Wildbienen – hochbedroht und unverzichtbar

Hilfe für die wichtigen Bestäuber

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Der Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten wird knapp. Es fehlt es an Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten. In Deutschland nisten viele Wildbienenarten in offenen Bodenstellen oder in unbefestigten Wegen. Andere brauchen wurmstichiges Holz oder leere Schneckenhäuser, um sich darin niederzulassen. Doch wo finden unsere Wildbienenarten noch solche Bedingungen vor? Auch geeignete Blühpflanzen sind knapp, von denen sich die oft sehr spezialisierten Wildbienen ernähren können. Die Betonung liegt dabei auf WILDbienen, denn sie sind gefährdet, nicht die Honigbiene! Sie ist ein Nutztier des Menschen und kann sogar zur Konkurrenz für ihre wilden Verwandten werden.

WARUM SIND WILDBIENEN SO BEDROHT?

In Deutschland leben rund 580 Wildbienenarten. Als Bestäuber sichern sie vor allem im Obst- und Gemüsebau landwirtschaftliche Erträge. Darüber hinaus erhalten sie durch ihre Bestäubungsleistung die Vielfalt an Wildblumen. Schon 52 Prozent unserer heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste, die letztmalig 2011 für ganz Deutschland erarbeitet wurde! Ursache für den Rückgang der Wildbienen ist der Mensch. In den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Landschaften extrem verändert. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft führen die zunehmende Bebauung von Flächen (beispielsweise zur Beschaffung von Wohnraum) sowie die Bodenversiegelung (beispielsweise für den Bau von Parkplätzen) zu einem Verlust von wertvollen Lebensräumen. Um sich fortpflanzen zu können, brauchen Wildbienen bestimmte Voraussetzungen, die von Art zu Art sehr verschieden sind.

LEBENSRAUMVERLUST

Der Lebensraum für Wildbienen schwindet auf dem Land wie in der Stadt. Gründe sind die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Wohnbebauung und Bodenversiegelung. Flächen und Vielfalt gehen damit verloren.

SPEZIELLE NAHRUNGSANSPRÜCHE

Bei der Nahrungssuche sind Wildbienen viel wählerischer als Honigbienen. Viele Wildbienenarten sind auf den Pollen ganz bestimmter Pflanzenarten angewiesen.

SPEZIELLE NISTPLATZANSRPÜCHE

Wildbienen können nicht überall brüten und haben je nach Art unterschiedliche Vorlieben. Hohle Pflanzenstengel, Käferfraßgänge in Totholz und offene Bodenflächen sind am beliebtesten. Manche Arten nisten aber zum Beispiel ausschließlich in leeren Schneckenhäusern.

Konkurrenz um die gleichen Ressourcen

Die Honigbiene ist ein Nutztier

Honigbienen und Wildbienen konkurrieren um die gleichen Ressourcen – Pollen und Nektar! Bei einem ausreichenden Blühangebot ist dies normalerweise auch kein Problem. Jedoch ist der Blütenreichtum vielerorts stark eingeschränkt, so dass die Konkurrenz verstärkt wird. Wenn es um den Schutz der Wildbienen geht, muss den wildlebenden Insekten immer der Vorrang gegeben werden. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher:

  1. Honigbienenvölker sollten nur mit einem Abstand von mindestens 3 km zu besonders wertvollen Wildbienenlebensräumen aufgestellt werden (EVERTZ 1993, 1995; STEFAN-DEWENTER UND TSCHARNKTE 2000).
  2. In Naturschutzgebieten und wertvollen Wildbienenlebensräumen sollten grundsätzlich keine Honigbienenvölker aufgestellt werden (EVERTZ 1993, 1995; PYKE UND BALZER 1985; SHAVIT ET AL. 2009; GOULSON UND SPARROW 2009).
  3. Zur Entschärfung der Konkurrenz muss das Blühangebot deutlich erhöht werden. Insbesondere mit Blick auf die Agrarlandschaften sind daher gemeinsame Forderungen von Naturschutz und Imkerei zu entwickeln und zu erheben.

Sie möchten mehr über die Konkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbienen erfahren und wie wir dazu stehen? Lesen Sie unser Positionspapier!

WILDBIENENPROJEKTE IN HAMBURG, MÜNCHEN UND BERLIN

Detailbeschreibungen der Projektregionen finden Sie am Ende dieser Seite

Wir müssen den Wildbienen helfen! Dabei konzentriert sich die Deutsche Wildtier Stiftung vor allem auf die urbanen Räume Deutschlands. So haben wir im Jahr 2015 ein großes Schutzprojekt in Hamburg gestartet. Zusammen mit engagierten Partnern wie dem Airport Hamburg oder dem Friedhof Ohlsdorf schaffen wir gemeinsam Blühflächen und Nistmöglichkeiten. Wir betätigen uns aber auch wissenschaftlich: in Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektpartnern, vor allem vom Zoologischen Institut sowie dem Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg, erstellen wir derzeit die erste Rote Liste der Wildbienen und Wespen für Hamburg.

Seit 2018 arbeiten wir außerdem eng mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin zusammen. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf möchte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erproben, wie öffentliche Freiflächen wildbienenfreundlicher gestaltet und gepflegt werden können. Das Ziel: Berlin handelt angesichts des dramatischen Rückgangs unserer Insekten!

Auch in der drittgrößten Stadt Deutschlands ist die Deutsche Wildtier Stiftung seit 2018 dank der Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds aktiv! Zusammen mit unseren Partnern schaffen wir ähnlich dem Hamburger Projekt möglichst strukturreiche Lebensräume!

Unterstützen Sie uns bei unseren Projekten! Werden Sie selbst aktiv! Schon mit wenig Aufwand können Sie Blühflächen für Wildbienen in Ihren Gärten oder auf Ihren Balkonen schaffen! Zu diesem Zweck bieten wir Ihnen Informationen und spezielle Wildpflanzenmischungen an. Wir beraten Sie gerne!

PROJEKTZIELE

Den Rückgang stoppen

Die Deutsche Wildtier Stiftung möchte mit ihren Partnern der alarmierenden Situation etwas entgegensetzen.

Wildbienen-Lebensräume schaffen

Zusammen mit unseren Projektpartnern schaffen wir innerhalb der Projekte gezielt Lebensräume. Einerseits durch die Förderung des ganzjährigen Blühangebotes und anderseits durch die Bereitstellung geeigneter Nisthabitate. Das kann übrigens jeder tun! Was Sie selbst für Wildbienen tun können, erfahren Sie hier bei uns!

Neue Erkenntnisse gewinnen

Wie viele und welche Arten fliegen in Hamburg? Aufschluss soll die erste Rote Liste für Hamburgs Wildbienen geben. Wie lässt sich die städtische Grünpflege für die speziellen Bedürfnisse der Wildbienen optimieren? Und welchen Mehraufwand bedeutet das? Diese und weitere Fragen werden in einem gemeinsamen Projekt zusammen mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin beantwortet.

Die Öffentlichkeit informieren

Wir schaffen bei den Menschen ein Bewusstsein für die Probleme und Gefährdung der Wildbienen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann bestellen Sie sich einen unserer kostenlosen Ratgeber.

Wildblumenwiese in voller Blüte

WILDBIENENKARTE

Haben Sie bereits einen wildbienenfreundlichen Garten? Tragen Sie Ihre Fläche oder Nisthilfe mit Text und Foto auf unserer Karte ein. Jede Wildbiene auf der Karte markiert den Standort eines Unterstützers. Liegen mehrere Standorte nah bei einander, werden sie zusammen als Gruppe dargestellt. Eine Zahl gibt dann an, wie viele Flächen in der Gruppe liegen. Durch die Zoomfunktion mit dem Plus löst sich die Gruppe in Einzelflächen auf. Mit „Minus“ zoomen Sie wieder heraus.

So markieren Sie Ihre Wildbienenhilfe auf der Karte:

  1. Klicken Sie in der Wildbienenkarte auf den Button: Standort auf Karte setzen.
  2. Bewegen Sie die Karte im Hintergrund und markieren Sie mit Hilfe des Wildbienen-Symbols Ihren Standort. Mit dem Plus-Zeichen können Sie in die Karte reinzoomen.
  3. Drücken Sie auf „Standort speichern" und geben Sie Ihre Daten ein (Foto, Text, E-Mail-Adresse, etc.).

Wir schalten Ihren Beitrag so schnell wie möglich frei. Nach Freischaltung erhalten Sie eine Bestätigungsemail von uns.

Ihre Aktivität für die Wildbienen eintragen:
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Hummeln und Wildbienen starten durch.

Seit 3 Jahren dabei meinen Kleingarten Hummel, Bienen und Schmetterlingsfreundlich anzulegen. Dieses Jahr hatte ich viele verschiedene Hummelarten im Garten sowie Wildbienen. 2017 wird ein großer Teil des Rasens abgetragen und zur Wildblumenwiese. Und es wird ein neues großes Bienenhaus gebaut.

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Nisthilfe
Blühfläche
Infoangebot
Forschung
Standort eingetragen

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Biene mit Pollen

Unsere Projektregionen

Berlin

Mehr Bienen für Berlin. Berlin blüht auf!

Seit 2018 erproben die Deutsche Wildtier Stiftung und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, zunächst am Beispiel des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf, Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Grün- und Freiflächen für bestäubende Insekten. Dabei dienen die Wildbienen als Schirmartengruppe, denn von ihrer Förderung profitieren viele weitere Arten.

Projektsteckbrief

Projektregion: Berlin
Laufzeit: 2018–2022
Städtische Grünpflege optimieren!
Artenreiche Wildblumenwiesen schaffen!
Nistangebote verbessern!

Auch den Berliner Wildbienen soll geholfen werden. An Grünflächen mangelt es in der Hauptstadt an sich nicht. Bevor aus Verkehrsinseln, Parkanlagen und Straßenrändern jedoch wahre Wildbienenparadiese werden, ist noch einiges zu tun.

Stark im Wildbienenschutz: Der Berliner Senat

Berlin soll insektenfreundlicher werden. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz will die wichtigen Bestäuber fördern und finanziert das gesamte Projekt maßgeblich! Was für Wildbienen gut ist, hilft auch allen anderen Bestäubern. Deshalb orientieren sich die geplanten Maßnahmen an den hohen Ansprüchen der Artgruppe der Wildbienen. Erprobt wird die Umsetzung in Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier ist das Grünflächenmanagement Herr über die städtischen Grün- und Freiflächen. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Wildtier Stiftung werden dort artenreiche Blumenwiesen angelegt, Wildstauden gefördert und Altbäume und Totholz gesichert. So wird die Nahrungsverfügbarkeit für Wildbienen gesichert und natürliche Nistmöglichkeiten geschaffen. Große Nisthilfen informieren die Öffentlichkeit über das Projekt. So kann Jede und Jeder das Leben der Wildbienen hautnah miterleben.

Unsere Partner und Förderer

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  • senat-1

Alle Maßnahmen werden auf Alltagstauglichkeit, Kosten und Wirksamkeit für die Bestäuber geprüft. Ziel ist es, mit vertretbarem Aufwand die Berliner Grünpflege zukünftig flächendeckend insektenfreundlicher zu gestalten. Was sich bewährt, zieht in das Handbuch „Gute Pflege - Pflegestandards für die Berliner Grün- und Freiflächen“ ein.

Termine

Im Rahmen des Projektes bieten wir regelmäßige Informationsveranstaltungen rund um das Thema Wildbienen an. Wir erklären Bürgern, Kleingartenvereinen oder Schulen, wie sie mit einfachen Mitteln zum Schutz der Wildbienen und vieler anderer Insekten beitragen können. Die Termine finden Sie hier.

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Interesse an einem Vortrag oder einer Kooperation? Für Ihre Anfragen steht Ihnen unser Ansprechpartner Dr. Christian Schmid-Egger zur Verfügung.

E-Mail: C.Schmid-Egger@DeWiSt.de
Telefon: 030 - 89 63 89 25

Unsere Projektflächen

Gemeinsam mit dem Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf wurden geeignete Flächen identifiziert, die zu bestäuberfreundlichen Lebensräumen aufgewertet und als solche dauerhaft gepflegt werden können. Die Flächen wurden aufgrund ihrer Struktur, Lage, Repräsentativität, Größe, Nutzung und Eignung für Bestäuber ausgewählt. Für jede Fläche wurde ein individuelles Konzept zur Aufwertung für Wildbienen erarbeitet, welches vom Planungsbüro gruppe F visualisiert wurde. Ziel ist es, praxistaugliche und übertragbare Strategien zur Aufwertung städtischer Grünflächen zu definieren. Das Konzept berücksichtigt hierbei auch spezielle innerstädtische Einflüsse, wie z.B. Versalzung, denen insbesondere die Verkehrsflächen ausgesetzt sind. Grundsätzlich gilt die Maßgabe, gebietsheimische und standörtlich angepasste Pflanzenarten zu verwenden, die nachweislich von Wildbienen gut als Futterpflanzen angenommen werden. Die Maßnahmen werden unter Berücksichtigung der Bestandssituation (Vegetation, Nutzung, Standortbedingungen etc.) individuell für jede Fläche konzipiert.

  • HEERSTRASSE

    heerstrasse

    Die Fläche an der Heerstraße ist ein 10 Meter breiter Grünstreifen zwischen einer Bundes- und einer Nebenstraße. Die Fläche liegt sehr sonnig, umfasst ca. 3.500 Quadratmeter und besitzt ein hohes Aufwertungspotential. Ähnlich der Fläche an der Otto-Suhr-Allee sollen sowohl Nahrungs- als auch Niststrukturen geschaffen werden. Dazu gehören die Einsaat von regionalen Wildpflanzenmischungen, die Pflanzung von Wildstauden und Frühjahrsblühern sowie die Anlage von offenen Bodenflächen, sandigen Bereichen und wertvollen Totholzstrukturen. Zusätzlich ist es geplant künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufzustellen.

  • HOHENZOLLERNDAMM

    hohenzollerndamm

    Der sonnig gelegene Hohenzollerndamm umfasst eine Größe von ca. 3.000 Quadratmeter und ist beidseitig von Straßen umgeben. Direkt an der Fläche liegt der Ausgang der U3. Die gesamte Fläche besitzt ein hohes Aufwertungspotential. Es sollen Nahrungs- und Niststrukturen geschaffen und die vorhandene Vegetation durch eine extensive Pflege erhalten werden. Zusätzlich ist es geplant, künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufzustellen.

  • TEGELER WEG

    tegeler-weg

    Der Tegeler Weg ist eine vollsonnig und ruhig gelegene Grünfläche am Spreeufer. Die Fläche umfasst ca. 2.700 Quadratmeter und ist mit Wildrosen bestanden. Zum Ufer der Spree hin befindet sich ein steiles Hangstück. Auf der Fläche befindet sich vor allem am östlichen Teil ein hohes Aufwertungspotential. Das Blühangebot soll durch eine teilweise Aussaat von heimischen Trockenrasenarten erhöht werden. Zusätzlich sollen Abbruchkanten geschaffen sowie Totholzstrukturen eingebracht werden, die als ideale Nistgelegenheit für viele Wildbienenarten dienen.

  • OTTO-SUHR-ALLEE

    otto-suhr

    Die Fläche an der Otto-Suhr-Allee liegt in der Nähe vom Schlosspark Charlottenburg und ist komplett von Straßen umgeben. Die gesamte Fläche umfasst ca. 1.700 Quadratmeter liegt vollsonnig und bietet ein hohes Aufwertungspotential. Es sollen sowohl Nahrungs- als auch Niststrukturen geschaffen werden. Dazu gehören die Einsaat von regionalen Wildpflanzenmischungen, die Pflanzung von Wildstauden sowie die Anlage von offenen Bodenflächen und sandigen Bereichen. Zusätzlich ist es geplant künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufzustellen.

  • FORCKENBECKSTRASSE

    forckenbeckstrasse

    Die Flächen an der Forckenbeckstraße ist ruhig gelegen und umfasst ca. 1.500 Quadratmeter. Sie zeichnet sich durch eine magere Vegetation und leichte Hanglage aus. Trotz einer vielfältigen Frühjahrsblüte konnten nur vereinzelte Wildbienenarten nachgewiesen werden. Im Sommer dominiert hier stark die Luzerne, die nahezu nur von Hummeln und Honigbienen aufgesucht wurde. Auch hier ist es geplant sowohl Nahrungs- als auch Niststrukturen zu schaffen. Zusätzlich sollen künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufklären.

  • RUHWALDPARK

    ruhwaldpark

    Der Ruhwaldpark ist die größte Maßnahmenfläche und umfasst ca. 25.000 Quadratmeter. Die Fläche erweist sich größtenteils als sehr blütenreich und wird bereits von zahlreichen Wildbienenarten genutzt. Um die Flächen weiter aufzuwerten und die wertvollen Trockenrasen zu erhalten, soll der zunehmende Gehölzaufwuchs teilweise zurückgedrängt werden. Die Fläche soll durch eine angepasste Pflege gesichert werden. Weiterhin ist es geplant artenreiche, südexponierte Blütensäume anzulegen, um das Blühangebot zu erweitern. Das Blühangebot der restlichen Fläche soll durch eine partielle Aussaat ausgewählter Trockenrasenarten erhöht werden. Zusätzlich ist es geplant künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufzustellen.

  • SCHILLERTHEATER

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    Die Grünfläche am Schillertheater (ca. 800 Quadratmeter) ist eine Rasenfläche ohne jeden Blühaspekt. Zudem liegt sie isoliert von anderen Grünflächen. Es war die einzige Projektfläche an der nicht eine einzige Biene dokumentiert werden konnte. Die artenarme Zierrasenfläche vor dem Schillertheater eignet sich für intensivere Maßnahmen wie die Anpflanzung von Stauden. Ziel ist es, durchgehend von Frühjahr bis Herbst Blühaspekte zu erzielen und gleichzeitig den Pflegeaufwand geringer zu halten als beispielsweise bei einer klassischen Rasenfläche. Zusätzlich ist es geplant künstliche Nisthilfen mit Informationen über das Projekt und die Bedeutung der Wildbienen aufzustellen.

Hamburg

WILDBIENEN – HOCHBEDROHT UND UNVERZICHTBAR!

20 Millionen Blühpflanzen mehr für Hamburg!
Mit ihrem Wildbienenprojekt setzt die Deutsche Wildtier Stiftung seit 2015 dem Insektensterben in Hamburg etwas entgegen. Die norddeutsche Stadt ist seitdem viel wildbienenfreundlicher geworden.

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Projektsteckbrief

Projektregion: Hamburg
Laufzeit: 2015 – 2020
Bislang 220 Millionen Blumensamen ausgesät!
Bislang 70.000 Quadratmeter Wildbienenland geschaffen!
Bislang 198 Wildbienenarten nachgewiesen!

Wildbienenschutz findet vor allem auf Hamburgs Balkonen und in seinen Gärten statt. Denn viele Hamburger Bürger engagieren sich angeregt durch Aktionen der Stiftung für Wildbienen in der Hansestadt. Ihr Engagement machen sie online sichtbar auf unserer Wildbienenkarte.

KONTAKT

Sie haben Fragen, Wünsche oder Interesse an einer Kooperation? Für Ihre Anfragen steht Ihnen unsere Ansprechpartner Manuel Pützstück zur Verfügung.
E-Mail: M.Puetzstueck@DeWiSt.de
Telefon: 040 970 7869-29

Unsere Projektpartner

Gemeinsam sind wir stark

Die Deutsche Wildtier Stiftung zeigt mit ihren Projektpartnern in der Freien und Hansestadt Hamburg, wie Wildbienenlebensräume in einem urbanen Umfeld gemeinsam mit unterschiedlichen Akteuren geschaffen werden können. Zusammen gestalten wir möglichst strukturreiche Lebensräume. Dafür werden Wildblumenflächen angesät, alte Baumstämme ausgebracht, Sand- und Steinhaufen angelegt sowie Abbruchkanten und offene Bodenstellen als Nistmöglichkeiten gestaltet. Wir möchten aber auch ein Bewusstsein für die Probleme und Gefährdung der Wildbienen schaffen. In Hamburgs traditionsreichem Tierpark Hagenbeck kann seit 2017 ein Wildbienenrundgang bestaunt werden. Auch eine übergroße Nisthilfe im botanischen Garten, der in Hamburg „Planten un Blomen“ heißt, lässt Besucher am faszinierenden Leben der kleinen Insekten teilhaben

Auf einigen Partnerflächen und in vielen natürlichen Biotopen führen wir zusätzlich wissenschaftliche Erfassungen mit der Unterstützung des Zoologischen Instituts sowie dem Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg durch. Denn es gibt keine Rote Liste, die die Wildbienenarten in Hamburg und ihre Gefährdung ausweist. Das ändern wir bis 2020. Wenn Sie erfahren wollen, wie wir bei der Erstellung der Roten Liste vorgehen, lesen Sie unseren Blog-Beitrag!

Vielen Dank an unsere Partner, die sich in Hamburg für die Wildbienen einsetzen.

Maßnahmen und Aktivitäten

Erfahren Sie mehr über die Maßnahmen und Aktivitäten, die wir mit unseren Projektpartnern umgesetzt haben:

  • ANTON-RÉE-SCHULE ALLERMÖHE

    Man kann unserer Meinung nach nie früh genug anfangen, Kinder und Heranwachsende auf die Bedeutung und faszinierende Lebensweise der Wildbienen aufmerksam zu machen. Gerade anhand der spannenden Eigenarten von Wildbienen können Fragen und Erkenntnisse aus der Biologie, der Ökologie und des Biotop- und Artenschutzes auf anschauliche und liebevolle Weise vermittelt werden. Vor allem beim Betrachten der Nisthilfen wird die Begeisterung für die Brutfürsorge und damit auch für die Natur bei Kindern und Erwachsenen geweckt. Anhand der sehr speziellen und unterschiedlichen Lebensweise der Wildbienen können komplexe Beziehungszusammenhänge leicht und anschaulich erklärt werden.

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    Engagierte Lehrer und Schüler setzen sich bei der Anton-Rée-Schule Allermöhe für die Wildbienen ein. Unter anderem werden Wildbienenhotels im Werkunterricht gebaut sowie Wildblumenflächen angelegt. Auf dem Gelände einer benachbarten Kirchengemeinde haben wir gemeinsam eine Wildblumenfläche angelegt und ein von den Schülern selbstgebautes Wildbienenhotel aufgestellt.

  • BAUERNVERBAND HAMBURG E.V.

    Eine Besonderheit an Hamburg ist das „Alte Land“, ein bedeutendes Obstanbaugebiet. Es umfasst die Gemeinden Jork, Lühe und den Neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke in Niedersachsen sowie die Hamburger Stadtteile Neuenfelde, Cranz und Francop. Obst wird auf dem fruchtbaren Marschboden seit über 700 Jahren angebaut. Mit einer Anbaufläche von 10.500 Hektar gehört das Alte Land zu den größten Obstanbaugebieten Europas. Hier wachsen rund 10 Millionen Obstbäume. Das Alte Land ist durch intensiv genutzte Obstplantagen mit Apfelkulturen geprägt und bietet abseits der Obstblüte jedoch nur ein eingeschränktes Blütenangebot. Ohne bestäubende Insekten gibt es kein Obst und Gemüse mehr. Zusammen mit dem Bauernverband Hamburg möchten wir landwirtschaftlichen Flächen wieder mehr Strukturvielfalt zurückgeben. Vor allem im Alten Land sind die Obstbauern dankbar für die Unterstützung der fleißigen Bestäuber.

    Drei Obstbaubetriebe im Hamburger Stadtteil Francop haben sich bereit erklärt, ihren Betrieb modellhaft zur Verfügung zu stellen, um praktikable Maßnahmen zur Förderung von Wildbienen im Obstbaubetrieb zu erproben. Von 2017 – 2020 werden Maßnahmen zur Förderung des Nahrungsangebots für Blüten besuchende Insekten, vorrangig für Wildbienen, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Unterstützt werden wir dabei von dem Obstbauversuchsring des Alten Landes e.V.

  • BEHÖRDE FÜR UMWELT UND ENERGIE

    Für Hamburg fehlt eine systematische Bestandsaufnahme und Rote Liste der Wildbienen. Daten aus den benachbarten Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind für die Bewertung von Bienenvorkommen in Hamburg nur bedingt verwendbar, weil Hamburg überwiegend städtische Habitate besitzt, deren Faunenzusammensetzung von der der benachbarten Flächenstaaten voraussichtlich stark abweicht und die Bearbeitungen für die Nachbarländer mittlerweile weitgehend veraltet sind. Deswegen erarbeitet die Deutsche Wildtier Stiftung die erste Rote Liste der Wildbienen in der Hansestadt. Die Behörde hat uns hierfür alle notwendigen artenschutzrechtlichen Genehmigungen erteilt. Nach Ablauf der Wildbienenerfassungen und Auswertungen erscheint die Rote Liste in der Schriftenreihe der Behörde für Umwelt und Energie voraussichtlich 2020.

  • BOTANISCHER SONDERGARTEN HAMBURG

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    Der Botanische Sondergarten Wandsbek umfasst über 1.000 verschiedene Pflanzenarten und bietet vielen Wildbienen einen reich gedeckten Tisch. Der Eintritt ist frei und der Garten ist ganzjährig tagsüber geöffnet. Zusammen mit dem Botanischen Sondergarten haben wir eine kleine Wildblumenwiese angelegt sowie ein hüfthohes Gründach-Modell errichtet. An dem Modell können sich interessierte Privatpersonen und Firmen darüber informieren, wie ein Wildbienen-freundliches Gründach aufgebaut sein sollte und wie es optisch aussieht. Dieses Projekt konnten wir mit Unterstützung der Hamburgischen Investitions- und Förderbank umsetzen. In Hamburg gibt es derzeit eine Förderung für die Anlage von Gründächern. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Behörde für Umwelt und Energie Hamburg.

  • BOTANISCHER VEREIN ZU HAMBURG E.V.

    An der Glashütte Landstraße im Nordosten Hamburgs erstreckt sich ein ca. 2.300 Meter langer und zwischen 2 - 6 Meter breiter Grasstreifen, der parallel zu einem Fuß- und Radweg verläuft. Dieser Streifen wird teilweise von der invasiven Riesen- Goldrute, Zitterpappeln und anderen Gehölzen überwuchert. Der Boden ist mager und wird nicht gedüngt, zum Teil ist der Bewuchs lückig und der Boden sandig, großenteils ist die Fläche besonnt. Das sind nahezu ideale Bedingungen für einen blütenreichen Magerrasen und damit für Wildbienen und Tagfalter. Der Botanische Verein zu Hamburg e.V. hat sich bei der Bezirksverwaltung dafür eingesetzt auf der Fläche einen Blühstreifen anzulegen. Dieses Engagement unterstützen wir, indem wir kostenfrei das regionale Wildbienensaatgut sowie Informationstafeln zur Verfügung gestellt haben. In Zukunft wird es hier auf einer Länge von 2 km ordentlich summen und brummen. Auch in Zukunft wollen wir gemeinsam kooperieren und zusammen mit dem Fachwissen des Vereins wertvolle Flächen erhalten und schaffen.

  • CENTRUM FÜR NATURKUNDE DER UNIVERSITÄT HAMBURG (CENAK)

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    Wir unterstützen das Centrum für Naturkunde (CENAK) bei der Digitalisierung der historischen Bienenfunde in Hamburg. Dafür stellt uns das Centrum für Naturkunde die Bienensammlung als Datengrundlage für die Rote Liste der Wildbienen zur Verfügung. Die Insektensammlung beinhaltet die ältesten an Exemplaren überprüfbaren Nachweise von Wildbienen in Hamburg. Bislang wurde die Sammlung nur teilweise digital aufgenommen und publiziert.

    Darüber hinaus wurde im Zuge einer Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Centrums für Naturkunde eine wildbienenfreundliche Bepflanzung umgesetzt und von der Deutschen Wildtier Stiftung finanziell unterstützt.

  • DEUTSCHER GOLF VERBAND E.V.

    Im Rahmen vom Qualitätszertifikat „GOLF&NATUR“ hat der Deutsche Golf Verband e.V. im Großraum Hamburg ein Referenzprojekt zum Wildbienenschutz mit uns initiiert. Das Qualitätsmanagement „GOLF & NATUR“ zielt darauf ab, optimale Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz von Natur zu verbinden sowie eine umweltgerechte und wirtschaftliche Zukunft der Golfanlagen sicher zu stellen.

    Im Rahmen eines Referenzprojekts haben 14 Golfanlagen, die im Rahmen von „GOLF & NATUR“ vorwiegend mit dem Gold-Standard zertifiziert sind, Schutzmaßnahmen für Wildbienen umgesetzt. Teilgenommen an dem Projekt haben folgende Golfanlagen: Golfclub Hamburg Ahrensburg e.V., Golfanlage Gut Wulfsmühle GmbH, Hamburger Golfclub Falkenstein e.V., Golfclub An der Pinnau e.V., Golfclub St. Dionys e.V., Golfclub Hamburg Holm e.V., Golf Resort Adendorf, Golfclub Escheburg e.V., Golfclub Großensee e. V., Golf & Country Club Brunstorf, Golfclub Hamburg Wendlohe e.V., Golfclub Hamburg-Walddörfer e.V., Golfclub Lohersand e.V., Hamburger Land– und Golfclub Hittfeld e.V..

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    Im Auftrag des Deutschen Golf Verbandes e.V. haben wir im Jahr 2017 drei ausgewählte Golfanlagen hinsichtlich der Wildbienenfauna untersucht. Ziel der Untersuchung war es, zunächst eine generelle Bestandsaufnahme der Wildbienenpopulationen zu ermitteln sowie Maßnahmen zu entwickeln, um Golfplätze attraktiver als Lebensraum für Wildbienen zu gestalten, ohne den Golfbetrieb zu stören. Denn – was viele Menschen nicht wissen - Golfplätze bestehen zu ca. 40 - 60 % aus extensiv genutzten Flächen (z.B. Teichen, Wiesen, Feldhecken, Gehölze, Fließgewässer, Magerrasen) Diese auch „Hardrough“ genannte Flächen haben ein großes Potenzial zur Förderung der Biodiversität.

    Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass Golfplätze bei einer entsprechenden Gestaltung und Pflege große Chancen zur Förderung und zum Schutz gefährdeter Wildbienen- und Wespenarten bieten. Den Abschlussbereicht können Sie hier herunterladen.

  • EVANGELISCHE STIFTUNG ALSTERDORF

    Zusammen mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf haben wir 2016 eine ungenutzte Fläche inmitten des Hamburger Stadtteils Alsterdorf in ein Wildbienenparadies verwandelt. Die Fläche umfasst ca. 1.000 Quadratmeter und blüht seitdem sehr vielfältig und bunt. 2017 wurde zudem der gesamte Parkplatzbereich zum Blühen gebracht.

  • HAGENBECKS TIERPARK

    Der Tierpark Hagenbeck bietet inmitten von Hamburg vielfältige Strukturen und vielen Wildbienenarten einen Lebensraum. Auch die benachbarten Kleingartenanlagen tragen dazu bei. Seit geraumer Zeit engagiert sich der Tierpark Hagenbeck aktiv für den Insektenschutz im Park. Hierzu zählen das Aufstellen und Anlegen von Wildbienennisthilfen, Totholz, Waldameisenvölker, Teichen mit Uferzonen als Lebensraum von verschiedensten Insektenlarven, Neupflanzung von Obstbäumen und verschiedenen Wildstauden.

    Zusammen mit Hagenbecks Tierpark hat die Deutsche Wildtier Stiftung das vielfältige Informationsangebot durch einen umfangreichen Wildbienenrundgang erweitert. Kaum jemand bekommt bei einem Spaziergang durch den Tierpark mit, dass hier viele Wildbienen ein Zuhause finden. Und deren Lebensweise ist genauso spannend, wie die der großen exotischen Tiere. An sechs unterschiedlichen Stationen wird seit 2017 die spannende Lebensweise der Wildbienen erläutert und Maßnahmen zu deren Förderung beschrieben.

  • HAMBURG AIRPORT

    Der Flughafen unterstützt das Projekt seit 2015. Zusammen schaffen wir mehr Lebensräume für Wildbienen auf dem Airportgelände. Was kaum einer weiß: Viele Bereiche eines Flughafens sind ein idealer Lebensraum für Wildbienen. Rund 230 Hektar des Geländes sind blütenreiche Flughafenwiesen. Am Rand befinden sich zahlreiche Blühgehölze und sogar ein kleiner See. Zusammenhängende Flächen dieser Qualität und vor allem in dieser Größe gibt es sonst in Hamburg nur sehr selten. An unterschiedlichen Stellen wurden 2016 /2017 Wildblumenmischungen gesät, kleinräumige Rohboden-Bereiche angelegt und standortgerechte Gehölze gepflanzt. Wildbienen finden dort zum einen Nahrung, zum anderen Brutplätze. Jährlich folgen weitere Flächen.

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    Im öffentlichen Bereich des Flughafens wurden 2016 die Grünbereiche rund um und auf den Parkflächen und Straßen durch z. B. Pflanzkübel oder Begleitgrün für Wildbienen und andere Insekten aufgewertet. An zwei großen Nisthilfen können sich Interessierte über die Lebensweise von Wildbienen informieren und gleichzeitig viele Wildbienen bei ihren Sammelflügen beobachten.

  • HAMBURGER IMKERVERBAND E.V.

    Im Imkerverband Hamburg sind derzeit mehr als 900 Mitglieder mit mehr als 4.500 Bienenvölkern organisiert. Zusammen setzen wir uns für Lebensräume für Wildbienen und andere bestäubende Insekten ein. Erst die Vielfalt aus Honig- und Wildbienen ermöglicht optimale Bestäubungsleistung. Eine optimale Bestäubung steigert nicht nur landwirtschaftliche Erträge, sondern sie erhält unsere Kulturlandschaft sowie zahlreiche Ökosystemdienstleistungen, die der Bestäubung nachgelagert sind.

    Zusammen werden wir auch politisch aktiv und versuchen in Hamburg mehr Blühflächen auszubringen, die nicht nur auf die Bedürfnisse der Honigbiene, sondern auch auf die speziellen Bedürfnisse zahlreicher Wildbienen ausgelegt sind. Wir informieren in Fachseminaren über Maßnahmen zum Schutz von Wild- und Honigbienen und versuchen einen Schaugarten im Zentrum von Hamburg zu etablieren, der über die Lebensweise von Wild- und Honigbienen informiert. Die Zusammenfassung unseres 1. Hamburgger Bienenforums können Sie hier nachlesen.

  • LANDESBUND DER GARTENFREUNDE E.V.

    Wenn es um den Schutz von Wildbienen geht, sind vor allem Kleingartenanlagen von besonderer Bedeutung. In Großstädten können sie vielen Wildbienen einen Lebensraum bieten, sofern sie denn reichhaltig gegliedert sind und viele unterschiedliche Strukturelemente sowie einheimische Blühpflanzen beherbergen. Allein in Hamburg nehmen die Kleingartenvereine eine Fläche von über 1.400 Hektar ein. Zusammen mit dem Landesbund der Gartenfreunde e.V. möchte die Deutsche Wildtier Stiftung das Wissen um die Wildbienen und ihre ökologische Bedeutung unter Kleingärtnern erhöhen.

  • OHLSDORFER FRIEDHOF

    Gemeinsam mit dem Ohlsdorfer Friedhof haben wir bereits eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, um das Gelände für Wildbienen attraktiv zu gestalten. Dazu gehört neben der Entwicklung angepasster regionaler Wildblumenmischungen auch die Förderung und Anlage von wertvollen Totholzstrukturen, offensandigen Rohboden- und Magerstandorten, Abbruchkanten, Steilwänden, Böschungen.

    MITTELALLEE

    2017 haben wir auf ca. 5.000 Quadratmeter Saatgut ausgebracht. Wir hoffen, dass sich die Wildblumenfläche gut entwickeln wird und damit das Nahrungsangebot der strukturreichen Gehölzsäume ergänzt. Zusätzlich wurden Nisthabitate angelegt.

    ROSENGARTEN

    Im Rosengarten wurde zusammen mit jungen Erwachsenen, die auf dem Ohlsdorfer Friedhof ein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ leisten eine zusätzliche Station auf dem Naturlehrpfad erarbeitet. Hier können sich Besucher über die Lebensweise von Wildbienen informieren und gleichzeitig viele Wildbienen bei ihren Sammelflügen an einer kleinen Wildblumenwiese beobachten. Die Fläche wurde 2015 angelegt und blüht seitdem sehr abwechslungsreich.

    LÄRCHENALLEE

    2016 wurden an der Lärchenallee auf knapp 1.000 Meter Länge an beiden Straßenrändern Wildblumenstreifen ausgebracht. Obwohl wir hier mit einem starken Durchwuchs von Sauerampfer sowie vielen hungrigen Graugänsen zu kämpfen hatten, finden Wildbienen und andere Insekten hier auf ca. 4.000 Quadratmeter ein abwechslungsreiches Nahrungsangebot.

    KAPELLE 11

    Im Nordosten des Friedhofs, gegenüber von Kapelle 11, haben wir im März 2016 zusammen mit den Friedhofsgärtnereien auf ca. 1.500 Quadratmeter eine reich blühende Wildblumenwiese angelegt.

  • OTTO GROUP

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    Bereits 2014 hat die OTTO Group auf ihrem Betriebsgelände angefangen Wildblumenwiesen anzulegen. Von den insgesamt 58.000 Quadratmetern Grünfläche, wurden bis heute bereits 3.000 Quadratmeter zu Wildblumenwiesen umgewandelt. Die Saatmischung ist regional zertifiziert. Dadurch bleibt die regionale Flora erhalten.

    Im Jahr 2018 haben wir gemeinsam mit OTTO ein ein nagelneues Wildbienenhotel gebaut und für die Mitarbeiter Informationsveranstaltungen rund um das Thema Wildbienen durchgeführt. Mit rund 1000 Zimmern bietet das neue Wildbienenhotel rund 25% der Wildbienenarten einen geeigneten Nistplatz.

    Mehr dazu erfahren Sie auch im Nachhaltigkeits-Blog der OTTO Group.

  • PLANTEN UN BLOMEN

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    Zwischen Congress Centrum und Millerntor, mitten im grünen Herzen Hamburgs, bietet der Park „Planten un Blomen“ auf über 47 Hektar vielen Wildbienenarten einen wertvollen Lebensraum. Dass Parkbesucher achtlos an den Wildbienen vorbeigehen, wollen wir ändern. Aus diesem Grund haben wir neben dem Apothekergarten ein „5-Sterne Hotel“ für einige Wildbienenarten eröffnet. Das „Hotel Wildbiene“ hat 59 Stockwerke mit 2970 „Zimmern“ und eine Höhe von 2, 20 Metern. Der Apothekergarten mit vielen Heil- und Gewürzpflanzen liegt quasi vor der Haustür und liefert hervorragenden Pollen und Nektar. Wir wollen mit der außergewöhnlichen Nisthilfe, die optisch ein Magnet für Besucher sein soll, vor allem das Interesse an den seltenen Insekten wecken und so Lust auf mehr Information über einen Wildbienenschutz „für jedermann“ machen. Im nächsten Jahr, so hoffen wir, wimmelt es in „Planten un Blomen“ dann nur so von Wildbienen.

  • STIFTUNG AUSGLEICH ALTENWERDER

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    Durch Maßnahmen im Zuge des Hafenausbaus wurden im Hamburger Stadtteil Altenwerder wertvolle Biotope zerstört. Die Stiftung Ausgleich Altenwerder hat das Ziel, diese Verluste auszugleichen. Zusammen mit ihr werten wir im Osten Wilhelmsburgs seit 2016 ehemalige landwirtschaftliche Flächen auf und stellen der Stiftung regionales Wildblumensaatgut zur Verfügung. In den nächsten Jahren werden wir insgesamt 90.000 Quadratmeter ehemalige Ackerflächen in artenreiches Grünland verwandeln. Dabei wird die Saatenmischung an die jeweiligen Bodenverhältnisse angepasst. Die Anlage, Pflege und weitere Entwicklung der Fläche wird von der Stiftung Ausgleich Altenwerder durchgeführt.

  • STIFTUNG WASSERKUNST ELBINSEL KALTEHOFE

    Die Elbinsel hat mit rund 250 Pflanzenarten eine vielfältige Naturlandschaft zu bieten. Die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe befindet sich südöstlich der City im Stadtteil Rothenburgsort und kann sowohl von der A1 als auch von der A24 und A25 erreicht werden. Zusammen mit der Stiftung wurden 2016 Blühflächen angelegt sowie Informationstafeln aufgestellt.

  • ZOOLOGISCHES INSTITUT DER UNIVERSITÄT HAMBURG

    Das Zoologische Institut der Universität Hamburg hilft uns tatkräftig bei der Erstellung der Roten Liste. Im Rahmen jährlicher Planungstreffen werden die Ergebnisse der Erfassungen diskutiert sowie die Untersuchungsflächen für die nächste Saison festgelegt. Weiterhin werden studentische Abschlussarbeiten in die Erstellung der Roten Liste einbezogen. Aber auch bei den jährlichen Erfassungsarbeiten werden wir direkt von Mitarbeitern des Zoologischen Instituts der Universität Hamburg unterstützt.

Unsere Förderer

Wir danken folgenden Unternehmen und Institutionen für die großzügige Förderung unseres Wildbienen-Projektes:

Unsere Förderer

München

Neues Projekt in München gestartet

Auch in der drittgrößten Stadt Deutschlands ist die Deutsche Wildtier Stiftung seit 2018 aktiv! Dank der Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds! Zusammen mit unseren Partnern schaffen wir möglichst strukturreiche Lebensräume!

Projektsteckbrief

Projektregion: München
Laufzeit: 2018 – 2021
Artenreiche Wildblumenwiesen schaffen und erhalten!
Nistangebote verbessern!
Öffentlichkeit informieren!

Zusammen mit unseren Projektpartnern schaffen wir ähnlich nach dem Vorbild des Hamburger Projektes strukturreiche Lebensräume. Unter anderem werden heimische Wildblumenflächen angesät, alte Baumstämme ausgebracht, Sand- und Steinhaufen angelegt sowie Abbruchkanten und offene Bodenstellen als Nistmöglichkeiten gestaltet. Wo schon eine wertvolle Vegetation vorherrscht erhalten wir die Flächen durch eine angepasste Pflege. Gleichzeitig werden die Maßnahmen von uns wissenschaftlich begleitet und auf Ihren Erfolg hin überprüft. Wir möchten aber auch ein Bewusstsein für die Probleme und Gefährdung der Wildbienen schaffen. Wir möchten Ihnen einen Einblick in die faszinierende Formenvielfalt und die interessanten Verhaltensweisen und Überlebensstrategien der Wildbienen geben. Denn nur gemeinsam können wir dem Insektensterben entgegentreten. Sei es auf dem Balkon oder im Garten!

Im Rahmen des Projektes bieten wir regelmäßige Informationsveranstaltungen rund um das Thema Wildbienen an. Wir erklären Bürgern, Kleingartenvereinen oder Schulen, wie sie mit einfachen Mitteln zum Schutz der Wildbienen und vieler anderer Insekten beitragen können. Die Termine finden Sie hier.

Unsere Partner und Förderer

  • logo-bayerischer-naturschutzfond

KONTAKT

Sie haben Fragen, Wünsche oder Interesse an einer Kooperation? Für Ihre Anfragen steht Ihnen unsere Ansprechpartnerin Kristin Böhm zur Verfügung.
E-Mail: K.Boehm@DeWiSt.de
Telefon: 089 8170 145

UNSERE PROJEKTPARTNER

Vielen Dank an unsere Partner, die sich in München für die Wildbienen einsetzen!

  • Baureferat Gartenbau

    Das Baureferat Gartenbau der Landeshauptstadt München ist als Träger zahlreicher öffentlicher Flächen einer der wichtigsten Flächenpartner des Projektes. Es wurden bereits vier Maßnahmenflächen identifiziert, die im Laufe des Projektes gestaltet werden. Die identifizierten innerstädtischen Freiflächen unterscheiden sich hinsichtlich der Nutzung, der Lage, der umgebenen Strukturen und sind durch unterschiedlichste innerstädtische Belastungen gekennzeichnet. Sie liegen direkt am Straßenrand, im geschützten Bereich einer Parkanlage, innerhalb eines Wohngebietes sowie umgeben von ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen. Einige sind mit Grünflächen vernetzt, andere liegen isoliert. Sie variieren in ihrer Flächengröße als auch ihrer Nutzung.

  • Städtische Friedhöfe München

    Die innerstädtischen Friedhofsflächen zeichnen sich durch großflächige blütenreiche Wiesen aus. Die Maßnahmen konzentrieren sich vorrangig auf eine Bestandserhebung der Wildbienenarten. Eine erste kleine Stichprobe der Wildbienenarten, die 2014 von den Städtischen Friedhöfen München durchgeführt wurde, lässt seltene Arten erwarten.

  • Zoologische Staatssammlung München (ZSM)

    Die Zoologische Staatssammlung München (ZSM) ist für eine erfolgreiche wissenschaftliche Begleitung des Projektes ein wichtiger Projektpartner. Die ZSM ist eine der größten naturkundlichen Forschungssammlungen der Welt. Als erste Maßnahme wird auf dem Gelände der ZSM eine Blühfläche aus autochthonem Saatgut angelegt.

  • Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

    Das Schloss Nymphenburg und der Englische Garten, mit 375 Hektar einer der weltweit größten innerstädtischen Parks, ziehen jedes Jahr hunderttausende Besucher an. Allein wegen der öffentlichen Wahrnehmung sind dies wichtige Partner für ein erfolgreiches Schutzprojekt für Wildbienen. Neben aktiven Schutzmaßnahmen ist vor allem die positive öffentliche Wahrnehmung wichtig, um die Thematik der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

  • Tierpark Hellabrunn

    Der Tierpark Hellabrunn setzt sich für den Erhalt der Biodiversität ein. Mit über 2 Millionen Besuchern jährlich und dank des engen Kontakts zwischen Tier, Natur und Mensch bietet sich die einzigartige Möglichkeit, Menschen für die biologische Vielfalt zu begeistern und für Umwelt-, Natur- und Artenschutz zu sensibilisieren. Im Tierpark Hellabrunn werden ab 2018 überwiegend Informations- und Bildungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehören u.a. regelmäßige Vorträge im Artenschutzzentrum, die Auslage von Informationsmaterialien, ehrenamtliche Artenschutzbotschafter, die u.a. über Wildbienen und deren Lebensweise informieren sowie Aktionstage über Wildbienen.

  • Bayerische Golfverband e.V.

    Golfanlagen besitzen große unbespielte Flächen – das sogenannte Rough. Diese Flächen haben ein großes Potential, um für bestäubende Insekten aufgewertet zu werden. Im Rahmen des Qualitätsmanagements „Golf&Natur“ des Deutschen Golfverbandes e.V. können sich Golfanlagen zertifizieren lassen, wenn sie bestimmte Naturschutzmaßnahmen umsetzen. Das Wildbienenschutzprojekt wird ein Baustein im Rahmen des Qualitätsmanagements. 10 Golfanlagen im Großraum München, die sich bereits im Qualitätsmanagement „Golf&Natur“ engagieren und zertifiziert sind, nehmen an dem Projekt teil und legen auf geeigneten Flächen Wildblumenwiesen aus autochthonem Saatgut sowie natürliche Niststrukturen an. Bedingung: die Flächen müssen eine Mindestgröße von 500 m² aufweisen.

  • Kleingartenverband e.V.

    Kleingartenanlagen sind bei dem urbanen Schutz von Wildbienen von besonderer Bedeutung. In Großstädten können sie zahlreichen Wildbienenarten einen Lebensraum bieten, sofern sie denn reichhaltig gegliedert sind und viele unterschiedliche Strukturelemente sowie einheimische Blühpflanzen beherbergen. Der Kleingartenverband München e.V. stellt zunächst zwei Kleingartenanlagen (NO 060 in der Freisinger Landstraße sowie NW 088 in der Grohmannstraße 60) für das Projekt zur Verfügung. Weiterhin werden über die Fachzeitschrift und in den zweimonatigen Rundschreiben Informationen über das Projekt, Wildbienen und Maßnahmen zur Förderung im eigenen Kleingarten gestreut.

  • Landesverband für Wald- und Naturkindergärten in Bayern e.V.

    In unmittelbarer Begegnung mit der Natur fördern Wald- und Naturkindergärten auf einzigartige, nachhaltige Weise die Entwicklung von Kindern. Nur das was wir kennen, werden wir auch schützen. Indem Menschen schon früh für die Schönheit und Einzigartigkeit der heimischen Fauna begeistert werden, kann der Naturentfremdung – vor allem bei Kindern und Jugendlichen – entgegengewirkt werden. Zusammen mit dem Landesverband für Wald- und Naturkindergärten in Bayern e.V. und 10 teilnehmenden Natur- und Waldkindergärten im Großraum München werden u.a. Umweltbildungsmaßnahmen und Aktionstage umgesetzt.

Nahaufname einer Wildbiene

Wildbienen

Wildbienen sind wichtige Bestäuber und leisten einen enormen ökologischen und ökonomischen Beitrag für Mensch und Natur.

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blauer Schmetterling

Schmetterlinge

Der Schmetterling gehört wie Badetage und Hitzewellen zum Hochsommer. In Deutschland leben über 3.700 Arten, die meisten sind Nachtfalter.

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