Fragen und Fakten

„Wie verwendet die Deutsche Wildtier Stiftung meine Spende?“, „Ist die Deutsche Wildtier Stiftung eine Tierschutzorganisation?“ – Antworten auf diese und andere Fragen rund um die Stiftung finden Sie auf den folgenden Seiten.

Auch stellen wir hier einige Falschbehauptungen richtig, die vereinzelt in Publikationen erhoben wurden und im Internet kursieren. Falls Sie nicht fündig werden oder weitere Fragen haben, können Sie sich gern unter info@DeutscheWildtierStiftung.de oder über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung setzen.

WIE VERWENDET DIE DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG MEINE SPENDE?

Die Deutsche Wildtier Stiftung investiert Spendengelder zu 100 Prozent in ihre Projekte. Dies können Artenschutzmaßnahmen sein, Ankauf ökologisch wertvoller Naturgebiete oder Naturbildungsprojekte. Alle anderen Kosten, wie etwa die der Verwaltung, werden aus den Erträgen des Stiftungskapitals finanziert.
Die Deutsche Wildtier Stiftung ist eine gemeinnützige Organisation. Unsere Spender und Förderer haben Vertrauen in unsere Arbeit. Dieses Vertrauen möchten wir bewahren und weiter ausbauen. Deshalb hat sich die Deutsche Wildtier Stiftung der Initiative Transparente Zivilgesellschaft angeschlossen und legt in ihren Jahresberichten ihre finanzielle Situation offen.
Der Jahresabschluss der Stiftung wird von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft. Bestandteil der Prüfung ist regelmäßig auch die Spendenverwendung.

KANN ICH MITGLIED DER DEUTSCHEN WILDTIER STIFTUNG WERDEN? WIE KANN ICH HELFEN, WENN ICH KEIN GELD ZUM SPENDEN HABE?

Als Stiftung sind wir keine Mitgliederorganisation, Sie können also nicht in einen Ortsverband eintreten. Wer in welcher Funktion für die Deutsche Wildtier Stiftung arbeitet, sehen Sie auf unserer Website unter „Über uns/Menschen“. Dennoch gibt es vielfältige Möglichkeiten, unsere Naturschutzarbeit aktiv zu unterstützen.
Sie können zum Beispiel unsere Broschüren und Ratgeber online unter Publikationen bestellen (viele davon sind gratis) und an andere Interessierte weitergeben. Sie können die Nachrichten der Deutschen Wildtier Stiftung in den sozialen Medien Facebook, YouTube, Twitter weiterverbreiten. Als Pädagoge können Sie unsere Website Wildtierfreund.de nutzen. Besuchen Sie öffentliche Vorträge der Deutschen Wildtier Stiftung und machen Sie in Ihrer Gemeinde auf Naturschutzanliegen aufmerksam.
Auch im eigenen Garten und sogar auf einem Balkon können Sie seltenen Wildbienen und Schmetterlingen helfen. Anleitungen dazu finden Sie in unserem Wildbienen-Ratgeber. Das Aufstellen von Nistkästen und Futterhäuschen ist ein wertvoller Beitrag zum Schutz der heimischen Vögel. Auch dafür bieten wir Ratgeber und Material.
Besonders viel für den Naturschutz können Sie als Jäger, Land- oder Forstwirt tun. Schreiben Sie uns, wir können Sie fachlich beraten: info@DeutscheWildtierStiftung.de.

IST DIE DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG EINE TIERSCHUTZORGANISATION?

Der Schutz von Wildtieren ist unser großes Anliegen, dennoch sind wir keine Tierschutz-, sondern eine Natur- und Artenschutzorganisation. Das bedeutet, dass wir uns für den Erhalt von Tierpopulationen einsetzen und nicht für das Leben und Wohlergehen einzelner Tiere. Wir kämpfen gegen Naturzerstörung und für die Belange wild lebender Tierarten. Dies können große und prominente Säugetiere sein, aber auch Insekten, die nur Fachleuten bekannt sind.
Anders als bei Tierschutzorganisationen stehen nicht die Nutz- und Haustiere im Mittelpunkt unserer Arbeit. Um Haustiere in Not kümmern sich die örtlichen Tierheime. Auch betreiben wir keine Auffangstationen für verletzte Wildtiere. Wenn Sie ein krankes Wildtier sehen, sollten Sie es der Forstverwaltung melden. Die Deutsche Wildtier Stiftung engagiert sich dafür, dass unsere Natur sich so entwickeln kann, dass sie möglichst vielen Tieren Lebensraum bietet. Dabei liegt unser Hauptaugenmerk auf den besonders bedrohten Arten. Wildtierschutz bedeutet für uns, dafür zu sorgen, dass Wildtiere ihren Platz haben und die wunderbare Vielfalt unserer heimischen Natur nicht verloren geht.

WOLF, BIBER, KORMORAN: ES KOMMT IMMER WIEDER ZU KONFLIKTEN ZWISCHEN WILDTIEREN UND MENSCHEN. WIE KONFRONTATIV IST DIE DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG IN SOLCHEN FÄLLEN?

Die Lebensräume der allermeisten Wildtiere Deutschlands werden von Menschen bewirtschaftet oder bewohnt. Landwirtschaft, Forstwirtschaft und menschliche Siedlungen prägen das Gesicht des Landes. Dass das Zusammenleben mit den wild lebenden Tieren nicht immer harmonisch verläuft, liegt auf der Hand. Die Deutsche Wildtier Stiftung setzt sich für die Lebensbedürfnisse der Wildtiere ein, blendet dabei berechtigte Anliegen der Menschen jedoch nicht aus. Aus Sicht mancher Städter scheinen die Schäden gering, die Wildtiere zuweilen anrichten. Für die Betroffenen können sie jedoch erheblich sein. Wir sehen in Jägern, Förstern, Landwirten, Schäfern und Fischern deshalb keine Gegner, sondern Partner, mit denen es die besten Lösungen für unsere Tierwelt konstruktiv zu gestalten gilt. Dauerhaft wird Naturschutz von den Bürgern nur dann akzeptiert, wenn ihre Interessen berücksichtigt und machbare Kompromisse gefunden werden.

WIE STEHT DIE DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG ZUR JAGD?

Nur in relativ kleinen Gebieten Deutschlands könnte gänzlich auf Jagd verzichtet werden. Über die Hälfte Deutschlands wird landwirtschaftlich genutzt, circa ein Drittel sind Wirtschaftswälder. Um die Schäden auf Feldern und Wiesen wie auch im Forst auf einem erträglichen Maß zu halten, müssen bestimmte Tierarten, wie etwa Wildschweine und Rehe, reduziert werden. Die Deutsche Wildtier Stiftung befürwortet daher eine nachhaltige Jagd, die sich nach den Erkenntnissen der Wildbiologie richtet. Auch aus ökologischen Gründen ist die Jagd auf manche Arten notwendig. So verschwinden seltene am Boden brütende Vogelarten, wenn es in ihren Brutgebieten zu viele Füchse, Waschbären oder Marderhunde gibt. Und nicht zuletzt liefert die Jagd Wildfleisch, ein besonders wertvolles Nahrungsmittel. Kein Stalltier kann so artgerecht gehalten werden wie ein Tier in freier Natur lebt. Auf den Ländereien unseres Gutsbetriebs Klepelshagen wird die Jagd nach wildbiologischen Erkenntnissen und mit Respekt vor der Kreatur durchgeführt. Dazu gehören möglichst lange Ruhezeiten und geschützte Rückzugsräume für die Wildtiere. Aber auch dort müssen bestimmte Arten reduziert werden, um gravierende wirtschaftliche Schäden zu vermeiden und anderen Tierarten (z. B. den seltenen Trauerseeschwalben) das Überleben zu sichern. Grundsätzlich erkennen wir die Notwendigkeit der Jagd an und handeln danach. Das hindert uns jedoch nicht, zu lange Jagdzeiten, übertriebene Abschusszahlen (deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/gaemse-der-konflikt-in-bayern) und andere Fehlentwicklungen (deutschewildtierstiftung.de/naturschutz/rothirsch-und-mensch) der Jagdpolitik in aller Klarheit zu kritisieren.

WO STEHT DIE DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG POLITISCH?

Wir verstehen uns nicht als politische Aktivisten, sondern als eine Naturschutzorganisation, die auf konstruktive Weise Ziele ganz praktisch umsetzt. Zum Beispiel indem wir bedrohten Tierarten wissenschaftlich fundierte Hilfestellung geben. Dies kann die Sicherung spezieller Lebensräume sein, die Stabilisierung einer Population durch gezielte Eingriffe oder auch Landwirtschaft mit Rücksicht auf Wildtiere, wie es auf unserem Gut Klepelshagen geschieht. Praktischer Naturschutz steht bei uns an erster Stelle. Wir betrachten ihn nicht als anderen, vermeintlich höheren politischen Zielen untergeordnet. Neben dem Naturschutz betrachten wird die Naturbildung als unseren gesellschaftlichen Auftrag. Hier geht es uns in erster Linie darum, Kindern und Erwachsenen die Schönheit, Vielfalt und Komplexität der heimischen Natur nahezubringen, sei es durch Vorschulpädagogik, Publikationen, Filme, Vorträge oder Veranstaltungen.

IM INTERNET KURSIEREN FALSCHBEHAUPTUNGEN ÜBER DIE DEUTSCHE WILDTIER STIFTUNG. HIER SIND DIE FAKTEN:

Im Internet kursieren Falschbehauptungen, welche die Deutsche Wildtier Stiftung in ein schlechtes Licht rücken. Sie wurden von politischen Aktivisten in die Welt gesetzt, die keinerlei Kritik an der Energiewende zulassen wollen. Unsere Besorgnis über die ökologischen Auswirkungen der Energiemais-Monokulturen und von Windkraftanlagen in Wäldern, werten sie als Angriff auf die Energiewende.

Diese Falschbehauptungen gipfeln in der Unterstellung, dass unsere Kernaufgabe, der Schutz von Wildtieren, nur ein Vorwand wäre. In Wirklichkeit seien wir eine Tarnorganisation der Kohleindustrie.

Schon ein kurzer Blick auf unsere umfangreichen Naturschutzaktivitäten für Wildbienen, den Feldhamster, Luchse, Wildkatzen, Schreiadler, Trauerseeschwalben und viel andere Arten, unser Engagement in der Naturbildung, im Naturfilm, bei der Sicherung von Flächen für den Naturschutz und unseren wildtiergerechten Gutsbetrieb in Klepelshagen macht deutlich, dass wir keine „Tarnorganisation“ sind.

Die Unterstellung, wir seien „industriefinanziert“ wird mit einer Spende des Energiekonzerns RWE aus dem Jahr 2017 begründet, die wir selbst veröffentlicht haben. Dabei wird die Höhe dieser Spende wohlweislich verschwiegen. Es handelte sich um 1000,- Euro. Angesichts der Bilanzsumme der Deutschen Wildtier Stiftung ein sehr geringer Betrag. Die Vorstellung, wer 1000,- Euro spendet, könnte die Aktivitäten der Stiftung steuern, ist für jeden erkennbar absurd.

Auch werfen uns die Verleumder vor, dass der ehemalige Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung, Prof. Fritz Vahrenholt, einige Jahre bei der RWE-Tochterfirma Innogy arbeitete. Geflissentlich verschweigen sie dabei, dass er dort keinesfalls für die Kohlesparte des Mutterkonzerns tätig war, sondern für die Windkraft. Es werden also wichtige Informationen weggelassen, um zu suggerieren, es bestünde eine Verbindung zwischen der Deutschen Wildtier Stiftung und der Kohle-Industrie.
Zu diesen denunziatorischen Gerüchten gehört auch der Vorwurf, die Deutsche Wildtier Stiftung haben sich nicht gegen die Abholzung des Hambacher Waldes engagiert. Tatsache ist: Unsere Stiftung hat begrenzte Ressourcen und muss Schwerpunkte setzen. Dies gilt für jede Organisation. Der Vorwurf, man würde dieses oder jenes Thema vernachlässigen, ist rein subjektiv. Wir überlegen uns sehr genau, wo wir mit unserer Kompetenz am nötigsten gebraucht werden und am meisten für die Wildtiere erreichen können.

Grundsätzlich begrüßt die Deutsche Wildtier Stiftung die Nutzung Erneuerbarer Energien. Sie sollten jedoch nicht zu Naturzerstörungen führen, wie es heute teilweise der Fall ist. Windkraft? Ja. Aber nicht in den Wäldern und Schutzgebieten. Biogas? Ja. Aber nicht ausschließlich auf Grundlage von Mais, sondern besser auf Basis von Reststoffen, Wildpflanzen-Kulturen (Projekt: „Bunte Biomasse“) oder Gülle.

Ein anderer Vorwurf lautet, dass die Deutsche Wildtier Stiftung Tiere zum „Tier des Jahres“ wählt, die gar nicht bedroht seien. Offenbar haben diese Ankläger den Sinn der 1992 ins Leben gerufenen Aktion „Tier des Jahres“ nicht verstanden. Es geht dabei darum, mehr öffentliche Aufmerksamkeit für ein heimisches Tier zu schaffen. Dies kann aus unterschiedlichsten Gründen wichtig sein. Einer davon ist, dass die Art bedroht ist. Wir lenken mit dieser Aktion den Fokus aber auch auf Tiere, die zum Beispiel kaum wahrgenommen werden, besonders unbeliebt sind oder aus unserer Sicht ein falsches Image haben.

Weiterhin wird bemängelt, dass wir in einer Publikation schrieben, etwa 100.000 Rehkitze würden jedes Jahr dem Mähtod zum Opfer fallen. Diese Zahl sei „erfunden“. Diese Zahl ist nicht „erfunden“, sondern basiert mangels konkreter, von den Landwirten gemeldeter Daten auf Hochrechnungen. Bereits 1979 ging L. Kittler in einer jagdwissenschaftlichen Arbeit von 90.000 betroffenen Rehkitzen pro Jahr für die damalige Fläche der BRD aus. Diese Schätzung wird heute vor dem Hintergrund belastbarer Ergebnisse der Rehkitzretter-Initiativen in Deutschland eher übertroffen.