Kreuzspinnen

Leben am seidenen Faden

offline Kreuzspinne

Population in Deutschland:

keine Angabe möglich

Bedrohungsstufe:

1

nicht bedroht

Die Bestände haben zugenommen oder sind stabil.

2

rückläufig, aber nicht bedroht

Die Bestände sind bemerkbar zurückgegangen oder es ist eine Verschlechterung abzusehen.

3

bedroht

Die Bestände sind erheblich zurückgegangen oder durch menschliche Einwirkungen bedroht.

4

vom Aussterben bedroht

Ein extrem großes Risiko des Aussterbens in der Zukunft.

Einleitung

Kreuzspinnen gehören zur Familie der Echten Radnetzspinnen. Man erkennt sie an ihrem hellen Kreuz auf dem Hinterleib. Die Gartenkreuzspinne ist die bekannteste Kreuzspinne in Deutschland.

Fakten

lateinischer Name

Araneus

Kreuzspinnen: Alter

bis zu 3 Jahren

Kreuzspinnen: Gewicht

von 1 bis 1,5 Gramm

Sind Kreuzspinnen giftig?

Das Gift der Kreuzspinne, das aus verschiedenen Eiweißstoffen besteht, ist für den Menschen nicht gefährlich. Die vorne am Kopf sitzenden Giftklauen sind kurz und können die menschliche Haut kaum durchdringen. Wenn dies doch einmal klappt (etwa bei Kindern), juckt die Haut und der Biss ähnelt dem eines Mückenstichs. Das ist unangenehm, aber nicht gefährlich, solange man nicht allergisch reagiert.

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Das Radnetz

Für ein Radnetz, das die Kreuzspinne in weniger als einer Stunde baut, produziert sie um die 20 Meter Spinnfaden.

Nahrung

  • Insekten

Feinde

Vögel Amphibien Reptilien

Größe 5 - 17 mm

KreuzspinnenMerkmale

Erkennungsmerkmal der Kreuzspinne ist ihr helles Kreuz auf dem Hinterleib, das immer aus fünf hellen Flecken besteht: Wer genau hinschaut, entdeckt vier längliche Flecken und einen kreisförmigen Fleck in der Mitte. Ihre Körperfärbung variiert je nach Verbreitungsgebiet von gelblich / hellbraun über rot bis fast schwarz in Gebirgsregionen. Die Körperfarbe ist an den Lebensraum angepasst und dient der Tarnung. Besonderes Merkmal der Kreuzspinnen ist ihr meisterhaft gewebtes Radnetz.

KreuzspinnenDas Radnetz - kunstvoll gewebt

Der Bau eines Radnetzes dauert etwa 45 Minuten und gliedert sich in diese drei aufeinanderfolgenden Phasen:

  1. Bau des Grundgerüsts:
    Zunächst legt die Kreuzspinne ein Y-förmiges Grundgerüst an: Nachdem sie zum Beispiel einen Ast erklommen hat, erzeugt sie einen Spinnfaden (Flugfaden), der sich mithilfe des Windes an einem anderen Ast verfängt. Von der Mitte dieses sogenannten Brückenfadens aus zieht die Spinne dann einen Faden nach unten und verankert diesen.

  2. Rahmen- und Speichenbau:
    Anschließend beginnt sie, von einem der oberen Ankerplätze die Rahmenfäden, zwischen den drei Eckpunkten zu ziehen. Zunächst sind noch einige Radialspeichen nötig, die auch Stützfäden genannt werden. Sie verlaufen aus dem Netzmittelpunkt zu den Rahmenfäden.

  3. Anlegen der Spirale:
    Dann wird von der Netzmitte ausgehend eine Hilfsspirale gewebt, die mit den Radialspeichen leicht verknüpft wird. Nach Fertigstellung dieser Hilfsspirale beginnt der Bau der eigentlichen Fangspirale. Dazu wird ein sehr klebriger Faden ausgeschieden (Fangfaden), der von außen zur Netzmitte spiralförmig gesponnen wird. Die Hilfsspirale wird dabei gleichzeitig recycelt, indem sie aufgefressen wird.

KreuzspinnenErwachsenwerden durch Häutung

Wie alle Gliederfüßer besitzen Spinnen ein festes Außenskelett. Nur ihr Hinterteil ist weichhäutig und kann sich darum stark ausdehnen. Um aber überhaupt wachsen zu können, muss sich jede Spinne mehrmals häuten. Die erste Körperhülle wird bereits mit dem Schlüpfen aus dem Ei abgestreift. Im Abstand von mehreren Wochen häuten sich die Spinnen dann noch einige Male, bis sie mit der allerletzten Häutung geschlechtsreif werden.

KreuzspinnenSpinnenseide - ein elastischer Superstoff

Die Seidenfäden der Kreuzspinne stellen alle von Menschen oder Maschinen gefertigten Hightechmaterialien an Festigkeit, Elastizität, Dehnbarkeit und Feinheit in den Schatten. Bezogen auf ihr Gewicht ist Spinnenseide viermal so belastbar wie Stahl und kann um das Dreifache ihrer Länge gedehnt werden, ohne zu reißen. Die Fäden des Spinnennetzes bestehen aus verschiedenen Eiweißen, die in den Spinndrüsen im Hinterleib hergestellt (synthetisiert) werden. Wird der Faden anschließend durch die sechs Spinnwarzen (sie sitzen ebenfalls am Hinterleib) ausgeschieden, ist er besonders elastisch, aber auch klebrig.

KreuzspinnenLebensweise

Kreuzspinnen leben solitär, das heißt, sie sind Einzelgänger. Nur die Weibchen bauen Spinnennetze, während die Männchen nach Erreichen der Geschlechtsreife kein Netz mehr bauen, sondern umherstreifen. Das Weibchen sitzt entweder in der Mitte ihres Radnetzes oder versteckt in einer der oberen Ecken des Netzes. Von dort aus ist sie über einen Signalfaden mit dem Netz verbunden. Insekten, die sich im Netz verheddern, registriert sie deshalb sofort.

Lebensraum

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Leben am seidenen Faden

Kreuzspinnen leben vorzugsweise in halbschattigem und offenem Gelände, zum Beispiel an Waldrändern, auf Streuobstwiesen, in Gärten und Parks, aber auch an Hauswänden. Sie bauen ihr Radnetz meist in Bodennähe in einer Höhe von etwa 1,5 bis 2,5 Metern. Dabei ist jedes Netz vom Aufbau her gleich konstruiert. Je nach Spinnenart unterscheiden sich die Netze in der Anzahl der Speichen, im Durchmesser oder in der Dichte der Fangfäden. Mit der Zeit verlieren die Spinnennetze aufgrund von Staub ihre Klebefähigkeit, weshalb sie oft erneuert werden (häufig jede Nacht). Behält die Spinne ihren Standort, bleiben die Rahmenfäden meist erhalten und lediglich die Speichen und Fangfäden werden ersetzt. Der Restfaden wird von der Spinne aufgefressen und für den neuen Netzbau „recycelt“ und eingesetzt.

Nahrung

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Geschickter Fliegenfänger

Gerät eine Fliege in die Klebefäden des Netzes, werden kleine Erschütterungen erzeugt, welche die Spinne sofort alarmieren. Nach kurzer Begutachtung wird die Beute sofort mit Spinnenseide eingewickelt. Dann erfolgt ein kurzer Biss mit den Kieferklauen, durch den ein lähmendes Gift in die Beute injiziert wird. Die eingesponnene Fliege wird nun in eine Ecke abtransportiert, wo sie in Ruhe verspeist werden kann oder sie wird als Vorrat eingesponnen im Netz hängen gelassen. Spinnen können ihre Beute nicht zerkauen, sondern sie verdauen ihre Nahrung außerhalb ihres Körpers. Dazu spritzen sie Verdauungssaft in oder auf die Beute, wodurch das Gewebe des Opfers aufgelöst wird. Die Flüssigkeit mit den zersetzten Gewebeteilchen kann dann von der Spinne aufgesaugt werden. Nur die harten Chitinteile des Außenskeletts halten dem Verdauungssaft stand und bleiben übrig. Der Verzehr der Beute dauert oft recht lange, so dass sie meist im geschützten Bereich gefressen wird.

Fortpflanzung

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Eier werden in Watte gepackt

Im August gehen Spinnen-Männchen auf die Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Trifft das Männchen auf ein Weibchen, spinnt es einen Werbefaden zum Netz des Weibchens und zupft vorsichtig daran, um die Paarungsbereitschaft des Weibchens zu prüfen. Ist sie paarungswillig, kommt sie zu ihm und richtet dem Männchen die Bauchseite mit den beiden Genitalöffnungen entgegen. Das Männchen springt blitzschnell auf das Weibchen, führt einen Taster ein und entfernt sich bereits nach etwa 10 bis 20 Sekunden wieder. Das Weibchen stellt im September oder Oktober mehrere Kokons her, die mit gelblicher Fadenwatte umsponnen und jeweils mit 40 bis 50 Eiern gefüllt werden. Sie werden an einer geschützten Stelle abgelegt. Nach der Eiablage stirbt das Weibchen. Die Jungspinnen überwintern im Kokon und schlüpfen im folgenden Frühjahr, überwintern erneut und werden erst im darauf folgenden Jahr geschlechtsreif.

KreuzspinnenBedrohungen

Kreuzspinnen sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz geschützt und nicht bedroht. Trotzdem finden sie unseren Gärten und Parks immer weniger geeignete Lebensräume. Grünflächen werden immer artenarmer und exotischer. Immer mehr einheimische Pflanzen fehlen und damit die Insekten, die den Spinnen als Nahrung dienen. Die Deutsche Wildtier Stiftung empfiehlt darum, immer auch eine natürliche „unaufgeräumte“ Ecke stehen zu lassen, um Lebensraum für Kreuzspinnen zu schaffen. Auf den Einsatz von Pestiziden sollte verzichtet werden.

KreuzspinnenWas wir tun

Wir bieten Kreuzspinnen Lebensraum auf den stiftungseigenen Flächen in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Denn dort entwickelt sich die Natur ohne menschliches Einwirken oder die Flächen werden naturnah bewirtschaftet, also im Einklang mit den Bedürfnissen der Wildtiere.

Forschung zur Mensch-Wildtier-Beziehung

Naturbildung

Die Deutsche Wildtier Stiftung zeichnet alle zwei Jahre wissenschaftliche Arbeiten aus, die sich mit herausragender Forschung an heimischen Wildtieren befassen. 2015 erhielt die Psychologin Uta Maria Jürgens den Forschungspreis für ihr Promotionsprojekt, in dem sie das von Vorurteilen geprägte Mensch-Wildtier-Verhältnis untersucht.

Wildtiere berühren die meisten Menschen emotional. Die einen werden gefüttert und romantisiert, die anderen verdammt und gefürchtet. Aus Unwissenheit gibt es dann Vorurteile gegen einzelne Arten. Oft fehlt es schlicht an Fakten und Aufklärung. Die Mensch-Wildtier-Beziehung ist ein nicht immer ganz einfaches Verhältnis. In der Koexistenz zwischen Mensch und Wildtier kann aus einem eher harmlosen Tier schnell ein „Problemtier“ werden.
Spinne, Wolf und Rabenvögel: diese drei Modelltiere hat sich die Forschungspreisträgerin der Deutschen Wildtier Stiftung Uta Maria Jürgens herausgesucht, um herauszufinden, welche Gefühle Menschen diesen Wildtieren gegenüber hegen – und wie diese entstehen. An denen sie die psychologischen Determinanten untersuchen will, die der ambivalenten Beziehung des Menschen zu potenziell „problematischen“ Wildtieren zugrunde liegen. Vereinfacht gesagt: Warum genau erzeugen Spinnen bei Menschen so extreme Gefühle?
Ein spannendes Projekt, denn fragen Sie sich selbst: Welches Adjektiv würden Sie einer Spinne zuordnen? Finden Sie Spinnen nützlich, ekelig oder faszinierend? Sie werden merken, dass Sie sich relativ schnell eine Meinung dazu bilden. Mit ihrer Forschungsarbeit möchte Uta Maria Jürgens herausfinden, auf welcher (psychologischen) Grundlage diese Meinung entsteht.

Projekte

Wir bieten Kreuzspinnen Schutz auf unseren Flächen, die naturnah bewirtschaftet werden oder dem Prozessschutz unterliegen.

Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

Wildtierland

Mit dem Kauf von Flächen können Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen dauerhaft gesichert werden.

Zum Projekt
Gut Klepelshagen

Gut Klepelshagen - wirtschaften mit der Natur

Auf Gut Klepelshagen zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung, wie hervorragend ein Leben und Wirtschaften mit der Natur funktionieren kann.

Zum Projekt

KreuzspinnenHelfen

Kreuzspinnen sind nicht bedroht. Indem wir Lebensraum schaffen, helfen wir jedoch allen heimischen Wildtieren. Unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende!