Wildbienen

Wichtige Bestäuber für eine Vielzahl von Pflanzen

offline Wildbiene in Nahaufnahme

Population in Deutschland:

582 Arten

Bedrohungsstufe:

1

nicht bedroht

Die Bestände haben zugenommen oder sind stabil.

2

rückläufig, aber nicht bedroht

Die Bestände sind bemerkbar zurückgegangen oder es ist eine Verschlechterung abzusehen.

3

bedroht

Die Bestände sind erheblich zurückgegangen oder durch menschliche Einwirkungen bedroht.

4

vom Aussterben bedroht

Ein extrem großes Risiko des Aussterbens in der Zukunft.

Einleitung

Wildbienen gehören, wie die Honigbiene, innerhalb der Insektenordnung der Hautflügler zur Familie der Echten Bienen. Sie sind jedoch meist Einzelgänger und leben solitär. Nur die Hummeln sowie einige Arten der Furchenbienen besitzen eine soziale Lebensweise. Eines haben sie allerdings gemeinsam: Sie mögen es gern warm und trocken.

Fakten

Lateinischer Name

Apidae

Wildbienen: Alter

bis zu 6 Wochen

Wildbienen: Gewicht

wenige mg - 1,2 g

Fortpflanzung

Jedes Nest solitärer Wildbienen enthält nur ein Weibchen. Im Laufe seines vier- bis achtwöchigen Lebens baut es ganz allein 4–30 Brutzellen und versorgt sie mit allem, was die Larve zum Gedeihen braucht. Stets wird eine Zelle fertiggestellt, bevor mit der nächsten begonnen wird.

Biene schwarz weiß

Spezialisten

30% aller nestbauenden Wildbienen sind auf den Pollen ganz bestimmter Pflanzenfamilien, -gattungen oder sogar –arten angewiesen um ihren Nachwuchs zu versorgen. Man nennt diese Arten oligolektisch.

Nahrung

  • Nektar und Pollen

Feinde

Vögel Spinnen Wespen Hornissen

Größe

WildbienenAussehen

Wildbienen haben eine enorme Vielfalt in Gestalt und Aussehen. Sie existieren in zahlreichen Formen und Farben. Dabei können sie leicht mit Schwebfliegen oder Wespen verwechselt werden. Die meisten Wildbienen sind pelzig behaart, andere jedoch sind wiederum fast kahl.

WildbienenBehaarung

Bienen lassen sich unter anderem an ihrem flauschigen Pelz erkennen. Besonders bei den nestbauenden Bienen ist die Behaarung stark ausgeprägt. Dabei reicht die Färbung über rot, braun, weiß bis hin zu gelb oder orange und ist nahezu einzigartig unter den Stechimmen. An dem sehr feinen Pelz bleiben viele Pollen hängen, den die Bienen zur Versorgung ihrer Brut benötigen. Das machen die einzelnen feinsten Härchen, die gefiedert oder gegabelt sind, möglich.

WildbienenLebensweise

Die meisten Wildbienen leben solitär. Die Weibchen bauen ihre Nester allein und versorgen ihre Brutzellen ohne die Hilfe von Artgenossen. Nur die Hummeln, sowie einige Arten der Furchenbienen, besitzen eine soziale Lebensweise ähnlich der Honigbiene. Rund ein Viertel aller Wildbienen in Deutschland betreibt überhaupt keine Brutvorsorge – das sind die Kuckucksbienen. Diese schleichen sich als Parasitenweibchen in fremde Wildbienennester ein. Die Kuckuckslarven ernähren sich vom Pollenvorrat der Wirtsbiene und schlüpfen später anstelle der Wirtslarven, die verhungern.

Ökologische Rolle

Wildbienen sind wichtige Bestäuber

Unverzichtbare Bestäuber

Im Gegensatz zur Honigbiene, die Staaten bildet, sind die meisten Wildbienen Einzelgänger – sie leben solitär. Die Weibchen bauen ihre Nester allein und versorgen ihre Brutzellen ohne die Hilfe von Artgenossen. Nur die Hummeln, sowie einige Arten der Furchenbienen, besitzen eine soziale Lebensweise ähnlich der Honigbiene. Rund ein Viertel aller Wildbienen in Deutschland betreibt überhaupt keine Brutvorsorge – das sind die Kuckucksbienen. Diese schleichen sich als Parasitenweibchen in fremde Wildbienennester ein. Die Kuckuckslarven ernähren sich vom Pollenvorrat der Wirtsbiene und schlüpfen später anstelle der Wirtslarven, die verhungern.

Nahrung

Wildbiene mit Nektar und Pollen

Wildbienen sind Feinschmecker

Wildbienen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen. Das Besondere dabei ist: Viele Wildbienenarten sind auf den Pollen einer ganz bestimmten Pflanzenfamilie oder –gattung angewiesen. Einige benötigen sogar den Pollen einer ganz bestimmten Pflanzenart, um ihre Nachkommen zu versorgen. Wenn Wildbienen auf den Pollen bestimmter Pflanzen angewiesen sind, nennt man dies Oligolektie (Pollenspezialisten). Besitzen sie keine Präferenzen, wie die Honigbiene, bezeichnet man sie als polylektische Arten (Pollengeneralisten). Nektar nutzen sie überwiegend für ihre eigene Energieversorgung - und sind hier deutlich weniger wählerisch.

Fortpflanzung

Wildbienen Fortpflanzung

Vom Ei bis zur fertigen Wildbiene

Wildbienen leben nur etwa vier bis sechs Wochen. Sie haben nur wenig Zeit für die Fortpflanzung! Bei den Solitärbienen schlüpfen zuerst die Männchen. Nach der Begattung der Weibchen starten die Arbeiterinnen in hohlen Pflanzenstängeln oder in Erdlöchern sofort mit dem Bau der Brutzellen, in die sie jeweils ein Ei ablegen und mit Nektar und Pollen versorgen. Anschließend werden die Kammern mit zerkauten Pflanzenteilen, Lehm, Sand, kleinen Steinchen oder Baumharz fest verschlossen. Es dauert etwa ein Jahr, bis die fertigen Wildbienen aus ihren Nestern krabbeln können.
Dann beginnt – wenn alles gut geht – der Fortpflanzungskreislauf von neuem.

WildbienenBedrohungen

Früher haben Wildbienen von der Strukturvielfalt der kleinbäuerlichen Landwirtschaft profitiert. Durch die zunehmende Industrialisierung und Versiegelung von Flächen (z.B. durch Wohnungs- oder Straßenbau) finden sie heute immer weniger Nahrungspflanzen und geeignete Nistplätze.

Agrarwüste – es fehlt an Nahrung und Wohnraum

Intensivierung der Landwirtschaft

Das Problem der Wildbienen ist ihre große Abhängigkeit vom Nahrungs- und Nistplatzangebot sowie ihre sehr geringe Fortpflanzungsrate. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Landschaft in weiten Teilen Deutschlands sehr stark verändert. Vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft führt zu einem Verlust strukturreicher Lebensräume und einem Rückgang an Blühpflanzen. Wertvolle Strukturen wie Sandwege, alte Hecken, Totholz- oder Steinhaufen sind in vielen Regionen Deutschlands verschwunden und im Spätsommer fehlt es an Nahrungsquellen. Zusätzlich zu dem schrumpfenden Nahrungsangebot finden viele Wildbienenarten keinen geeigneten Nistplatz mehr.

Bearbeitung eines konventionell bewirtschafteten Ackers

Wohnungsnot in der Stadt

Menschliche Infrastruktur

Der Lebensraum der Wildbienen ist nicht nur in der Agrarlandschaft, sondern auch im urbanen Raum stark beeinträchtig. Durch den zunehmenden Wohnungsausbau und der Versiegelung von Flächen, fallen viele wertvolle Kleinstrukturen – Brach- und Ruderalflächen (Trockenstandorte), Kleingärten etc. weg. Die Folge des zunehmenden Verlustes an geeigneten Lebensräumen sind dramatische Bestandsrückgänge. Von den in der Roten Liste (Stand 2011) erfassten Bienenarten sind bereits 52,2 % in ihrem Bestand gefährdet.

Hochhaus in der Stadt - menschliche Infrastruktur bedroht den Lebensraum in der Stadt.

WildbienenWas wir tun

Die Deutsche Wildtier Stiftung hat 2015 ein Projekt zum Schutz und zur Förderung der Wildbienen in Hamburg gestartet. Mit einer breiten, ständig wachsenden Allianz aus Partnern wie dem Friedhof Ohlsdorf, dem Hamburg Airport, dem Bauernverband Hamburg e.V., der Kinderwelt Hamburg e.V. und dem Landesbund der Gartenfreunde in Hamburg e.V. sollen Lebensräume für Wildbienen in einem urbanen Raum geschaffen werden. Damit ist Hamburg Modell für weitere Aktivitäten in ganz Deutschland.

Lebensräume schaffen

Artenschutzprojekte

Mit unseren Partnern schaffen wir gemeinsam Lebensräume. Dabei stehen folgende Maßnahmen im Mittelpunkt:

Die Förderung des ganzjährigen Blühangebotes
Wildbienen benötigen große Pollenmengen für eine erfolgreiche Fortpflanzung. Das Blütenangebot ist jedoch häufig begrenzt. Deshalb wird im Rahmen des Projektes ein vielfältiges und großes Blütenangebot über die gesamte Vegetationsperiode geschaffen.

Die Bereitstellung geeigneter Nisthabitate
Wildbienen stellen aufgrund der unterschiedlichen und spezifischen Nistweisen sehr hohe Ansprüche an ihre Nistplätze. Manche Arten nisten im Boden, andere Arten nisten überirdisch. Deswegen werden an vielen Orten Hamburgs Kleinstrukturen geschaffen, um eine arten- und individuenreiche Wildbienenfauna zu fördern.

Alle Maßnahmen werden in Zusammenarbeit mit Wildbienenexperten entwickelt und umgesetzt. Eine kontinuierliche Erfolgsmessung durch ein umfassendes Monitoring überprüft die Wirksamkeit der umgesetzten Maßnahmen und zeigt auf, wie sich der Bestand der Wildbienen im Laufe des Projektes in Hamburg entwickelt.

Wissenschaftliche Begleitung und Erstellung der 1. Rote Liste der Bienen in Hamburg

Politisches Engagement

Weiterhin wird gemeinsam mit der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt Hamburg die erste Rote Liste der Wildbienen in der Hansestadt erarbeitet. Die Bestandserhebung beginnt im Frühjahr 2016. Warum ist das Monitoring so wichtig? Wildbienen sind eine wichtige Zeiger- und Zielgruppe für Umweltveränderungen. Die Rote Liste hilft zukünftig, bei landschaftsökologischen Bewertungen, Eingriffsplanungen und anderen naturschutzfachlichen Fragestellungen die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Projekte

Wir helfen den Wildbienen genug Nahrung und Nistmöglichkeiten zu finden. Dafür unterstützen wir die fleißigen Bestäuber mit einer Reihe von Projekten, über die Sie hier mehr erfahren.

Wildbiene

Wildbienen schützen

Bienen sind wichtige Bestäuber. Viele Wildbienenarten sind jedoch vom Aussterben bedroht! Mit unserem Projekt sichern wir die Artenvielfalt.

Zum Projekt
Mohn am Wegesrand

Energie aus Wildpflanzen

Im Netzwerk Lebensraum Feldflur wollen wir Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen mit Natur- und Artenschutzzielen vereinen.

Zum Projekt

WildbienenHelfen

Wenn auch Sie den Wildbienen helfen möchten, können Sie zum Beispiel eine Nisthilfe in Ihrem Garten aufstellen oder Wildblumen aussäen.

Wildbiene auf Blüte

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Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unser Wildbienenprojekt und helfen uns bei unserem Engagement.

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Wildbiene mit Nektar im Anflug auf Mohnblume

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