Eichhörnchen

offline Eichhörnchen springend in der Luft mit Nahrung im Maul

Population in Deutschland:

keine Angabe möglich

Bedrohungsstufe:

1

nicht bedroht

Die Bestände haben zugenommen oder sind stabil.

2

rückläufig, aber nicht bedroht

Die Bestände sind bemerkbar zurückgegangen oder es ist eine Verschlechterung abzusehen.

3

bedroht

Die Bestände sind erheblich zurückgegangen oder durch menschliche Einwirkungen bedroht.

4

vom Aussterben bedroht

Ein extrem großes Risiko des Aussterbens in der Zukunft.

Einleitung

Eichhörnchen leben in Nadel-, Laub- und Mischwäldern mit alten Baumbeständen und sind fast in ganz Europa verbreitet. In Deutschland und vielen anderen Ländern haben sie sich zum Kulturfolger entwickelt. Sie halten sich gern in der Nähe der Menschen auf und sind in Städten, Gärten und Parks zu finden, solange es dort genügend Nahrung und Unterschlupf gibt. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf sondern Winterruhe und legen im Herbst Vorräte für die kalte Jahreszeit an, indem sie Nüsse und Samen im Boden verstecken.

Fakten

Lateinischer Name

Sciurus vulgaris

Eichhörnchen: Alter

bis zu 10 Jahre

Eichhörnchen: Gewicht

200 - 400 gr

Fußabdruck

Illustration in schwarz-weiß vom Eichhörnchen

Nahrungsdepots

Eichhörnchen legen vor dem Winter viele Depots mit Nahrungsvorräten an. Anders als andere Nager fressen sie sich keinen Winterspeck an und müssen die im Winter ein- bis zweistündige Aktivitätsphase nutzen, um Nahrung aus einem der Depots zu holen.

Nahrung

  • Baumfrüchte

  • Samen und Kerne

  • Triebe, Knospen und Blätter

  • Kleinvögel und Vogeleier

Feinde

Baummarder Hauskatzen

Größe

EichhörnchenMerkmale

Eichhörnchen variieren in ihrer Fellfärbung von hellrot bis braunschwarz und sind mit ihrem Körper perfekt an eine kletternde Lebensweise in Bäumen angepasst. Männchen und Weibchen sind anhand von Größe und Fellfarbe nicht zu unterscheiden. Auffallend sind ihre „Pinselohren“ und der circa 25 cm lange, und damit fast Körperlänge erreichende, buschige Schwanz.

EichhörnchenFell

Von hellem Rot bis schwärzlichem Braun: Die Fellfarbe der Eichhörnchen gibt es in allen Nuancen, nur der Bauch bleibt immer weiß. Die Farbe ist genetisch bedingt und von Umwelteinflüssen, wie beispielsweise dem Klima, abhängig. In höheren Lagen, etwain Nadelwäldern, sind Eichhörnchen eher dunkel gefärbt als in Laubwäldern des Flachlandes. Grund dafür ist die bessere Tarnung vor Feinden. Von Ostsibirien aus Richtung Westeuropa ändert sich die Fellfarbe von braunschwarz bis hellrot, in Mitteleuropa sind Eichhörnchen rötlich bis dunkelrot. Auch die Felldichte nimmt Richtung Westen ab.

Im Frühjahr und im Herbst findet beim Eichhörnchen ein Fellwechsel statt, Damit passt sich der Nager an die jeweiligen Außentemperaturen an.
Das Winterfell ist sehr viel dichter und dunkler gefärbt als das Sommerfell. Auch die Haarpinsel an den Ohren sind im Winter länger und fallen beim Fellwechsel im Frühling aus.

EichhörnchenHinterbeine

Die muskulösen Hinterbeine sind überproportional lang und eine weitere Anpassung an die kletternde Lebensweise. Mit ihren langen beweglichen Greifzehen an Hinter- und Vorderpfoten und ihren scharfen Krallen können Eichhörnchen mühelos auch an glatten Baumstämmen hoch und runter klettern.

EichhörnchenSchwanz

Mit Hilfe ihres Schwanzes können Eichhörnchen beim Klettern und Springen das Gleichgewicht halten. Außerdem wird der Schwanz im Flug von Ast zu Ast oder Baum zu Baum als Steuerruder, aber auch zur Kommunikation mit Artgenossen eingesetzt. Beispielsweise bei der Balz, wenn mehrere Männchen um ein Weibchen werben. Seitliches Schwanzwedeln bedeutet Nervosität und Erregung. Im Nest und Schlafplatz (Kobel) können Eichhörnchen sich auch komplett mit ihrem buschigen Schwanz bedecken und damit wärmen.

EichhörnchenLebensweise

Eichhörnchen sind tagaktive Baumbewohner und leben bevorzugt in Nadel, Laub- und Mischwäldern, aber auch in Gärten und Parks. Wichtig ist das Vorkommen von fruchttragenden Bäumen für eine abwechslungsreiche und stabile Nahrungsgrundlage. Im Herbst verstecken Eichhörnchen Vorräte für den Winter. Sie leben hauptsächlich einzelgängerisch und kommen nur zur Fortpflanzung zusammen. Eichhörnchen sind bekannt für ihre flinken Bewegungen, sie legen mit im Sprung Entfernungen von vier bis fünf Metern zurück. Die Nagetiere bauen kugelige Nester aus Zweigen, die Kobel genannt werden, dass immer ein Tier hineinpasst. Dort schlafen sie und ruhen tagsüber. Meist sind mehrere Kobel in Gebrauch. Für die Jungenaufzucht wird ein Wurfkobel gebaut. Es werden mindestens zwei Aus- bzw. Eingänge gebaut, um bei Gefahr einen Fluchtweg zu haben.

Ökologische Rolle

Lebensweise Eichhörnchen im Winter

Wintervorrat für den Waldaufbau

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf und legen daher Vorräte für den Winter an, wenn die Natur keine Nahrung mehr hergibt. Dazu vergraben die Tiere Samen, Nüsse oder Pilze im Boden, meist in der Nähe von Baumstämmen, oder verstecken sie in Spalten. Im Kobel wird keine Nahrung gelagert. Um ausreichend Vorräte für den Winter zurücklegen zu können, müssen im Sommer und Herbst genug Samen und Nüsse vorhanden sein.
Um die Nahrung wiederzufinden, nutzen die Tiere ihren Geruchsinn – an die genaue Lage des Verstecks erinnern sie sich nämlich nicht, auch wenn dies oft vermutet wird. Aus diesem Grund legen Eichhörnchen mehrere Verstecke an. Häufig werden die Vorräte nicht gefunden, sodass die eingegrabenen Samen im Frühjahr zu keimen beginnen. Beim Waldaufbau besetzen die Eichhörnchen damit eine wichtige ökologische Rolle

Nahrung

Lebensweise Eichhörnchen Nahrung

Allesfresser mit Vorliebe für Jungvögel

Eichhörnchen sind Allesfresser, ihre Nahrung richtet sich nach dem Angebot in ihrem Revier und variiert je nach Jahreszeit. Unerlässlich sind samentragende Bäume, denn die Nager fressen bevorzugt Nüsse und Samen (Hasel-, Walnüsse, Fichtensamen, Kiefernzapfen). Früchte (vor allem Bucheckern, Eicheln, Sonnenblumenkerne), Beeren, Pilze, Knospen und Triebe frischer Zweige, Rinde oder Obst stehen auch auf ihrem Speiseplan. Eichhörnchen sind zu dem Nesträuber und fressen nicht selten Jungvögel und Eier.
Abhängig von Größe und Jahreszeit verzehrt ein Eichhörnchen etwa 35 bis 80 g Futter pro Tag. Im Sommer sind es um die 80 g, im Winter um die 35 g täglich.
In Jahren, in denen Fichte, Eiche oder Buche viele Samen tragen, steigt auch die Zahl der Eichhörnchen deutlich an. Und umgekehrt: Wenn die Bäume wenig Früchte tragen, nehmen die Bestände ab. Das führt häufig zu größeren Wanderbewegungen in ergiebigere Nahrungsgebiete.

Fortpflanzung

Lebensweise Eichhörnchen Fortpflanzung

Paarung und Jungenaufzucht

Im Januar und Februar beginnt die Paarungszeit, die mit wilden Verfolgungsjagden eingestimmt wird. Dabei wird ein Weibchen oft von mehreren Männchen durch die Bäume gejagt. Die Paarung selbst findet bis zu zwei Mal jährlich statt: ab Ende Januar und im Spätsommer bis Ende August. Das Nest, der so genannte Wurfkobel, wird in einer geeigneten Astgabel in wenigstens sechs Meter Höhe gebaut. Nach der Paarung wird das Männchen vom Weibchen vertrieben, denn Eichhörnchen sind „polygyn“. Das bedeutet: Männchen paaren sich mit mehreren Weibchen und die Jungenaufzucht ist „Frauensache“. Wenn im Winter zu wenig Nahrung zur Verfügung steht, kann sich der erste Wurf auch bis in den Sommer verschieben.
Jeder Wurf umfasst circa 5 Junge, die nach 4 Wochen Tragezeit nackt und blind auf die Welt kommen . Nach der Geburt werden die Jungen noch etwa. 8 Wochen im Nest versorgt und gesäugt , bevor sie dann noch einige Monate bei der Mutter leben. Mit frühestens zwölf Monaten werden die Tiere geschlechtsreif. Das erste Jahr überlebt nur etwa jedes vierte oder fünfte Junge.. Grund dafür sind vor allem Fressfeinde wie der Baummarder, für den die Jungtiere leichte Beute sind.

EichhörnchenBedrohungen

Grundsätzlich gilt das Eichhörnchen in Europa nicht als bedroht. Allerdings weiß man nur sehr wenig über die Bestandssituation, denn die Zahlen schwanken stark in Abhängigkeit von der Nahrungsverfügbarkeit. Eichhörnchen haben zwar viele Feinde, diese haben jedoch keinen erheblichen Einfluss auf die Bestände. Schlimmer ist der zunehmende Verlust von alten Laub- und Mischwäldern, der zu einem Rückgang der Populationen beitragen kann.

Graue Konkurrenz aus Amerika

Neozoen

Das größere und stärkere Grauhörnchen wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien eingebürgert, mit erheblichen Folgen: Das Europäische Eichhörnchen wurde damit auf der Insel fast komplett aus seinem Lebensraum verdrängt. Auch in Italien und der Schweiz sind Eichhörnchen mittlerweile seltener zu finden. Grauhörnchen sind robuster und anpassungsfähiger, finden leichter Nahrung (manchmal auch die vom fuchsroten Eichhörnchen) und wird selbst von weniger Fressfeinden bedroht. Die größte Bedrohung geht jedoch von einem Pocken-Virus aus, den die Grauhörnchen in sich tragen und gegen den sie selbst immun sind. Infizieren sich Eichhörnchen damit, werden ihre Abwehrkräfte schleichend lahmgelegt. Meist verläuft die Krankheit tödlich. In Deutschland gibt es bis jetzt keine Hinweise auf hier lebende Grauhörnchen. Die Erfahrung zeigt aber: Sobald sich das Grauhörnchen in angrenzenden Ländern wie der Schweiz oder Österreich ausbreitet, ist der Weg nach Deutschland nicht weit.

Grauhörnchen

Verlust alter Baumbestände

Intensivierung der Forstwirtschaft

Eichhörnchen brauchen Bäume, die ihnen Nahrungsgrundlage sowie einen Platz zum Schlafen und zur Jungenaufzucht bieten. Da die Nager auf die Samen, Triebe und Knospen von Bäumen angewiesen sind, spielt das Alter der Bäume eine entscheidende Rolle. Erst ab einem gewissen Alter produzieren die Bäume Samen - Kiefern und Fichten nach etwa 20 Jahren, Buchen beispielsweise erst nach 80 Jahren. Eichhörnchen benötigen daher alte Baumbestände, um satt zu werden! Da die Samenbildung von Jahr zu Jahr variiert, bieten alte Misch- und Laubwälder ein sicheres und abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Auch wenn Eichhörnchen noch überall zu finden sind, kann die Intensivierung der Forstwirtschaft zu einer Gefährdung für sie werden, denn naturnahe Wälder mit alten Bäumen werden zunehmend kleiner und eintöniger.

Eichhörnchen Bedrohung Baumbestände

EichhörnchenWas wir tun

Wir schaffen Lebensraum für das Europäische Eichhörnchen auf den stiftungseigenen Flächen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Denn dort entwickelt sich die Natur ohne menschliches Einwirken. Alle Flächen werden naturnah und nachhaltig bewirtschaftet, also im Einklang mit den Bedürfnissen heimischer Wildtiere.

Geschützter Lebensraum im Wildtierland

Artenschutzprojekte

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat von der Bundesregierung Flächen aus dem Nationalen Naturerbe(abgekürzt: NNE) geschenkt bekommen mit der Verpflichtung, sie dauerhaft für den Natur- und Artenschutz zu sichern. Als Rückzugsgebiete für heimische Wildtiere gedacht wird der menschliche Einfluss hier so gering wie möglich gehalten. In großen, geschlossenen Waldgebieten mit alten Baumbeständen finden Eichhörnchen einen optimalen Lebensraum.
Nach dem Vorbild der NNE-Flächen wird auch auf den Flächen im Wildtierland Gut Klepelshagen in Mecklenburg-Vorpommern darauf geachtet, viele alte Bäume zu erhalten. Sie bieten einen optimalen Lebensraum für Eichhörnchen.

Projekte

Wir bieten Eichhörnchen Lebensraum auf unseren Flächen mit alten Baumbeständen, die naturnah bewirtschaftet werden oder dem Prozessschutz unterliegen.

Alter Baumstamm.

Wildtierland - Landschaften in guten Händen

Mit dem Kauf von Flächen können Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen dauerhaft gesichert werden.

Zum Projekt
Gut Klepelshagen

Gut Klepelshagen - wirtschaften mit der Natur

Auf Gut Klepelshagen zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung, wie hervorragend ein Leben und Wirtschaften mit der Natur funktionieren kann.

Zum Projekt

EichhörnchenHelfen

Eichhörnchen sind nicht bedroht. Indem wir Lebenraum schaffen, helfen wir allen heimischen Wildtieren. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende.

Auf unserer Fläche Woldeforst leben viele Eichhörnchen.

Lebensraum Spenden

Woldeforst ist eine Fläche, die wir aus dem Nationalen Naturerbe übernommen haben. Sie bietet dem Eichhörnchen einen artgerechten Lebensraum.

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Alle Spendengelder werden in voller Höhe ohne Abzug von Verwaltungskosten und Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit für Wildtier- und Naturschutzprojekte verwendet.

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