Windenergie und Artenschutz

Keine Windkraftanlagen im Wald

Windrad

Der Ausbau der Windenergie aus reinen Profitgründen ist zur Gefahr für zahlreiche Wildtiere geworden. In Deutschland fallen den Windkraftanlagen heute im Jahr bis zu 240.000 Fledermäuse und über 12.000 Greifvögel zum Opfer. Besonders gilt das im Wald. In den für Windparks geeigneten Hochlagen finden sich vielfach wertvolle, alte und naturnahe Waldbestände, die ein Garant der biologischen Vielfalt sind. Deutschland braucht dringend einen einheitlichen, hohen Standard um Natur- und Artenschutz in die Energiepolitik zu integrieren. Wir erheben unsere Stimme – mit Stellungnahmen an die Verantwortlichen und Diskussionsbeiträgen. Wir sammeln Fakten und bereiten sie in Fachstudien auf.

Wildtiere dürfen nicht die Verlierer der Energiewende sein

Der Ausbau der Windenergie in Deutschland geht ungebremst voran. Da in der Offenlandschaft geeignete Gebiete zunehmend knapp werden, geht die Entwicklung hin zu Windparks in Waldgebieten, besonders in den Mittelgebirgsregionen. Waldgebiete jedoch sind im Vergleich zu Agrarlandschaften weit weniger intensiv vom Menschen genutzt und daher ein wichtiger Rückzugsort für viele bedrohte Tierarten, insbesondere für Fledermäuse und Vögel. Alle in Deutschland heimischen Fledermausarten stehen mittlerweile auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten.

Schon heute bedroht die Windenergie in manchen Bundesländern die Populationen einzelner Arten. Der Rotmilan, für den Deutschland eine besonders hohe Verantwortung trägt, wird häufig Opfer von Kollisionen an Windenergieanlagen. Auch der vom Aussterben bedrohte Schreiadler ist mittlerweile in seinem sehr kleinen deutschen Verbreitungsgebiet in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg von Windparks umschlossen. In Brandenburg ist die Belastungsgrenze für die Rotmilanpopulation bereits jetzt in Sicht, wenn nicht gar überschritten, wie Studien zeigen. Der naturschutzfachlich unkontrollierte Ausbau der Windenergie gefährdet die Ziele des Natur- und Artenschutzes zu denen sich die Bundesregierung mit der „Strategie zur Biologischen Vielfalt“ selbst verpflichtet hat.

Eine repräsentative Umfrage des Instituts Emnid im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung zeigt: Für 65 Prozent der Befragten soll im Zweifelsfall der Schutz von Vögeln und anderen Tieren Vorrang vor dem Bau von Windkraftanlagen haben. Und 79 Prozent lehnen ab , dass Waldgebiete verschwinden oder zerschnitten werden.

projekte_windenergie_content_l

Studie: Windenergie im Lebensraum Wald

Für die Deutsche Wildtier Stiftung hat der renommierte Biologe und langjährige Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte in Hessen Dr. Klaus Richarz 2014 eine umfangreiche Studie verfasst. Sie beschreibt das Gefährdungspotenzial waldgebundener Arten durch den Bau und Betrieb von Windenergieanlagen. Sie stellt die Bedeutung der Wälder für die Erhaltung der biologischen Vielfalt vor und zeigt auf, dass ein weiterer Ausbau von Windenergieanlagen im Wald einen Eingriff in eine Tabuzone darstellt und nur in Ausnahmefällen naturschutzfachlich und –rechtlich vertretbar wäre! Hier können Sie die Studie kostenlos herunterladen.

projekte_windenergie_content_m

Unsere Forderungen

Der Schutz der heimischen Tierwelt besonders in den Wäldern darf nicht hinter der Windenergie zurückstehen. Dazu hat die Deutsche Wildtier Stiftung konkrete Forderungen an die Politik formuliert. Wir vertreten diese Position gegenüber Entscheidern und wichtigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, organisieren Veranstaltungen und klären über die Gefährdung der Biologischen Vielfalt durch den Ausbau der Windenergie auf.

  • Der Ausbau der Windenergie darf nicht zu Lasten von Natur und Wildtieren gehen. Die Regelungen einzelner Bundesländer zum erleichterten Ausbau der Windenergie im Wald ohne ausreichende Rücksicht auf den Naturschutz müssen außer Kraft gesetzt und bereits laufende Genehmigungsverfahren abgebrochen werden.
  • Naturschutzgebiete, Nationalparke, Nationale Naturmonumente, Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten, Natura 2000-Gebiete, gesetzlich geschützte Biotope, Schutzwälder und Horstschutzzonen sind grundsätzlich frei von Windenergieanlagen zu halten.
  • Buchenwälder sind ein Hotspot der Biodiversität. Deutschland trägt für diesen Waldtyp eine globale Verantwortung. Daher müssen Buchenwälder auch außerhalb geschützter Gebiete eine Tabuzone für Windenergieanlagen sein.
  • Auch die Kernlebensräume und Wanderkorridore von gefährdeten Arten müssen in Wäldern außerhalb geschützter Gebiete frei von Windenergieanlagen bleiben. Wo existierende Anlagen Fledermaus- oder Vogelarten gefährden, müssen umgehend wirksame Vermeidungsmaßnahmen ergriffen werden.
  • Zur ausreichenden Berücksichtigung des Vogelschutzes müssen die aktuellen Empfehlungen der Staatlichen Vogelschutzwarten („Helgoländer Papier“) sofort in allen Bundesländern umgesetzt werden.
  • Eine „Technische Anleitung Wind (TA Wind)“ muss als deutschlandweit einheitliche Rechtsgrundlage die vollständige Berücksichtigung des Natur- und Artenschutzes bei Genehmigung, Bau und Betrieb von Windenergieanlagen regeln.
  • Wissensdefizite dürfen kein Vorwand zur Genehmigung von Windenergieanlagen sein. Es gilt das Vorsorgeprinzip: Im Zweifel für den Natur- und Artenschutz.
teaser_wea_download_content_m

Windenergie im Lebensraum Wald

Dr. Klaus Richarz untersuchte im Auftrag der Deutschen Wildtier Stiftung die Auswikungen von Windkraftanlagen in Waldgebieten.

Studie herunterladen
steckbriefe_helfen_verlinkung-zu-naturwende_teaser_m

Zur Projektwebsite Naturwende.de

Auf unserer Plattform Naturwende.de veröffentlichen wir aktuelle Informationen zu Gesetzesänderungen und Gerichtsurteilen rund um das Thema Windenergieanlagen.

Zur Website
weisse Blume.

Unsere Projekte unterstützen

Helfen Sie Natur zu bewahren! Alle Spendengelder werden in voller Höhe für Naturbildungs-, Wildtier- und Naturschutzprojekte verwendet.

Jetzt Spenden