Wildbienen - hochbedroht und unverzichtbar

Hilfe für die wichtigen Bestäuber

Wildbiene

Schließen Sie doch mal kurz Ihre Augen und erinnern Sie sich an das friedliche Summen einer wilden Biene, die auf einer Sommerwiese Duftblüte für Duftblüte anfliegt. Hören Sie ihren emsigen Flügelschlag? Riechen Sie den süßen Blumenduft? Ein schöner Traum! Leider wird er in der Realität immer unwahrscheinlicher. Wildbienen sind bei uns in Deutschland hoch bedroht. Ihr Lebensraum wird knapp. Sie sterben, weil es kaum noch Nahrung und Nistplätze gibt.

Unser Wildbienen-Projekt

Ursache für den Rückgang der Wildbienen ist der Mensch. In den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Landschaften extrem verändert. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft führen die zunehmende Bebauung von Flächen (beispielsweise zur Beschaffung von Wohnraum) sowie die Bodenversiegelung (beispielsweise für den Bau von Parkplätzen) zu einem Verlust wildbienenfreundlicher Lebensräume. Und die fleißigen Pelzträgerinnen brauchen nicht irgendein Zuhause! So nistet die „Zweifarbige Schneckenhausbiene“ ausschließlich in leerstehenden Schneckenhäusern. Ihre Verwandte, die „Rote Mauerbiene“, braucht dagegen Mauerritzen oder Hohlstängel, um sich dort einzurichten.
Aber wo finden die wilden Bienen diese Orte noch? Unsere Gärten und Parks sind aufgeräumt und werden mit pflegeleichten immergrünen Sträuchern bestückt. Erdböden werden betoniert. Es wird immer enger. Ein dramatischer Bestandsrückgang ist die Folge!

Achtung! Von 561 Wildbienen- und Hummelarten in Deutschland stehen bereits 52 % auf der Roten Liste!
Davon sind:

Bedrohungsstatus der Wildbienenarten

Mehr Platz für wilde Bienen!

Wir müssen den seltenen Wildbienen helfen. Dafür haben wir im Jahr 2015 ein großes Wildbienen-Schutzprojekt gestartet. Unser Ziel: Zusammen mit kompetenten Partnern legen wir so viele wildbienenfreundliche Flächen wie möglich an. Der erste Ort, an dem wir neuen Lebensraum schaffen, ist Hamburg. Von hier aus sollen in den nächsten Jahren bundesweit Projekte gestartet werden. Unterstützen Sie uns dabei! Unsere Partner sind - zur Zeit, die Anzahl wächst stetig! - der Friedhof Ohlsdorf (größter Parkfriedhof der Welt), der Hamburg Airport, der Bauernverband Hamburg e.V., die Kinderwelt Hamburg e.V. und der Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e.V.. Aber auch Privatpersonen sind herzlich eingeladen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Blühflächen in ihren Gärten oder auf ihren Balkonen zu schaffen! Zu diesem Zweck bietet die Deutsche Wildtier Stiftung allen Interessierten spezielle Pflanzensamenmischungen an, die ganz unkompliziert im Frühjahr ausgesät werden können.

Warum brauchen wir Unterstützer?

  • Je mehr Menschen mitmachen, einen blühenden, duftenden Kosmos für Wildbienen zu gestalten, desto größer und dichter wird das Netz zusammenhängender Grünflächen, in denen die Pelzträgerinnen sich geschützt tummeln können.
  • Je mehr Lebensraum Wildbienen bekommen, desto mehr nehmen wir sie in unserem Alltag wieder wahr! Schon bei Frühjahrsanfang krabbeln die ersten Hummeln, die zu den Wildbienen gehören, aus ihren Nestern. Was man sieht und kennt, kann man viel besser beschützen.
  • Die Deutsche Wildtier Stiftung möchte auch Kinder und Jugendliche auf die Probleme der Wildbienen aufmerksam machen und sie für die Natur sensibilisieren.

Schützen Sie Wildbienen mit uns

Wildbienen haben sehr spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum. Nur wer genau hinschaut und hinhört, findet die Bestäuber noch! Zum Beispiel an sonnigen Wald- und Feldrändern, auf Löwenzahn- und Weißklee-Wiesen, in trockenen Kies- und Lehmgruben, an Trockenmauern und Gewässerrändern, in Straßenböschungen und in allen Gärten, die noch eine große Strukturvielfalt aufzeigen. Im Gegensatz zur Honigbiene ist knapp die Hälfte der Wildbienen Mitteleuropas auf die Pollen ganz bestimmter Pflanzenfamilien oder -gattungen angewiesen. Auch bei der Nistplatzwahl sind Wildbienen wählerisch. Es gibt Wildbienenarten der Mauerbienen, die ausschließlich in leeren Schneckenhäusern nisten. Andere, wie die Mohn-Mauerbiene, kleiden ihre Brutröhren nur mit Mohnblüten aus. Individualität ist eben angesagt! Aber auch andere Strukturen wie Steilwände oder markhaltige Stängel sind wichtige Nisthabitate. Der überwiegende Teil der Wildbienen nistet im Erdboden.

Deswegen schaffen wir innerhalb des Projektes gezielt Lebensräume. Einerseits durch die Förderung des ganzjährigen Blühangebotes und anderseits durch die Bereitstellung geeigneter Nisthabitate.

Nahrungsangebote schaffen

Wildbienen müssen große Pollenmengen sammeln, die sie für ihren Nachwuchs bunkern, damit dieser ausreichend Nahrung zum Wachstum erhält. Das Blütenangebot zum Pollen sammeln ist jedoch begrenzt. Deshalb wird im Rahmen des Schutz-Projektes der Deutschen Wildtier Stiftung das Angebot an Nahrung für wilde Bienen vergrößert. Dafür verhandeln wir beispielsweise mit der Landwirtschaft, damit Agrarbetriebe ihre Flächen nicht restlos abmähen, sondern Blühstreifen stehenbleiben können. Und wir pflanzen an geeigneten Orten und zusammen mit unseren Partnern heimische Pflanzen aus den Familien der Kreuzblütler, Korbblütler, Doldenblütler, Schmetterlingsblütler, Lippenblütler und Glockenblumengewächsen an. Das kann übrigens jeder tun! Wie Sie selbst Nahrungsangebote schaffen, erfahren Sie hier bei uns!

Nistmöglichkeiten schaffen

Pflanzen für mehr Nahrung bereit zu stellen, reicht allein noch nicht. Wildbienen stellen unterschiedliche Ansprüche an ihre Nistplätze. Sie brauchen keine Königreiche, winzige Schlupflöcher reichen ihnen völlig aus! Manche Arten nisten im Boden, andere überirdisch. Deswegen werden an vielen Orten Hamburgs Nistplätze angelegt. So haben wir beispielsweise zusammen mit dem Friedhof Ohlsdorf eine Steilwand mit Schlupflöchern geschaffen, die schon nach kurzer Zeit von einigen Wildbienenarten gut angenommen wurde! Auch Sie können mit einfachen Mitteln Wohnraum für Wildbienen erschließen.

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes

Zusätzlich wird unser Projekt durch den Berliner Wildbienen-Experten Herrn Dr. Schmid-Egger begleitet. Mit ihm zusammen beobachten und kontrollieren wir genau, wie unsere Schutzmaßnahmen greifen.
Sie interessieren sich dafür, welche Wildbienenarten wir bisher auf unseren Flächen nachweisen konnten? Dann schauen Sie doch einfach in unsere Monitoringberichte!

Wie läuft die Erfassung der Wildbienen ab?

Unsere Projektflächen werden jeweils zwischen April und September in regelmäßigen Abständen untersucht. Die Flächen müssen so häufig überprüft werden, da viele solitäre Wildbienen arttypische Flugzeiten von nur wenigen Wochen haben. Das heißt, dass wir im Frühjahr andere Arten vorfinden als im Spätsommer. Da Wildbienen nur an trockenen und warmen Tagen aktiv sind, müssen die Begehungen von unseren Experten immer sehr kurzfristig geplant und durchgeführt werden.

Erste Rote Liste für Hamburger Wildbienen

Mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg haben wir vereinbart, die allererste Rote Liste der Wildbienen in Hamburg zu erarbeiten. Ab Frühjahr 2016 starten wir damit! Warum ist eine Rote Liste so wichtig? Wildbienen sind eine wichtige Zeiger- und Zielgruppe. Wenn ihr Summen verstummt, gibt es erst keine Bestäubung und dann keine Pflanzen mehr. Wird ihr Vorkommen erfasst und dokumentiert, können bei landschaftsökologischen Bewertungen, Eingriffsplanungen und Naturschutz-Fragen die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Interesse an einer Kooperation? Für Ihre Anfragen steht Ihnen unser Ansprechpartner Manuel Pützstück zur Verfügung.

E-Mail: m.puetzstueck@dewist.de
Telefon: +49 40 9707869-0

Wildbiene an Mohnblume

Wir sind viele!

Tragen Sie Ihre wildbienen-freundliche Fläche oder Ihre Nisthilfe auf unserer Karte ein und zeigen Sie anderen, dass Sie Wildbienen schützen.

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Wildbiene frontal

Steckbrief

Die meisten Wildbienen leben solitär und versorgen ihren Nachwuchs ohne Hilfe der Artgenossen. Mehr Spannendes in unserem Steckbrief.

Zum Steckbrief
Wildbiene auf Blüte

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Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unser Wildbienenprojekt. So können wir großflächig Nahrungsangebote und Nistmöglichkeiten schaffen.

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