Plattform geschaffen, auf der wir wichtige Informationen sowie unsere Forderungen zum Umgang mit dieser Art veröffentlichen.

Zur Website
Rothirschkühe in Gräsern.

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Der Rothirsch wurde seit Jahrhunderten verdrängt. Helfen Sie, dem Rothirsch wieder ein Stück seines natürlichen Lebensraumes zurückzugeben.

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