Fischotter

Ruheloser Fischjäger

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Population in Deutschland:

keine Angabe möglich

Bedrohungsstufe:

1

nicht bedroht

Die Bestände haben zugenommen oder sind stabil.

2

rückläufig, aber nicht bedroht

Die Bestände sind bemerkbar zurückgegangen oder es ist eine Verschlechterung abzusehen.

3

bedroht

Die Bestände sind erheblich zurückgegangen oder durch menschliche Einwirkungen bedroht.

4

vom Aussterben bedroht

Ein extrem großes Risiko des Aussterbens in der Zukunft.

Einleitung

Der Fischotter ist ein Einzelgänger mit faszinierenden Anpassungen an seine Lebensweise im Wasser und an Land. Wie ein artistischer Kunstschwimmer jagt er Fische und taucht nach Krebsen, ist aber auch an Land geschickt in der dichten Ufervegetation auf der Suche nach Nahrung. Sein einmaliges Fell wäre ihm fast zum Verhängnis geworden: Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Fischottern nachgestellt, um ihre kostbaren Pelze zu verarbeiten. Zudem wurden Otter als Schädlinge an Fischteichen stark bejagt und viele Fischotter ertranken in Fischreusen. In vielen Teilen Deutschlands gilt der Fischotter nach wie vor als ausgestorben.

Fakten

lateinischer Name

Lutra lutra

Fischotter: Alter

bis zu 13 Jahre

Fischotter: Gewicht

bis zu 12 kg

Dichtes Fell

Der Fischotter hat das dichteste Fell heimischer Wildtiere. Auf einem Quadratzentimeter Haut befinden sich bis zu 50.000 Haare – der Mensch hat dagegen auf gleicher Fläche im Durchschnitt nur 120 Haare auf dem Kopf.

Bild eines Fischotters

Schwimmgeschwindigkeit

Fischotter können nahezu lautlos schwimmen und dabei alle Geräusche und Gerüche wahrnehmen. Während sich der übrige Körper im Wasser befindet, liegen Ohren, Nase und Augen auf einer Linie kurz oberhalb des Wasserspiegels.

Nahrung

  • Kleinsäuger

  • Wirbellose

  • Schalentier

  • Amphibien

Feinde

Wolf Luchs Seeadler

Größe

FischotterAussehen

Fischotter sind große, muskulöse Marder mit dunkelbrauner Oberseite und flachem, breitem Kopf. Mit zunehmendem Alter werden Hals und Brust heller. Der kräftige Schwanz misst ungefähr ein Drittel der Gesamtkörperlänge. An den Pfoten befinden sich Schwimmhäute, die für den Antrieb beim Schwimmen und Tauchen sorgen.

FischotterKörperbau

Der Körperbau des Fischotters ist kräftig und gedrungen. Wie die deutlich kleineren Nerze ist auch dieser Marder vollständig ans Leben im und am Wasser angepasst. Bei der Jagd auf Fische und Krebse bewegt sich der Fischotter mit großer Eleganz und Schnelligkeit im Wasser und ist ein ausdauernder Taucher. Der kräftige Schwanz dient als Steuer, die Schwimmhäute an den vier Pfoten liefern einen starken Antrieb. Augen, Ohren und Nase bilden beim Schwimmen eine Linie oberhalb des Wasserspiegels. Mit Hilfe der stark ausgeprägten Fibrissen (Schnurrhaare) machen Fischotter ihre Beute auch im trüben Wasser ausfindig.

FischotterFell

Sein extrem dichtes Fell schützt den Fischotter gegen Nässe und Kälte. Im Gegensatz zu Meeressäugern wie Walen oder Robben hat der Fischotter keine Fettschicht, die ihn isoliert. Bis zu 50.000 Haare befinden sich auf einem Quadratzentimeter Haut – ein Rekord unter heimischen Wildtieren. Insgesamt kommen so bis zu 100 Millionen Haare zusammen, die für die notwendige Isolation sorgen. Diese sind miteinander verzahnt und bewirken auf diese Weise, dass im Wasser Luft zwischen ihnen eingeschlossen wird, die der Thermoregulation dient. Bei Tauchgängen werden diese Luftpolster durch den Druck zum Teil wieder aus dem Fell gepresst, was zu langen Blasenketten führt, die tauchende Otter hinter sich herziehen. Die Haut des Otters bleibt so immer trocken und warm - sogar wenn sie unter Wasser ist.

FischotterLebensweise

Fischotter sind überwiegend nachtaktive Einzelgänger, nur gelegentlich verbringen sie Zeit mit Artgenossen. Während ihrer Aktivitätsphasen sind sie auffällig ruhelos, ständig auf Nahrungssuche und neugierig. Ihre Streifgebiete, die mehrere Kilometer Ufer von Seen oder Flüssen umfassen, kontrollieren sie regelmäßig.

Lebensraum

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Wohnungsbau am Flussufer

Für die Tagesruhe suchen Fischotter selbstgegrabene oder bereits vorhandene Erdhöhlen im Uferbereich auf. Auch Verstecke im ufernahen Wurzelwerk, Totholz und Schilfröhricht werden gerne genutzt. Entlang ihrer Uferreviere, die sich über mehrere Kilometer erstrecken, nutzen Fischotter meist mehrere Schlafplätze. In besonders guten Verstecken erfolgt auch die Jungenaufzucht. Zur Revierabgrenzung setzen Fischotter häufig Kotmarkierungen an herausragenden Steinen oder anderen prominenten Stellen ab. Die Losung hat einen charakteristisch tranigen Geruch und enthält unverdauliche Schuppen und Gräten von Fischen.

Nahrung

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Geschickter Feinschmecker

Wie alle Marderartigen ist auch der Fischotter bei seiner Nahrung nicht wählerisch. Auf dem Speiseplan ganz oben stehen Fische aller Art. Aber er frisst alles Tierische, was er erwischen kann, wobei das Nahrungsspektrum je nach Angebot saisonal schwankt: Krebse, Amphibien, Wasservögel, kleine Säugetiere und Wirbellose wie Schnecken und Insekten. Er stöbert auf dem Gewässergrund unter Steinen und Totholz nach Nahrung. Seine langen Tasthaare helfen ihm dabei, auch kleine Beutetiere aufzuspüren. Bis zu acht Minuten bleibt er dafür unter Wasser. Kleinere Beute frisst er schwimmend sofort - für größere schwimmt er an Land. Unverdauliche Nahrungsbestandteile, wie Fischschuppen, Gräten und Knochen werden mit dem Kot ausgeschieden.

Fortpflanzung

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Familiengründung im Frühjahr

Die Paarungszeit, in der Männchen und Weibchen einige Tage zusammen verbringen, liegt im Februar und im März. Außerhalb dieser Zeit sind Fischotter Einzelgänger. Nach rund zwei Monaten Tragzeit werfen die Weibchen bis zu fünf, meist drei Junge im Schutz einer gut versteckten Höhle. Die Jungen werden rund drei Monate lang gesäugt, begleiten ihre Mutter aber bereits mit sechs Wochen gelegentlich auch ins Wasser. Die Männchen beteiligen sich nicht an der Jungenaufzucht. Etwa ein Jahr bleiben sie im mütterlichen Aktionsraum bevor sie sich eigene Streifgebiete erkunden – eine intensive Lernphase, in der vermutlich auch Jagdtechniken der Mutter übernommen werden. Mit etwa zwei Jahren werden Fischotter geschlechtsreif.

FischotterBedrohungen

Zu den größten Bedrohungen des eleganten Wassermarders gehört der Straßenverkehr. Denn eine absolute Eigenart des Otters ist es, dass er es strikt vermeidet, unter Brücken hindurch zu schwimmen! Lieber nimmt er Umwege in Kauf.

Riskante Überquerung

Straßenverkehr

In Deutschland war der Fischotter lange vom Aussterben bedroht. Aktuell wird er in der Roten Liste der gefährdeten Tierarten Deutschlands in der Kategorie 3 (bedroht) geführt. Die größte Gefahr für den Fischotter ist der Straßenverkehr, denn Straßen zerschneiden immer wieder seine Wanderkorridore entlang von Gewässern. Fischotter scheuen sich, unter Brücken hindurch zu schwimmen. Warum das so ist, konnte bislang von Biologen noch nicht eindeutig geklärt werden. Gibt es keine Möglichkeit für den Fischotter eine Brücke trockenen Fußes auf der Uferkante, einer sogenannten Berme, zu unterqueren, so wählt er den gefährlichen Weg über die Straße hinweg.

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Tödliche Reusen

Fischerei

In der Teichwirtschaft kann der Fischotter Schaden anrichten, denn Forellen- und Karpfenteiche sind ein Schlaraffenland für den flinken Jäger. Aus diesem Grund ist er bei Fischwirten nicht sonderlich beliebt und wurde lange Zeit intensiv bejagt. Heute schützen Elektrozäune die bewirtschafteten Zuchtteiche vor dem Fischliebhaber.
Gefährlich wird sein Appetit, wenn der Fischotter versucht, in aufgestellte Fischreusen zu gelangen. In den engen Garngeflechten bleibt der Fischotter stecken – er kann sich nicht mehr befreien und erstickt. Eingebaute Metallgitter, sogenannte Otterkreuze im Eingang dieser Reusen können das Eindringen von Fischottern verhindern.

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Tier mit trauriger Vergangenheit

Systematische Jagd

Noch bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurden Fischotter systematisch gejagt und beinahe ausgerottet. Jäger stellten ihnen mit Otterhunden, einer speziell für die Otterjagd gezüchtete Hunderasse nach und kassierten Prämien für jedes erlegte Tier. Sein Fell war begehrt: Es ist extrem dicht und schützt sehr gut vor Kälte. Doch den Jägern ging es nicht nur ums Fell. Als Nahrungskonkurrenten des Menschen richteten sie Schäden in Fischzuchten an. Zudem mussten die Fischbestände der natürlichen Gewässer mit dem Otter geteilt werden. Darüber hinaus stand das Fleisch des Fischotters früher sogar auf dem Speiseplan der Küchen: Als Tier, das überwiegend im Wasser lebt, galt er vielen als „Fisch“ und durfte deshalb auch in der Fastenzeit gegessen werden.

FischotterWas wir tun

Fischotter sind angewiesen auf möglichst naturnahe Gewässer-Lebensräume. Neben versteckreichen Strukturen und natürlichen Ufern ist die Gewässerqualität von entscheidender Bedeutung, vor allem für seine wichtigsten Beutetiere, Fische und Krebse. Die Begrenzung von Schadstoffeinträgen, die Förderung natürlicher Regenerationsprozesse von Gewässern und der Erhalt naturnaher Uferstrukturen lassen sich am besten durch Flächenschutz und das Zulassen natürlicher Prozesse erzielen. Die Idee des Nationalen Naturerbes entspricht genau diesem dauerhaften Schutz von Lebensräumen und Arten. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat seit 2007 die Verantwortung für Naturerbeflächen in Mecklenburg-Vorpommern übernommen, in denen auch der Fischotter Lebensräume vorfindet. In elf Naturerbe-Gebieten mit 3.640 Hekar wird das Ziel der Waldwilnis auf insgesamt rund 3.150 Herkar verfolgt.

Lebensraum schützen

Lebensraum Nationales Naturerbe

Auf unseren Naturerbeflächen in Mecklenburg-Vorpommern wird die Natur mittelfristig, überwiegend bereits jetzt schon, sich selbst überlassen – beste Voraussetzung für den scheuen Fischotter. Er profitiert von einer natürlichen Waldentwicklung, in der kaum forstwirtschaftlichen Beunruhigungen stören und zunehmende Totholzstrukturen ein hohes Versteckangebot bieten. Durch unsere Bemühungen ehemalige Feuchtwälder wiederzuvernässen, schaffen wir nicht nur Lebensräume für den Otter und seine Beutetiere, sondern auch für den Biber, den Waldiltis, für unzählige Insekten und viele Vogelarten. Fischotter konnten im Rahmen von gezielten Erhebungen und durch Zufallsbeobachtungen bereits in unseren Naturerbeflächen Schwichtenberg, Eichhorst und Caselower Heide bzw. in deren unmittelbaren Umgebungen nachgewiesen werden.

Projekte

Viele unserer Projekte haben zum Ziel, Lebensräume für eine Vielzahl von Arten durch Prozessschutz oder durch nachhaltige Bewirtschaftung zu bewahren und zu fördern. Einen Prädatoren, wie dem Fischotter, der am Ende der Nahrungskette steht und ein vielfältiges Spektrum an Beutetieren nutzt, kommen sämtliche Arten- und Flächenschutzmaßnahmen zugute.

Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

Wildtierland

Auf unseren Naturerbeflächen, auf denen die Nutzung entweder bereits eingestellt ist oder mittelfristig eingestellt wird, finden Fischotter dort, wo Gewässer vorhanden sind, optimale Lebensräume mit einem großen Versteckangebot und ausreichend Ruhezonen vor.

Zum Projekt
Gut Klepelshagen

Gut Klepelshagen – wirtschaften mit der Natur

Auch die ressourcenschonende Bewirtschaftung unserer Flächen auf Gut Klepelshagen, in Bredenfelde und in Fintel nutzt dem Fischotter. Eine rücksichtsvolle Forstwirtschaft in der Nähe von Gewässern und eine Gewässer schonende Landwirtschaft fördern Fischotterlebensräume.

Zum Projekt

FischotterHelfen

Unterstützen Sie unsere Bemühungen, Naturerbeflächen durch Flächentausch zusammenzulegen oder zu vergrößern. Helfen Sie mit, das Wasserregime in Feuchtwäldern zurückzugewinnen.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie uns, Lebensraum für Wildtiere zu schaffen.

Spenden

Alle Spendengelder werden in voller Höhe ohne Abzug von Verwaltungskosten und Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit für Wildtier- und Naturschutzprojekte verwendet.

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