Cool down, Wildsau!

Wie viel Wildtiere an heißen Tagen trinken müssen, hängt davon ab, ob sie schwitzen können.

Wildschwein (Sus scrofa) im Wasser stehend - Foto: imageBROKER / Christina Krutz
Wenn der Mensch schwitzt, muss er viel trinken. Es heißt, zwei Liter am Tag seien bei Temperaturen über 30 Grad die Mindestration, um den Wasserhaushalt des Körpers wieder aufzufüllen. Bei Wildtieren sieht das anders aus: Wildschwein, Feldhase, Rothirsch, Igel oder Reh haben ein anderes Trinkverhalten. Die Deutsche Wildtier Stiftung stellt Ihnen die Trinker im Tierreich vor.

Wildschweine: können gar nicht stark schwitzen
Schwitzen wie ein Schwein? Dieser Vergleich passt nicht, denn: Wildschweine haben fast keine Schweißdrüsen. Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung: „Wildschweine können nicht effektiv schwitzen und sorgen darum von außen her für Kühlung.“ Statt einer Extraration Wasser brauchen sie an heißen Tagen erfrischende Bäder; und wo die besten Schlammbäder im Wald zu finden sind, wissen die Schweine.

Feldhase - Foto: Deutsche Wildtier Stiftung / T. Martin

Feldhase: seine Klimaanlage sind die langen Ohren
Feldhasen nutzen wie Elefanten ihre großen Ohren als Klimaanlage: Wird es sehr heiß, werden die Ohren stark durchblutet, das Blut kühlt dort ab und das spart Schweiß. Deswegen sind die Ohren auch bei Hasenarten in heißen Gegenden viel größer als bei Hasenarten in kalten Regionen. Feldhasen decken zusätzlich einen großen Teil ihres Flüssigkeitsbedarfes über die Nahrung, denn auch Pflanzen wie z. B. Kräuter spenden Flüssigkeit.

Igel: er kann eine Schale Wasser gut gebrauchen
Der Igel flüchtet vor großer Hitze in kühle, schattige Verstecke. Er nimmt einen großen Teil der Flüssigkeit über Nahrung auf, trinkt aber auch gern Wasser! Achtung: „Bitte nur Wasser hinstellen, keine Kuhmilch – die ist für viele Igel nicht verdaulich“, sagt Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung.

Vögel: sparen Wasser beim Wasserlassen
Vögel (im Bild eine Schafstelze) schwitzen nicht; sie hecheln, um überschüssige Wärme nach außen abzugeben. Außerdem beherrschen sie einen chemischen Wasserspartrick: „Vögel scheiden Abbauprodukte des Körpers als Harnsäure aus, denn diese kann viel leichter konzentriert und mit wenig Wasser ausgeschieden werden. Säugetiere scheiden stattdessen Harnstoff aus, dieser verbraucht viel mehr Wasser. Die konzentrierte Harnsäure sieht man dann als weißen Klacks im Vogelkot. Wegen solcher körpereigenen Sparmechanismen kommen Vögel mit sehr wenig Wasser aus!

Reh - Foto: Deutsche Wildtier Stiftung / B. Winsmann Steins

Rothirsch & Reh: saftreiche Pflanzenteile in der Morgendämmerung
Rothirsch und Reh futtern saftreiche Pflanzenteile, gern in der Morgendämmerung. Zudem wissen sie, wo Wasserquellen sind, die auch bei Hitze nicht versiegen und nutzen diese für ein kühles Bad. „Dafür unternehmen Rothirsche teils weite Wanderungen“, sagt Goris. Ist die Quelle dann gefunden, wird ausgeruht.

Maulwurf - Foto: ArcoImages / FLPA

Maulwurf: lebt ohnehin im feuchten Bau
Das Tier des Jahres 2020 ist großer Hitze nicht ausgesetzt: In seinem Bau bleibt es kühl. Seine Nahrung – möglichst viele Regenwürmer – ist wasserreich und die Luft im Bau sehr feucht, sodass Maulwürfe überhaupt selten etwas trinken müssen.

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