Der Altweibersommer und die vergesslichen Gärtner

Wie Wildtiere im September beim Säen und Bepflanzen helfen

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Wenn im Morgentau Spinnweben wie verlorene Haarnetze alter Frauen in den Sträuchern und Büschen hängen, dann ist Altweibersommer. In der Natur öffnen sich die Herbstblumen: Astern, Sonnenhut und Fetthenne zaubern ein letztes Farbenspiel vor dem Winter in die Landschaft.

Hamburg, 27. August 2018

Eicheln  werden von einigen Wildtieren als Nahrungsvorrat für den Winter gesammelt. Foto: piclease / Wilhelm Irsch

Wildtiere werden zu Landschaftsgestaltern

Jetzt beginnt die bunte Jahreszeit. Für die Wildtiere ist der Spätsommer auch eine arbeitsreiche Zeit. Sie sammeln jetzt Nahrungsvorräte für den Winter. Die einen gehen dabei nach Plan vor und füllen die Speisekammern in ihren Bauten, die anderen sind eher unorganisiert und helfen dabei der Natur. Eichhörnchen, Waldmaus, Tannen- und Eichelhäher gehören zu den „vergesslichen Gärtner“. Sie verstecken unter anderem Eicheln, Bucheckern, Zapfen, Haselnüsse und Kastanie in der Absicht, geheime Nahrungsdepots für die karge Winterzeit anzulegen. Doch am Ende finden sie nicht alle ihre Verstecke wieder und werden so ungewollt zu Landschafts- und Naturgestaltern. Was nicht gefunden und gefuttert wird, wächst im nächsten Frühjahr zu einem neuen Pflänzchen heran.

Ein neugieriges Eichhörnchen auf Futtersuche. Foto: DeWiSt

Naturverjüngung durch "vergessliche Gärtner"

Samen gelangen auf verschiedene Wege in die Erde

Dieser natürliche Prozess wird Naturverjüngung genannt. Die "vergesslichen Gärtner" erfüllen eine wichtige Aufgabe für das Ökosystem. So sorgt die Waldmaus ganz nebenbei auch dafür, dass Pilzsporen verbreitet werden. Sie transportiert diese im Fell. Auch für die Vermehrung von Waldfrüchten wie Brombeeren und Blaubeeren ist die Waldmaus zuständig. Die Früchte stehen auf ihrem Speiseplan und am Ende des Verdauungsprozesses gelangen die Samen über den Kot in den Waldboden, um erneut zu keimen.

Fliegende Förster

Eichelhäher gehören zu den vergesslichen Gärtnern. Foto: piclease / Astrid Brillen

Bis in den späten Herbst hinein wird eifrig gesammelt

Noch bis in den Oktober hinein ist der Tisch für die Wildtiere gut gedeckt. Die Eichen tragen jetzt im September viele Früchte. Auch Bucheckern und Haselnüsse sind reif. Sie fallen auf den Waldboden und können dort aufgesammelt und versteckt werden. Aber nicht nur am Boden sorgen Eichhörnchen und Waldmäuse für das natürliche Aufforsten, auch aus der Luft beteiligen sich „Fliegende Förster“ wie der Eichelhäher an der natürlichen Verjüngung des Waldes. Die Baumfrüchte versteckt er als Wintervorrat im Boden. Jedoch findet er nicht alle Verstecke wieder und so können viele der Eicheln keimen und zu neuen Bäumen heranwachsen.

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