Tier des Jahres

Deutsche Wildtier Stiftung kürt das Tier des Jahres 2022: Gewöhnlicher Schweinswal

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Mit der Wahl des „Tier des Jahres“ setzt die Deutsche Wildtier Stiftung die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort. Seit 2017 wählen die Förderer der Deutschen Wildtier Stiftung ein Tier des Jahres, auf das in der Öffentlichkeit aufmerksam gemacht werden soll. Sei es aufgrund seiner Gefährdung, der Bedrohung seines Lebensraumes oder weil es einen Mensch-Wildtier-Konflikt hervorruft. Aber auch Tiere, die einseitig wahrgenommen werden oder gar unbeliebt sind, können Tier des Jahres werden. Denn alle Wildtiere sind faszinierend und brauchen eine Stimme, damit ihr Überleben langfristig gesichert werden kann.

Tier des Jahres 2022

GEWÖHNLICHER SCHWEINSWAL

Der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) ist das Tier des Jahres 2022. Die Deutsche Wildtier Stiftung will damit auf den faszinierenden Meeressäuger aufmerksam machen, der auf der nationalen Roten Liste Deutschlands als stark gefährdet eingestuft wurde.

Der Schweinswal ist unsere einzige heimische Walart und in der Nord- und Ostsee anzutreffen. Sein Lebensraum sind flache Küstengewässer, in denen er nach Fisch jagt. Dabei nutzt er, wie alle Zahnwale, Echoortung (Ultraschallwellen) zur Orientierung unter Wasser und macht sich dadurch ein akustisches Bild seiner Umgebung. Seine Lebensweise ist recht zurückgezogen und unauffällig. Mit etwas Glück kann man die Kleinen Tümmler, wie sie früher genannt wurden, an bestimmten Stellen vom Ufer aus sehen – insbesondere vor Sylt, Fehmarn oder Wilhelmshaven. Beim kurzen Auftauchen aus dem Meer ist nur ihre kleine dreieckige Finne zu erkennen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts wurden Schweinswale auch in Deutschland bejagt. Heute ist dies in allen europäischen Staaten verboten. Die größten Bedrohungen sind heute Beifang in Fischereinetzen, Unterwasserlärm und Vergiftung durch Schwermetalle und Chemikalien. Mehr Infos zum Schweinswal finden Sie im Schweinswal-Steckbrief.

Neuigkeiten zum Projekt

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Zum Artikel vom 06.05.22

Poster und Ausmalbild – Der Schweinswal – Tier des Jahres 2022

  • Download Poster (Rückseite Ausmalbild)

    Das Poster stellt den Lebensraum und die Lebensweise des Schweinswals dar.

    Autor: Deutsche Wildtier Stiftung (Illustratorin Jana Walczyk)

    Jahr: 2022

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KLICKEN UND ENTDECKEN: INTERAKTIVES POSTER

Bewegen Sie das Poster mit Ihrem Mauszeiger. Durch Klicken auf die grünen HOTSPOTS entdecken Sie den Lebensraum des Schweinswals (Illustration: Jana Walczyk).

Schweinswal

Mutter und Kind

Schweinswal-Weibchen und Kalb

Die Weibchen gebären nach zehn bis elf Monaten Tragzeit im Sommer ein Kalb. Dies wird acht bis elf Monate mit einer fettreichen Milch gesäugt. Nach ungefähr fünf Monaten wachsen die ersten Zähne und das Kalb beginnt feste Nahrung zu sich zu nehmen. Bis das Jungtier von der Mutter entwöhnt ist, dauert es etwa ein Jahr.

Echoortung

Illustration Schweinswal

Zur Kommunikation und Orientierung unter Wasser erzeugen Schweinswale Schallimpulse (Klicks). Denn in der Tiefe ist es dunkel und die Sicht schlecht, Schallwellen breiten sich jedoch sehr gut aus. Das Echo von der Umgebung wird über den Unterkiefer an das Innenohr weitergeleitet. So entsteht ein akustisches Bild der Unterwasserwelt.

Frischer Frisch

Illustration Wolfsbarsch

Hauptbestandteil ihrer Nahrung sind kleine Fische, nach denen die Schweinswale am Gewässergrund jagen. Dabei sind sie nicht wählerisch, je nach Meeresgebiet wurden schon Hering, Sprotte, Sardinen, Stint und Scholle als Nahrung festgestellt. Aber auch Würmer, Schnecken, Krebstiere und Tintenfische stehen auf ihrem Speiseplan.

Paarungsspiel

Schweinswale Paarung Illustration

Während der Fortpflanzungszeit von Juni bis August bilden Schweinswale oft kleine Gruppen. Dabei schwimmt das Männchen aufgeregt um das Weibchen herum. Die Paarung erfolgt in wenigen Sekunden: Die Wale schwimmen dabei senkrecht im Wasser und umarmen sich Bauch an Bauch. Anschließend ziehen die Männchen als Einzelgänger weiter.

Unauffällige Schwimmer

Schweinswale im Wasser

Die Schweinswale kommen mit einem hörbaren Blas nur kurz zum Atmen an die Wasseroberfläche. Dann tauchen sie wieder mit einer rollenden Bewegungen unter. Zu sehen ist dabei nur ihr Rücken mit der dreieckigen Finne, die Schwanzflosse taucht nicht aus dem Wasser. Meist sind sie allein oder zu zweit unterwegs, seltener in kleinen Gruppen.

Viel Lärm im Meer

Schiffsverkehr und Schweinswale Illustration

Schweinswale reagieren äußerst empfindlich auf Unterwasserlärm. Der Schiffsverkehr verursacht einen ständigen Geräuschpegel und bei Bauarbeiten von Windparks im Meer werden Stahlpfähle in den Boden gerammt. Dieser Krach, der kilometerweit zu hören ist, schädigt das empfindliche Gehör der Wale und sie verlieren ihre Orientierung.

Tier des Jahres in Deutschland seit 1992

2021 Fischotter (Lutra lutra)
2020 Maulwurf (Talpa europaea)
2019 Reh (Capreolus capreolus)
2018 Wildkatze (Felis silvestris)
2017 Haselmaus (Muscardinus avellanarius)
2016 Feldhamster (Cricetus cricetus)
2015 Feldhase (Lepus europaeus)
2014 Wisent (Bos bonasus)
2013 Mauswiesel (Mustela nivalis)
2012 Gämse (Rupicapra rupicapra)
2011 Eurasischer Luchs (Lynx lynx)
2010 Dachs (Meles meles)
2009 Braunbrustigel (Erinaceus europaeus)
2008 Wisent (Bos bonasus)
2007 Elch (Alces alces)
2006 Seehund (Phoca vitulina)
2005 Braunbär (Ursus arctos)
2004 Siebenschläfer (Glis glis)
2003 Wolf (Canis lupus)
2002 Rotwild (Cervus elaphus)
2001 Feldhase (Lepus europaeus)
2000 Äskulapnatter (Zamenis longissimus)
1999 Fischotter (Lutra lutra)
1998 Unke (Bombina)
1997 Alpensteinbock (Capra ibex)
1996 Feldhamster (Cricetus cricetus)
1995 Apollofalter (Parnassius apollo)
1994 Rotwild (Cervus elaphus)
1993 Wildkatze (Felis silvestris)
1992 Fledermaus (Microchiroptera)

Deutsche Wildtier Stiftung führt mit der Wahl des Tier des Jahres die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort

Gemeinsam für die Wildtiere Deutschlands

Bis zum Jahr 2016 wurde das „Tier des Jahres“ von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild gekürt. Die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild hat in den vergangenen Jahrzehnten unter Leitung von Dr. Wolfgang Burhenne und seinen Mitstreitern Herausragendes für Wildtiere nicht nur in Deutschland, sondern auch auf der internationalen Ebene geleistet. Wolfgang Burhenne war – wie kein anderer – ein Urgestein der deutschen Naturschutz- und Umweltpolitik. Er war Gründer des Vereins Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland als Sprachrohr der Wildtiere entwickelte und in dem sich namhafte politische Größen engagierten. So konnte die Schutzgemeinschaft erheblichen Einfluss auf die Gesetzgebung in Sachen Jagdwesen und Naturschutz nehmen und gestaltete maßgeblich die Anfänge der Naturschutzpolitik sowohl in Deutschland als auch weltweit mit. 1950 reiste Burhenne als Vertreter der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zur zweiten Generalversammlung der frisch gegründeten Internationalen Union zum Schutz der Natur IUCN. Ihm ist es mit zu verdanken, dass diese rund zehn Jahre später einen Rechtsausschuss gründete, aus dem heraus in den Dekaden seither zahlreiche internationale Abkommen entwickelt wurden, u.a. das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES.

Nach jahrzehntelanger erfolgreicher Naturschutzarbeit kämpfte Wolfgang Burhenne immer noch unerschütterlich für Natur und Tierwelt. Aber das Alter fordert seinen Tribut und die Sorge um die Zukunft der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild wuchs. 2009 wurde die Schutzgemeinschaft als Verein aufgelöst und von Burhenne in eine unselbstständige Stiftung mit der Elisabeth-Haub-Stiftung als Treuhänder umgeformt. Die langjährigen persönlichen Kontakte und das vertrauensvolle Verhältnis zur Deutschen Wildtier Stiftung ließen zunehmend die Idee reifen, die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild zukünftig unter dem Dach der Deutschen Wildtier Stiftung weiterzuführen. Nach intensiven Gesprächen zwischen der Schutzgemeinschaft, ihrem Treuhänder, der Elisabeth-Haub-Stiftung und der Deutschen Wildtier Stiftung haben die beteiligten Gremien Ende November 2016 beschlossen, die Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild unter dem Dach der Deutschen Wildtier Stiftung fortzusetzen. Beide Stiftungen ergänzen und stärken sich – im Sinne eines erfolgreichen Artenschutzes in Deutschland.

Gewöhnlicher Schweinswal ,
© Solvin Zankl

Schweinswal

Der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) ist unser einziger heimischer Wal und in Nord- und Ostsee anzutreffen.

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