Wildbienen - hochbedroht und unverzichtbar

Hilfe für die wichtigen Bestäuber

Wildbiene

Schließen Sie Ihre Augen und erinnern Sie sich an das friedliche Summen einer wilden Biene, die auf einer Sommerwiese Duftblüte für Duftblüte anfliegt. Hören Sie ihren emsigen Flügelschlag? Riechen Sie den süßen Blumenduft? Ein schöner Traum! Leider wird er in der Realität immer unwahrscheinlicher. Wildbienen sind bei uns in Deutschland hochbedroht. Ihr Lebensraum wird knapp. Sie sterben, weil es kaum noch Nahrung und Nistplätze gibt.

Unser Wildbienen-Projekt

Ursache für den Rückgang der Wildbienen ist der Mensch. In den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Landschaften extrem verändert. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft führen die zunehmende Bebauung von Flächen (beispielsweise zur Beschaffung von Wohnraum) sowie die Bodenversiegelung (beispielsweise für den Bau von Parkplätzen) zu einem Verlust wildbienenfreundlicher Lebensräume. Die fleißigen Pelzträgerinnen ziehen nicht überall ein! So nistet die „Zweifarbige Schneckenhausbiene“ ausschließlich in leerstehenden Schneckenhäusern. Ihre Verwandte, die „Rote Mauerbiene“, braucht dagegen Mauerritzen oder Hohlstängel, um sich dort einzurichten.
Wo finden die wilden Bienen diese Orte noch? Unsere Gärten und Parks sind aufgeräumt und werden mit pflegeleichten immergrünen Sträuchern bestückt. Erdböden werden betoniert. Es wird immer enger. Ein dramatischer Bestandsrückgang ist die Folge!

Achtung! Von den in der Roten Liste (Stand 2011) erfassten Bienenarten sind bereits 52,2 % in Ihrem Bestand gefährdet.
Davon sind:

Bedrohungsstatus der Wildbienenarten

So können Unternehmen und Privatpersonen Wildbienen helfen

Wir müssen den seltenen Wildbienen helfen. Dafür haben wir im Jahr 2015 ein großes Wildbienen-Schutzprojekt gestartet. Unser Ziel: Zusammen mit kompetenten Partnern legen wir so viele wildbienenfreundliche Flächen wie möglich an. Der erste Ort, an dem wir neuen Lebensraum schaffen, ist Hamburg. Von hier aus sollen in den nächsten Jahren bundesweit Projekte gestartet werden. Unterstützen Sie uns dabei! Wer unsere Partner sind und was wir bisher gemeinsam erreicht haben, berichten wir auch auf dieser Seite.

Aber auch Privatpersonen sind herzlich eingeladen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten Blühflächen für Wildbienen in ihren Gärten oder auf ihren Balkonen zu schaffen! Zu diesem Zweck bietet die Deutsche Wildtier Stiftung allen Interessierten spezielle Pflanzensamenmischungen an, die ganz unkompliziert im Frühjahr ausgesät werden können.

Warum brauchen wir Unterstützer?

  • Je mehr Menschen mitmachen, einen blühenden, duftenden Kosmos für Wildbienen zu gestalten, desto größer und dichter wird das Netz zusammenhängender Grünflächen, in denen die Pelzträgerinnen sich geschützt tummeln können.
  • Je mehr Lebensraum Wildbienen bekommen, desto mehr nehmen wir sie in unserem Alltag wieder wahr! Schon bei Frühjahrsanfang krabbeln die ersten Hummeln, die zu den Wildbienen gehören, aus ihren Nestern. Was man sieht und kennt, kann man viel besser beschützen.
  • Die Deutsche Wildtier Stiftung möchte auch Kinder und Jugendliche auf die Probleme der Wildbienen aufmerksam machen und sie für die Natur sensibilisieren.

Was brauchen Wildbienen?

Wildbienen haben sehr spezielle Anforderungen an ihren Lebensraum. Nur wer genau hinschaut und hinhört, findet sie noch! Zum Beispiel an sonnigen Wald- und Feldrändern, auf Löwenzahn- und Weißklee-Wiesen, in trockenen Kies- und Lehmgruben, an Trockenmauern und Gewässerrändern, in Straßenböschungen und in allen Gärten, die noch eine große Strukturvielfalt aufzeigen. Im Gegensatz zur Honigbiene ist knapp die Hälfte der Wildbienen Mitteleuropas auf die Pollen ganz bestimmter Pflanzenfamilien oder -gattungen angewiesen. Auch bei der Nistplatzwahl sind Wildbienen wählerisch. Es gibt Wildbienenarten der Mauerbienen, die ausschließlich in leeren Schneckenhäusern nisten. Andere, wie die Mohn-Mauerbiene, kleiden ihre Brutröhren nur mit Mohnblüten aus. Individualität ist eben angesagt! Aber auch andere Strukturen wie Steilwände oder markhaltige Stängel sind wichtige Nisthabitate. Der überwiegende Teil der Wildbienen nistet im Erdboden. Für Bienen ist es wichtig, dass vor allem großflächige offene Bereiche aufgewertet werden. Flächen, die zu kleinflächig sind, werden im Sommer meist beschattet und sind damit weniger gut als Habitat geeignet.

Deswegen schaffen wir innerhalb des Projektes gezielt Lebensräume. Einerseits durch die Förderung des ganzjährigen Blühangebotes und anderseits durch die Bereitstellung geeigneter Nisthabitate.

Nahrungsangebote schaffen

Wildbienen müssen große Pollenmengen sammeln, die sie für ihren Nachwuchs bunkern, damit dieser ausreichend Nahrung zum Wachstum erhält. Das Blütenangebot zum Pollen sammeln ist jedoch begrenzt. Deshalb wird im Rahmen des Schutz-Projektes der Deutschen Wildtier Stiftung das Angebot an Nahrung für wilde Bienen vergrößert. Dafür verhandeln wir beispielsweise mit der Landwirtschaft, damit Agrarbetriebe ihre Flächen nicht restlos abmähen, sondern Blühstreifen stehenbleiben können. Und wir pflanzen an geeigneten Orten und zusammen mit unseren Partnern heimische Pflanzen aus den Familien der Kreuzblütler, Korbblütler, Doldenblütler, Schmetterlingsblütler, Lippenblütler und Glockenblumengewächse an. Das kann übrigens jeder tun! Wie Sie selbst Nahrungsangebote schaffen, erfahren Sie hier bei uns!

Nistmöglichkeiten schaffen

Pflanzen für mehr Nahrung bereit zu stellen, reicht allein noch nicht. Wildbienen stellen unterschiedliche Ansprüche an ihre Nistplätze. Sie brauchen keine Königreiche, winzige Schlupflöcher reichen ihnen völlig aus! Manche Arten nisten im Boden, andere überirdisch. Deswegen werden an vielen Orten Hamburgs Nistplätze angelegt.

Wissenschaftliche Begleitung des Projektes

Zusätzlich wird unser Projekt durch den Berliner Wildbienen-Experten Dr. Christian Schmid-Egger begleitet. Mit ihm zusammen beobachten und kontrollieren wir genau, wie unsere Schutzmaßnahmen greifen und halten dies in Monitoringberichten fest.

Wie läuft die Erfassung der Wildbienen ab?

Unsere Projektflächen werden jeweils zwischen April und September in regelmäßigen Abständen untersucht. Die Flächen müssen so häufig überprüft werden, da viele solitäre Wildbienen arttypische Flugzeiten von nur wenigen Wochen haben. Das heißt, dass wir im Frühjahr andere Arten vorfinden als im Spätsommer. Da Wildbienen nur an trockenen und warmen Tagen aktiv sind, müssen die Begehungen von unseren Experten immer sehr kurzfristig geplant und durchgeführt werden.

Erste Rote Liste für Hamburger Wildbienen

Mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in Hamburg haben wir vereinbart, die allererste Rote Liste der Wildbienen in Hamburg zu erarbeiten. Im Frühjahr 2016 starteten wir mit diesem Projekt!

Warum ist eine Rote Liste wichtig?

Wildbienen sind eine wichtige Zeiger- und Zielgruppe. Wenn ihr Summen verstummt, gibt es erst keine Bestäubung und dann keine Pflanzen mehr. Wird ihr Vorkommen erfasst und dokumentiert, können bei landschaftsökologischen Bewertungen, Eingriffsplanungen und Naturschutz-Fragen die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Kontakt

Sie haben Fragen, Wünsche oder Interesse an einer Kooperation? Für Ihre Anfragen steht Ihnen unser Ansprechpartner Manuel Pützstück zur Verfügung.

E-Mail: m.puetzstueck@dewist.de
Telefon: 040 970 7869-0

Das sind unsere Partner im Wildbienenschutz

Ohlsdorfer Friedhof

Ausgangssituation

Die Bienen- und Wespenfauna am Ohlsdorfer Friedhof ist mit aktuell 37 nachgewiesenen Bienenarten und 51 Wespenarten als „leicht verarmt“ einzustufen. Der Grund liegt vor allem im Fehlen großflächig offener Bereiche mit einem geeigneten Nist- und Nahrungsangebot für Wildbienen und Wespen. Grundsätzlich ist für eine Biotopentwicklung auf dem Ohlsdorfer Friedhof zu beachten: Der Ohlsdorfer Friedhof ist von seinem wesentlichen Charakter her eine Park- bzw. lichte Waldlandschaft. Dieser Aspekt sollte erhalten werden. Wildbienen und Wespen sind in solchen Biotoptypen generell nicht sehr artenreich. Die offenen Bereiche können jedoch sehr wohl für eine Entwicklung hin zu strukturreichen und artenreicheren Wildbienenlebensräumen genutzt werden.

MASSNAHMEN

Gemeinsam mit dem Ohlsdorfer Friedhof haben wir bereits eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt, um das Gelände für Wildbienen attraktiv zu gestalten. An allen Maßnahmenflächen finden die Besucher zusätzliche Informationen.

FÖRDERUNG VON BLÜHENDEN PFLANZEN

Auf den ersten Blick wirkt der Ohlsdorfer Friedhof sehr blütenarm, da der Rhododendron von Wildbienen kaum genutzt werden kann. Wir haben unser selbstentwickeltes regionales Pflanzensaatgut auf Blühflächen von insgesamt 13.000 m² ausgesät.

FÖRDERUNG UND ENTWICKLUNG GEEIGNETER NISTHABITATE

Als weiterer Maßnahmen-Schwerpunkt ist die Förderung und Entwicklung geeigneter Nisthabitate hervorzuheben (wertvolle Totholzstrukturen, offensandige Rohboden- und Magerstandorte, Abbruchkanten, Steilwände, Böschungen).

  • Nisthabitate in der Nähe der Blühflächen
  • Anlegen von Sandhaufen
  • Vegetationsfreie Flächen
  • Ausbringen alter Baumstämme mit Bohrlöchern

LÄRMSCHUTZWALL

Auf dem Betriebshof des Friedhofes haben wir an einem großen Lärmschutzwall auf einer Länge von 10 m Steilwände geschaffen, die als ideale Nisthabitate für in Steilwänden nistende Wildbienenarten dienen.

Steilwand im Lärmschutzwall des Ohlsdorfer Friedhofes als Nisthilfe für Wildbienen

MITTELALLEE

Auf dieser Fläche befindet sich ca. 5.000 m² wertvoller Wildbienenlebensraum, der durch strukturreiche Gehölzsäume vor allem im Frühjahr ausreichend Nahrung bietet. Zusätzlich wurde das Saatgut auf Teilen der Fläche ausgebracht.
Ein Teil der Fläche wird sehr naturnah erhalten. Durch eine Umstellung der Mahd wird auf natürliche Weise der Blütenreichtum der Fläche gefördert. Als Nistmöglichkeiten wurden Sandhaufen, Lesesteinhaufen sowie Totholz ausgebracht, die schon nach kurzer Zeit von vielen Wildbienenarten angenommen wurden. Die Teilnehmer des „Freiwilligen ökologischen Jahres“ des Ohlsdorfer Friedhofs übernehmen innerhalb des Projektes die Pflege der Maßnahmenfläche.

ROSENGARTEN

Im Rosengarten des Ohlsdorfer Friedhofes wurde eine zusätzliche Station auf dem Naturlehrpfad erarbeitet. Hier können sich Interessierte über die Lebensweise von Wildbienen an einer Informationstafel schlau machen und gleichzeitig viele Wildbienen bei ihren Sammelflügen an einer kleinen Wildblumenwiese beobachten. Die Fläche wurde 2015 mit dem Saatgut der Deutschen Wildtier Stiftung angelegt und blüht bereits im ersten Jahr sehr abwechslungsreich.

LÄRCHENALLEE

Im Südosten wurden 2016 an der breiten Lärchenallee auf dem Friedhof Ohlsdorf auf knapp 1.000 m Länge an beiden Straßenrändern Blühstreifen ausgebracht. Kurz nach der Ansaat hatten wir hier mit einem starken Durchwuchs von Sauerampfer sowie vielen hungrigen Graugänsen zu kämpfen. Durch mehrmalige Pflegeschnitte sind wir trotzdem sehr zuversichtlich, dass hier im nächsten Jahr auf einer Fläche von ca. 4.000 m² viele Wildbienen ein reichliches Nahrungsangebot vorfinden.

KAPELLE 11

Im Nordosten des Friedhofs, gegenüber von Kapelle 11 haben wir im März 2016 zusammen mit den Friedhofsgärtnereien auf ca. 1.500 m² das Wildbienensaatgut ausgebracht. Das Saatgut entwickelt sich bis jetzt sehr gut und wir hoffen, dass 2017 hier eine reich blühende Wildblumenwiese entsteht.

HAMBURG AIRPORT

Ausgangssituation

Der Flughafen unterstützt als Projektpartner seit 2015 die Deutsche Wildtier Stiftung. Zusammen schaffen wir mehr Lebensräume für Wildbienen auf dem Airportgelände. Was kaum einer weiß: Der Flughafen ist ein idealer Lebensraum für Wildbienen. Rund 230 Hektar des Geländes sind blütenreiche Flughafenwiesen. Randlich davon befinden sich Gehölze und sogar ein kleiner See. Zusammenhängende Flächen dieser Qualität und vor allem in dieser Größe gibt es sonst in Hamburg nur sehr selten. Innerhalb der nächsten Jahre werden auf ausgewählten Flächen innerhalb und außerhalb des Flughafenzauns zusätzliche Blühflächen und Niststrukturen auf ca. 15.000 m² geschaffen.

Wildbienenmonitoring am Airport Hamburg

SICHERHEITSBEREICH

2016 wurden zwischen dem Flughafenzaun und der Umlaufstraße im Sicherheitsbereich erste Wildblumenmischungen gesät, kleinräumige Rohboden-Bereiche angelegt und standortgerechte Gehölze gepflanzt. Wildbienen finden dort zum einen Nahrung, zum anderen Brutplätze.

ÖFFENTLICHER BEREICH

Im öffentlichen Bereich des Flughafens wurden 2016 die Grünbereiche rund um und auf den Parkflächen und Straßen durch z. B. Pflanzkübel oder Begleitgrün für Wildbienen und andere Insekten aufgewertet. Auch für Flächen im Naturschutzgebiet Wittmoor im Nordosten Hamburgs, wo der Flughafen Ausgleichsflächen besitzt, wird überlegt, wie die Bedingungen für Wildbienen optimiert und realisiert werden können.

Dies sind nur die ersten Maßnahmen des Hamburger Flughafens zum Wildbienenschutz. Weitere sollen folgen.

STIFTUNG AUSGLEICH ALTENWERDER

Ausgangssituation

Durch Baumaßnahmen wurden in Altenwerder wertvolle Biotope zerstört. Die „Stiftung Ausgleich Altenwerder“ hat das Ziel, diese Verluste auszugleichen.

MASSNAHMEN

Zusammen mit der Stiftung Ausgleich Altenwerder haben wir 2016 eine ehemalige landwirtschaftliche Fläche mit Wildblumensaatgut der Deutschen Wildtier Stiftung aufgewertet. Die Fläche liegt im Osten Wilhelmsburgs, östlich der A1. Vorher wurde hier auf ca. 5.000 m² Raps angebaut.
Hier musste die Saatenmischung an die dortigen Bodenverhältnisse angepasst werden. Die Pflege und weitere Entwicklung der Fläche wird von der Stiftung Ausgleich Altenwerder durchgeführt.

STIFTUNG WASSERKUNST ELBINSEL KALTEHOFE

Ausgangssituation

Die Elbinsel hat mit rund 250 Pflanzenarten eine vielfältige Naturlandschaft zu bieten. Die Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe befindet sich südöstlich der City im Stadtteil Rothenburgsort und kann sowohl von der A1 als auch von der A24 und A25 erreicht werden.

MASSNAHMEN

Zusammen mit der Stiftung wurden 2016 Blühflächen angelegt sowie Informationstafeln aufgestellt.

EVANGELISCHE STIFTUNG ALSTERDORF

Zusammen mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf haben wir 2016 eine ungenutzte Fläche inmitten des Hamburger Stadtteils Alsterdorf in ein Wildbienenparadies verwandelt. Die Fläche umfasst ca. 1.000 m² und blühte schon nach wenigen Monaten nach der Aussaat sehr bunt. In den kommenden Jahren werden viele weitere Flächen in Alsterdorf hinzukommen. 2017 werden wir den gesamten Parkplatzbereich zusammen gestalten.

BOTANISCHER SONDERGARTEN HAMBURG

Ausgangssituation

Der Botanische Sondergarten Wandsbek umfasst über 1.000 verschiedene Pflanzenarten und bietet vielen Wildbienen einen reich gedeckten Tisch. Der Eintritt ist frei und der Garten ist ganzjährig tagsüber geöffnet.

MASSNAHMEN

Zusammen mit dem Botanischen Sondergarten hat die Deutsche Wildtier Stiftung eine kleine Wildblumenwiese angelegt sowie ein hüfthohes Gründach-Modell errichtet.

HÜFTHOHES GRÜNDACHMODELL ZUM ANSCHAUEN

An dem Modell, das wir durch die Unterstützung der IFB Hamburg (Hamburgische Investitions- und Förderbank) errichtet haben, können sich Interessierte (Privatpersonen, wie auch Firmen) darüber informieren, wie ein wildbienenfreundliches Gründach aufgebaut sein sollte und wie es optisch aussieht. Schon im ersten Jahr konnten wir sehr viele Wildbienen an den Blühpflanzen beobachten.

Jedes Jahr bietet die Deutsche Wildtier Stiftung zusammen mit dem Botanischen Sondergarten Informationsveranstaltungen über Wildbienen und eine wildbienenfreundliche Gartengestaltung an. Besucher können sich gratis am Tag der offenen Tür über Wildbienenschutz informieren.

Modell einer wildbienenfreundlichen Dachbegrünung im Botanischen Sondergarten

FÖRDERUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR GRÜNDÄCHER

Bis 2019 unterstützt die Behörde für Umwelt und Energie den Bau von Gründächern mit drei Millionen Euro. Gebäudeeigentümer erhalten Zuschüsse bis maximal 50 Prozent der Herstellungskosten, diese müssen nicht zurückgezahlt werden. Hier finden Sie weitere Informationen zur Gründachförderung der Stadt Hamburg.

VORTEILE EINES GRÜNDACHES

Anschließend profitieren Bauherren von einer halbierten Niederschlagswassergebühr durch die Regenwasserrückhaltefunktion der Gründächer und sparen zusätzlich bei der Instandhaltung, denn ein Gründach hält bis zu doppelt so lange wie ein konventionelles Flachdach. Gründächer können die Wärmedämmung des Gebäudes im Winter verbessern und im Sommer die Hitze abschirmen. Das senkt die Energiekosten und schafft ein angenehmes Klima im Dachgeschoss.

BEHÖRDE FÜR UMWELT UND ENERGIE UND CENTRUM FÜR NATURKUNDE DER UNIVERSITÄT HAMBURG (CENAK)

Für Hamburg fehlt eine systematische Bestandsaufnahme und Rote Liste der Bienen. Daten aus den benachbarten Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind für die Bewertung von Bienenvorkommen in Hamburg nur bedingt verwendbar, weil Hamburg überwiegend städtische Habitate besitzt, deren Faunenzusammensetzung von der der benachbarten Flächenstaaten voraussichtlich stark abweicht und die Bearbeitungen für die Nachbarländer mittlerweile weitgehend veraltet sind.

AUSGANGSSITUATION

Deswegen erarbeiten wir gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg die erste Rote Liste der Wildbienen in der Hansestadt. Die Bestandserhebung beginnt im Frühjahr 2016. Biologen der Deutschen Wildtier Stiftung untersuchen gezielt Flächen in der Hansestadt auf die dortige Wildbienenpopulation. Zusätzlich unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung das Centrum für Naturkunde (CENAK) bei der Digitalisierung der historischen Bienenfunde in Hamburg. Die Bienensammlung des Centrums für Naturkunde beinhaltet die ältesten an Exemplaren überprüfbaren Nachweise Hamburger Wildbienen. Die Sammlung wurde nur teilweise digital aufgenommen und publiziert.

GESTALTUNG DES EINGANGSBEREICHES DES CENAKS

Der Eingang des Centrums für Naturkunde, der bisher versteckt im Hinterhof lag, wird direkt an die Bundesstraße verlagert.

Nach der gängigen Praxis universitärer Bauprojekte würde diese Fläche entweder mit Waschbetonplatten versiegelt oder mit Buchsbaumhecken bepflanzt werden. Eine derartige Verfahrensweise passt nicht zu einem Naturkundemuseum, deshalb unterstützen wir das Centrum für Naturkunde mit einer Förderung von 20.000€ für die Wildbienen-freundliche Gestaltung des Außenbereiches. Der Umbau startet Anfang 2017.

HAGENBECKS TIERPARK

AUSGANGSSITUATION

Der Tierpark Hagenbeck bietet inmitten von Hamburg Stadt vielfältige Strukturen und vielen Wildbienenarten einen Lebensraum. Auch die benachbarten Kleingartenanlagen tragen dazu bei. Seit geraumer Zeit engagiert sich der Tierpark Hagenbeck aktiv für den Insektenschutz im Park. Hierzu zählen das Aufstellen und Anlegen von Wildbienennisthilfen, Totholz, Bienenstöcke, Waldameisenvölker, Teichen mit Uferzonen als Lebensraum von verschiedensten Insektenlarven, Neupflanzung von Obstbäumen und verschiedenen Wildstauden.

INFORMATIONS-PFAD

Zusammen mit Hagenbecks Tierpark möchte die Deutsche Wildtier Stiftung das vielfältige Informationsangebot durch einen umfangreichen Wildbienenrundgang erweitern. Kaum jemand bekommt bei einem Spaziergang durch den Tierpark mit, dass hier viele Wildbienen ein Zuhause finden. Und deren Lebensweise ist genauso spannend, wie die der großen exotischen Tiere. An unterschiedlichen Stationen soll die spannende Lebensweise sowie die Bedrohung der Wildbienen erläutert und Maßnahmen zu deren Förderung genannt werden.

WILDBIENEN-FREUNDLICHER HEUANBAU

Hagenbecks Tierpark benötigt große Mengen an Heu, um Zebra und Co. zufriedenzustellen. Auf über 5 Hektar Grünland produziert der Tierpark sein Tierfutter selbst. Die Flächen werden extensiv genutzt und unterliegen keiner Düngung oder chemischen Behandlung. Für Wildbienen ist dies optimal. Um den Wildbienen auch nach der Mahd der Flächen genügend Nahrung anzubieten, legen wir zukünftig zusammen auf über 5.000 m² mehrjährige Blühflächen an.

LANDESBUND DER GARTENFREUNDE E.V.

AUSGANSSITUATION

Wenn es um den Schutz von Wildbienen geht, sind vor allem Kleingartenanlagen von besonderer Bedeutung. In Großstädten können sie vielen Wildbienen einen Lebensraum bieten, sofern sie denn reichhaltig gegliedert sind und viele unterschiedliche Strukturelemente sowie einheimische Blühpflanzen beherbergen. Allein in Hamburg nehmen die Kleingartenvereine eine Fläche von über 1.400 ha ein.

MASSNAHMEN

Zusammen mit dem Landesbund der Gartenfreunde e.V. möchte die Deutsche Wildtier Stiftung das Wissen um die Wildbienen und ihre ökologische Bedeutung unter Kleingärtnern erhöhen. Wir richten z.B. Fortbildungsveranstaltungen für die jeweiligen Fachgruppenvertreter der Kleingartenanlagen aus, in denen wir über einfache Schutzmaßnahmen im eigenen Garten informieren. Zusätzlich erscheinen in der Verbandszeitschrift „Gartenfreund“ deutschlandweit jeden Monat informative Artikel über Wildbienen, die über aktuelle Erkenntnisse und Maßnahmen zum Schutz der Bestäuber im Kleingarten informieren. Auch in 2017 werden wir hier im Rahmen informierender Artikel über aktuelle Themen zum Wildtierschutz berichten.

BAUERNVERBAND HAMBURG E.V.

AUSGANGSSITUATION

Ohne bestäubende Insekten gibt es kein Obst und Gemüse mehr. Zusammen mit dem Bauernverband Hamburg möchte die Deutsche Wildtier Stiftung landwirtschaftlichen Flächen wieder mehr Strukturvielfalt zurückgeben. Vor allem im Alten Land sind die Obstbauern dankbar für die Unterstützung der fleißigen Bestäuber. Zusammen gestalten wir im Alten Land einen Modellbetrieb.

MASSNAHMEN

Das Alte Land ist von Entwässerungsgräben durchzogen. Erst in einem Abstand von 5 Metern zu den Gräben beginnt der Obstanbau. Damit bieten sich die Gewässerrandstreifen als Maßnahmenflächen an, da sie keiner aktiven Nutzung unterliegen. Auf dem Gelände eines Obstbaubetriebes gestaltet die Deutsche Wildtier Stiftung die Gewässerrandstreifen durch die Anlage von Blühstreifen sowie der Anlage von natürlichen Niststrukturen. Über die nächsten Jahre beobachten wir, wie sich die Wildbienenfauna entwickelt und inwiefern sich die Maßnahmen auch auf die Bestäubung der umliegenden Obstbäume auswirken.

DEUTSCHER GOLF VERBAND E.V.

Ausgangssituation

Golf hat als Sportart im Freien eine enge Beziehung zur Natur, da die Spielflächen in die Landschaft eingebunden sind. Wiesen, Bäume, Waldsäume, Hecken und Wasserflächen charakterisieren die Individualität jeder Anlage und machen diese unverwechselbar. Die Golfanlagen bieten somit ideale Voraussetzungen für eine wildbienenfreundliche Gestaltung. Im Rahmen des „Golf&Natur“ Qualitätsmanagements hat der Deutsche Golf Verband e.V. im Großraum Hamburg ein Referenzprojekt zum Wildbienenschutz mit der Deutschen Wildtier Stiftung initiiert.

MASSNAHMEN

Das Qualitätsmanagement „Golf&Natur“ zielt darauf ab, optimale Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz von Natur zu verbinden, sowie eine umweltgerechte und wirtschaftliche Zukunft der Golfanlagen sicher zu stellen. Im Rahmen eines Referenzprojekts haben sich 12 Golfanlagen verpflichtet, Schutzmaßnahmen im Rahmen des Entwicklungsplans einzuleiten.

Mit diesem Referenzprojekt thematisiert der Deutsche Golf Verband e.V. ein ökologisches Problem und schafft praktische Lösungen, um den Bestand der wichtigen Bestäuber auf den teilnehmenden „Golf&Natur“ - Anlagen zu sichern und zu entwickeln. Insgesamt wurde 2016 mehr als 13.000m² Blühfläche durch die teilnehmenden Golfanlagen angelegt. Wir danken den teilnehmenden Clubs für das vielfältige und langfristige Engagement:
GC Ahrensburg, GC Gut Wulfsmühle, GC Falkenstein, GC An der Pinnau, GC Sankt Dionys, GC Hamburg-Holm, GC Adendorf, GC Escheburg, GC Großensee, GC Brunstorf, GC Auf der Wendlohe, GC Hamburg-Walddörfer.

Wildbiene an Mohnblume

Wir sind viele!

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Wildbiene frontal

Steckbrief

Die meisten Wildbienen leben solitär und versorgen ihren Nachwuchs ohne Hilfe der Artgenossen. Mehr Spannendes in unserem Steckbrief.

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Wildbiene auf Blüte

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