Wiesenweihe - Nester schützen

Bodenbrüter leben gefährlich

Wiesenweihe

In ihren früheren Lebensräumen, großen offenen Feuchtgebieten, finden Wiesenweihen kaum noch geeignete Brutplätze. Sie weichen darum zum Brüten auf Getreidefelder aus. Dort bauen sie direkt am Boden ihre Nester. Ein Risiko: Während der Erntezeiten zerstören schwere Maschinen die Nester und töten den Nachwuchs oder liefern ihn ungeschützt Nesträubern aus. Aussparen der Nester bei der Ernte und Schutzzäune retten die seltenen Vögel.

Schutz der Wiesenweihe in Mecklenburg-Vorpommern

Nur mit aktivem Nestschutz kann die Anzahl der gefährdeten Greifvögel wieder steigen. Dabei arbeiten Vogelschützer und Landwirte Hand in Hand wie in dem Projekt der Deutschen Wildtier Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern:

Hier schützen seit Jahren ehrenamtlich tätige Ornithologen gemeinsam mit Landwirten einen großen Teil der Nester von 30 – 40 Wiesenweihen-Brutpaaren. Für die Deutsche Wildtier Stiftung ist ein Fachmann vor Ort. Ausdauer ist gefragt: Da Wiesenweihen ihre Nester perfekt in Feldern verstecken, müssen die Naturschützer oft ganz genau hingucken und suchen, um sie aufzuspüren! Das kann Stunden bis Tage dauern. Sind die Nester endlich gefunden, errichten die Helfer 50 x 20 Meter große Schutzzäune drumherum. Diese Schutzzonen lässt der Landwirt während der Getreideernte stehen. Die schweren Maschinen rollen so an den Vögeln vorbei – ihnen passiert nichts. Gleichzeitig bewahrt der Zaun Gelege und Brut vor Nesträubern wie Wildschweinen oder Füchsen.

Forschungsprojekt: Wo überwintert die Wiesenweihe?

Die promovierte Diplom-Biologin Christiane Trierweiler vom Institut für Vogelforschung „Vogelwarte Helgoland“ in Wilhelmshaven wurde 2009 mit dem Forschungspreis ausgezeichnet. Sie hat die Bedeutung von nordafrikanischen Rast- und Überwinterungsplätzen der sehr seltenen Wiesenweihe – in Deutschland leben nur noch etwa 500 Brutpaare – untersucht. Dafür reiste Dr. Christiane Trierweiler den mit Miniatursendern ausgerüsteten Wiesenweihen hinterher. Sie hat mit ihrer Feldforschung widerlegt, dass Wiesenweihen „Nomaden“ sind. „Sie sind vielmehr standorttreu und konzentrieren sich in wenigen ausgewählten Gebieten.“ Das ist eine wichtige Erkenntnis, wenn es um nachhaltige Schutzmaßnahmen in der Region geht. Würde man Teilgebiete unter Schutz stellen, wären die Überlebenschancen für Wiesenweihen erhöht. Durch die Forschung von Dr. Christiane Trierweiler ist es nun möglich, konkrete Empfehlungen zum Schutz während des kompletten Jahreszyklus zu geben.

steckbrief_wiesenweihe_teaser-m_standard

Steckbrief Wiesenweihe

Die Wiesenweihe ist ein eleganter Greifvogel des Offenlandes und ein seltener Anblick. Sie brütet verborgen in Getreidefeldern.

Zum Steckbrief
steckbriefe-helfen-spenden-wiesenweihe

Spenden

Die Wiesenweihennester werden in Detektivarbeit aufgespürt und eingezäunt, damit die Jungvögel nicht totgemäht werden. Bitte unterstützen Sie uns dabei.

Jetzt Spenden