Wolf

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Population in Deutschland:

ca. 400 Exemplare

Bedrohungsstufe:

1

nicht bedroht

Die Bestände haben zugenommen oder sind stabil.

2

rückläufig, aber nicht bedroht

Die Bestände sind bemerkbar zurückgegangen oder es ist eine Verschlechterung abzusehen.

3

bedroht

Die Bestände sind erheblich zurückgegangen oder durch menschliche Einwirkungen bedroht.

4

vom Aussterben bedroht

Ein extrem großes Risiko des Aussterbens in der Zukunft.

Einleitung

Im Jahr 1904 wurde der letzte freilebende Wolf in Deutschland geschossen. Nachdem die Wölfe Ende des 20. Jahrhunderts unter internationalen Schutz gestellt wurden, erholten sich die Bestände. Seit dem Jahr 2000 werden nachweislich wieder Wolfswelpen in Deutschland geboren.

Fakten

Lateinischer Name

Canis lupus lupus

Wolf: Alter

bis zu 13 Jahre

Wolf: Gewicht

30 - 50 kg

Sehvermögen

Neben dem Gehör des Wolfes, sind auch seine Augen hervorragend: Er kann auch in der Nacht ausgezeichnet sehen und hat einen Blickwinkel von 250 °. Menschen haben dagegen einen Blickwinkel von 180°.

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Geruchssinn

Der Wolf kann hervorragend riechen: seine Artgenossen und Beutetiere riecht er auf bis zu 2 Kilometern Entfernung.

Nahrung

  • Paarhufer

Feinde

Der ausgewachsene Wolf hat in Deutschland keine natürlichen Feinde und steht an der Spitze der Nahrungskette.

Größe

WolfMerkmale

Die in Europa vorkommende Art des Wolfes ist meist grau/bräunlich gefärbt. Die Schwanzspitze ist schwarz. Der Kopf ist meist dunkel mit hellen bis weißen Stellen, die seitlich am Maul (in der Jägersprache Fang genannt) und an der Kehle sitzen. Die Augen des Wolfes sind hellbraun bis gelb und stehen schräg.

WolfGeruchssinn

Neben dem außergewöhnlichen Gehör und Sehvermögen besitzt der Wolf auch einen ausgezeichneten Geruchssinn: Er kann Beutetiere und Artgenossen auf eine Entfernung von bis zu zwei Kilometern wittern!

WolfHörvermögen

Trotz seiner kleinen Ohren, die innen dicht behaart sind, kann der Wolf hervorragend hören. Er nimmt Töne bis zu 40 Kilohertz wahr und erkennt so andere Wölfe bis zu einer Entfernung von 6,4 bis 9,6 Kilometer. Zum Vergleich: Der Mensch hört gerade mal die Hälfte – nämlich nur Töne bis zu 20 Kilohertz.

WolfKörperbau

Im Unterschied zum Schäferhund, mit dem der Wolf manchmal verwechselt wird, hat der Wolf eine gerade Rückenlinie und lässt den Schwanz (die Rute) beim Laufen hängen. Die dreieckigen, oben abgerundeten Ohren sind kleiner. Im Trab setzt der Wolf die Hinterpfoten genau in die Abdrücke der Vorderpfoten, so dass die Spur eine gerade Linie ergibt.

WolfLebensweise

Wölfe sind soziale Tiere mit starken Bindungen. Sie leben in einer Art Familienverband, dem Rudel. Der Mythos vom Alphatier – also einem Tier, das in der Rangordnung eines Rudels ganz oben an der Spitze steht - existiert unter natürlichen Bedingungen jedoch nicht. Alphatiere gibt es nur bei Wölfen in Gefangenschaft. Jedes Wolfsrudel lebt in seinem eignen Territorium. Die Größe des Territoriums wird durch die Menge der Beutetiere bestimmt, die in ihm vorkommen. Denn die Ernährung des Rudels muss langfristig gesichert sein. Außerdem muss das Gebiet den Tieren genügend Rückzugsmöglichkeiten bieten. Wölfe sind in der Regel scheu: Sie ziehen sich zurück, sobald sie einen Menschen wittern. Bei starker Beunruhigung durch den Menschen ist der Wolf überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Er passt sich dem Verhalten seiner Beutetiere an.

Sozialverhalten

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Gut trainiertes Rudeltier

Ein Wolfsrudel besteht aus den Elterntieren - die meist ein Leben lang miteinander verbunden bleiben - und dem aktuellen Wurf Welpen sowie den Jungtieren aus dem Vorjahr. Diese Jungtiere verlassen meist mit Eintritt der Geschlechtsreife nach 1 bis 2 Jahren das Rudel, um eine eigene Familie zu gründen. Wenn Wölfe heulen markieren sie ihr Territorium und nehmen Kontakt zu Artgenossen auf. Innerhalb seines Territoriums legt ein Wolf täglich weite Strecken bis zu 20 Kilometer zurück. Junge Wölfe, die vom Rudel abwandern, um ein eigenes Rudel zu gründen, schaffen sogar bis zu 80 Kilometer am Tag. Dabei läuft der Wolf als Ausdauerläufer durchschnittlich 10 bis 12 Stundenkilometer im Trab. Bei kurzen Sprints schafft er sogar Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 50 km/h.

Nahrung

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Jagd im Energiesparmodus

Ein erwachsener Wolf benötigt täglich etwa 2 bis 3 Kilogramm Fleisch, um seinen Energiebedarf zu decken. Wenn er dazu gezwungen ist, kann er aber durchaus bis zu zwei Wochen lang hungern! Umgekehrt ist es ihm auch möglich, bis zu 11 Kilogramm Fleisch auf einmal zu verschlingen. Kleinere Tiere, wie etwa. Frischlinge, Hasen oder Rehe, frisst er ganz. Von größeren Tieren lässt er häufig vieles übrig, so dass andere Tiere von seiner Beute profitieren können. Der Wolf teilt sich seine Kräfte ein und jagt mit möglichst geringem Energieaufwand nur die am leichtesten zu erreichende Beute. Dies sind junge, vor allem aber alte, verletzte und kranke Tiere. Entzieht man dem Wolf die natürliche Nahrungsgrundlage durch das Umgestalten seines Lebensraums ernährt er sich von den Abfällen des Menschen – oder aber greift dessen Nutztiere an.

Fortpflanzung

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Aufzucht ist Familiensache

Wölfe pflanzen sich einmal im Jahr fort, wobei sich nur die beiden ranghöchsten Tiere des Rudels paaren. Sie ziehen sich dafür ein paar Tage vom Rudel zurück. Die Paarungszeit oder auch Ranzzeit ist von Januar bis März. Nach 61 bis 64 Tagen bringt die Wölfin 1 bis 11 blinde und taube Welpen in einer Höhle zur Welt. Nach etwa 20 Tagen öffnen die kleinen Wolfs-Welpen ihre Augen und nach circa 4 Wochen halten sie sich auch vor der Höhle auf. Nachdem die Welpen von der Mutter entwöhnt wurden (in der Regel nach 7 bis 9 Wochen der Fall), beteiligt sich das ganze Rudel an der Aufzucht der Welpen. Andere Wölfe würgen Futter hervor oder bleiben als Babysitter beim Nachwuchs, während das Rudel samt Wolfsmutter auf Jagd geht. Nach 10 Monaten sind die Wölfe ausgewachsen und nach 22 Monaten geschlechtsreif.

WolfBedrohungen

Insbesondere durch die zunehmende Zerschneidung der Landschaft, beispielsweise durch den Bau von Straßen, findet der Wolf kaum geeignete Lebensräume. Illegale Verfolgungen machen ihm zusätzlich das Leben schwer.

Auch heute verfolgt

Illegale Jagd

Obwohl der Wolf mittlerweile streng geschützt ist, spielt auch heute noch seine illegale Bejagung eine große Rolle. Neben dem Mythos vom „bösen Wolf“, der in der Bevölkerung vielfach noch tief verankert ist und Ängste schürt , sehen einige Landwirte und Jäger den Beutegreifer als Gefahr an. Die Landwirte fürchten um ihr Vieh, das der Wolf reißen könnte.. Die Jäger haben Angst um ihre Wildbestände. So kommt es immer wieder vor, dass Wölfe vergiftet oder erschossen werden

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Mehr Platz bitte!

Straßenverkehr

Der Wolf legt in seinem Territorium täglich große Strecken zurück. Insbesondere junge Wölfe, die ein eigenes Territorium suchen, streifen häufig hunderte Kilometer durch die Landschaft, ohne ein geeignetes Areal zu finden. Durch die starke Zerschneidung der Landschaft, muss der Wolf häufig auch Straßen überqueren, deren Verkehr er dann zum Opfer fällt. Experten finden immer wieder tote Tiere. Schätzungen zufolge sollen seit dem Jahr 2000 alleine in Sachsen mehr als 28 Wölfe überfahren worden sein.

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WolfWas wir tun

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat kein eigenes Schutzprojekt zum Wolf. Der Wolf profitiert jedoch von vielen Projekten, die die Deutsche Wildtier Stiftung zu anderen Tierarten durchführt und durch die natürlicher Lebensraum geschaffen wird.

Vom Konflikt zur Koexistenz

Forschung

Im Jahr 2015 ist die Diplom-Psychologin Uta Maria Jürgens Trägerin des Forschungspreises der Deutschen Wildtier Stiftung. In ihrem Promotionsprojekt - „Vom Konflikt zur Koexistenz“ – wird die Mensch-Wildtier-Beziehung unter dem Blickwinkel der menschlichen Psyche betrachtet. In ihrer Forschungsarbeit geht es um das von Vorurteilen“geprägte Mensch-Tier-Verhältnis. „Wildtiere berühren die meisten Menschen emotional. Deshalb werden sie entweder gefüttert und romantisiert - oder verdammt und gefürchtet“, sagt Uta Maria Jürgens. Aus Unwissenheit gibt es dann Vorurteile gegen einzelne Arten, wie auch gegen den Wolf. Oft fehlt es schlicht an Fakten, denn auch im Fokus der Forschung bleiben heimische Wildtiere verkannte Außenseiter. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit werden viele neue Erkenntnisse zur Konfliktbewältigung zwischen Mensch und Wolf hervorbringen.

NNE Lebensraum Wildtierland

Artenschutzprojekte

Die Nationalen Naturerbeflächen (NNE) der Deutschen Wildtier Stiftung sind wichtige Lebensräume für die heimischen Wildtiere: Denn hier hat die Natur Vorrang und die Wildnis-Entwicklung wird gefördert. Die Einflussnahme des Menschen auf den Flächen ist sehr gering und im Wesentlichen werden die Gebiete komplett sich selbst überlassen. Die großen, zusammenhängenden Waldgebiete und Offenlandflächen des Nationalen Naturerbes mit einer geringer Zerschneidung und ohne den „Störfaktor“ Mensch bieten dem Wolf ein wichtiges Rückzugsgebiet!

Projekte

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat kein eigenes Schutzprojekt zum Wolf. Der Wolf profitiert jedoch von vielen Projekten, die die Deutsche Wildtier Stiftung zu anderen Tierarten durchführt und durch die natürlicher Lebensraum geschaffen wird.

Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

Wildtierland

Mit dem Kauf von Flächen können Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen dauerhaft gesichert werden.

Zum Projekt
Elster

Forschungspreis

Wir vergeben alle 2 Jahre ein mit 50.000 Euro dotiertes Stipendium für die Forschung an heimischen Wildtieren.

Zum Projekt

WolfHelfen

Der Wolf profitiert von vielen Projekten und Maßnahmen, die die Deutsche Wildtier Stiftung zu anderen Tierarten durchführt und durch die natürlicher Lebensraum geschaffen wird. Unterstützen Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende!

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