Rotmilan - Land zum Leben

Ein Verbundprojekt für den Rotmilan

Rotmilan

Der Rotmilan ist Deutschlands heimlicher Wappenvogel - denn nirgendwo auf der Welt kommt er häufiger vor als hierzulande. Seit Beginn der 1990er Jahre nimmt der Bestand des eleganten Greifvogels allerdings ab. Wir wollen seinen Sinkflug stoppen! Das Projekt Land zum Leben ist ein bundesweites Vorhaben zum Erhalt des Rotmilans und zur Verbesserung seiner Lebensbedingungen.

Schutz des heimlichen Wappenvogel Deutschlands

Der elegante Rotmilan ist ein ganz besonderer Vogel. Er hat ein kleines Verbreitungsgebiet und kommt fast ausschließlich auf dem Europäischen Kontinent vor. Insgesamt geht man von einer Gesamtpopulation von 25.200 - 33.400 Brutpaaren aus. In Deutschland brüten 12.000 -18.000 Paare, damit beträgt der deutsche Anteil an der Weltpopulation über 50 %, was bei keiner anderen Vogelart vorkommt. Aus diesem Grund wird der stolze Greif auch Deutschlands heimlicher Wappenvogel genannt - Deutschland trägt eine besonders hohe Verantwortung für ihn! Seit Beginn der 1990er Jahre nimmt der Bestand des Rotmilans in Deutschland kontinuierlich ab. Der Bruterfolg reicht nicht mehr aus, um die Verluste auszugleichen. Gründe dafür: Wie alle Vögel bevorzugen es auch Rotmilane in Ruhe ihre Jungen aufzuziehen. Kommt es zu übermäßigen Störungen, verlassen die Tiere zu oft ihren Horst. Dadurch kühlen die Eier oder Jungvögel aus oder fallen Nesträubern zum Opfer. Oder die Nahrung ist so knapp, dass die Jungtiere unterversorgt sind und so schwach sind, dass sie den Winter nicht überleben. Parallel mit dem Rückgang der Population hat sich die Landwirtschaft stark verändert. Dieser Problematik nimmt sich das Projekt Land zum Leben an: Die Landschaft soll wieder Rotmilan-freundlicher werden. Durch individuelle Beratung von Landnutzern zu Schutzmaßnahmen auf Äckern, Wiesen, Weiden und Wäldern kann wieder mehr Lebensraum für den wunderschönen Vogel geschaffen werden!

Mehr Land zum Leben

Das Projekt Land zum Leben ist ein bundesweites Vorhaben zum Erhalt des Rotmilans und zur Verbesserung seiner Lebensbedingungen. Die Deutsche Wildtier Stiftung beteiligt sich an dem Projekt. Das Vorhaben: In zehn Modellregionen in acht Bundesländern beraten die Experten des Projekts Landwirte, Waldbesitzer, kommunale Partner und die Öffentlichkeit zu Rotmilan-freundlicher Landnutzung und seinen Bedürfnissen.
Hauptziele: Die Nahrungsverfügbarkeit für die Greifvögel auf landwirtschaftlichen Flächen und die Brutbedingungen in Wäldern und Gehölzen zu verbessern. Im Zuge der weiteren Intensivierung der Landwirtschaft hat besonders der Rotmilan Probleme, ausreichend Nachwuchs groß zu ziehen, weil wichtige Flächen wie Grünland und Brachen für die Nahrungssuche fehlen. Darüber hinaus setzen den Vögeln Fressfeinde während der Brutzeit zu. In den Förderprogrammen der Länder wurden zahlreiche landwirtschaftliche Maßnahmen aufgenommen, die dem Rotmilan zu Gute kommen können. So können Artenschutz und nachhaltige Landnutzung miteinander kombiniert werden. Maßnahmen, die dem Rotmilan helfen, sind z.B. der Anbau einheimischer Futterpflanzen wie Luzerne, die viele Beutetiere des Milans beherbergt, die Anlage von Baumhecken, um später Brutplätze zu schaffen oder auch der Verzicht auf dicht stehende Kulturen wie Raps, die Greifvögeln den Blick auf den Boden versperren. Der Erfolg des Vorhabens ist somit abhängig davon, ob und in welchem Umfang diese Maßnahmen umgesetzt werden. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) koordiniert das Gesamtprojekt. Die Wissenschaftler des Dachverbands Deutscher Avifaunisten e.V. (DDA) untersuchen die Wirksamkeit der durchgeführten Aktivitäten zum Schutz der Art. Der Öffentlichkeit wird der Rotmilan und das Projekt Land zum Leben durch die Deutsche Wildtier Stiftung nahegebracht.

Der Rotmilan im Konflikt mit der Windenergie

Der Rotmilan führt - zusammen mit dem weitaus häufigeren Mäusebussard - die Liste der durch Windenergieanlagen getöteten Vögel an. In Brandenburg haben die Rotmilan-Verluste durch die Kollisionen mit Windkrafträdern schon populationsgefährdende Ausmaße erreicht. Schätzungen gehen von mehr als 300 Rotmilanen aus, die jährlich von Windenergieanlagen getötet werden. Aus diesem Grund ist der Rotmilan zu einem Symbol für den Konflikt zwischen Erneuerbaren Energien und Artenschutz geworden. Er ist regelmäßig Gegenstand von artenschutzrechtlichen Gutachten und Gerichtsverfahren. Dabei gibt es, was den Bau von Erneuerbaren Energien angeht, durchaus klare Empfehlungen: Die Vogelschutzwarten der Länder empfehlen aktuell einen Mindestabstand von 1500 m zwischen einem Rotmilannest und der nächstgelegenen Windkraftanlage, um das Verletzungs- und Todesrisiko der Greife zu minimieren. Erwachsene Vögel verunglücken häufiger als Jungvögel und das besonders oft zur Brutzeit, in der der Bedarf an Nahrung besonders hoch ist. Tragisch: Der Tod eines Elterntieres hat meist auch den Verlust der kompletten Brut zur Folge. Aufgrund der Brachflächen am Fuß der Anlagen sind Windparks paradoxerweise attraktiv für die Nahrungssuche der Vögel, denn hier ist die Vegetation niedrig und Beutetiere sind gut sichtbar. Die Rotoren der Anlagen werden dabei von den Rotmilanen offenbar nicht als Gefahr wahrgenommen. Auch der Schreiadler ist von einem Ausbau der Windenergie in seinem Lebensraum gefährdet. Die Deutsche Wildtier Stiftung ist darum gegen ein Ausbau von Windkraft im Wald. Sie engagiert sich für eine naturverträgliche Energiewende und für Erneuerbare Energieträger, die nicht zu Lasten einheimischer Wildtiere gehen.

Rotmilan im Flug

Projektwebsite Rotmilan

Das Verbundprojekt Rotmilan - Land zum Leben betreibt eine eigene Plattform mit detaillierten Informationen über den Rotmilan.

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Windräder im Lebensraum Wald

Windkraft und Artenschutz

Unser Engagement für die Vereinbarkeit von erneuerbaren Energien und Artenschutz kommt auch dem Rotmilan zugute.

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