Die Rückkehr der Wölfe führt zu Konflikten

Die Deutsche Wildtier Stiftung übernimmt Schirmherrschaft für Wolfsausstellung

Wolf - Foto: Anne Friesenborg
Die Rückkehr des Wolfes ist für viele Menschen ein Erfolg im Natur- und Artenschutz, andere sehen im Wolf einfach nur einen Schädling. In den wenigsten Fällen sind uns Wölfe jedoch gleichgültig. Die Ausstellung „Ausgestorben und zurückgekehrt – Der Wolf – Eine Erfolgsgeschichte mit Konfliktpotential“ soll das Spannungsfeld im Umgang mit Wölfen am Beispiel der Kulturlandschaft Lüneburger Heide veranschaulichen.

Der Wolf ist zurück. Und mit ihm die Konflikte in Kulturlandschaften wie der Lüneburger Heide. Eine Ausstellung in Winsen (Aller) informiert über Lebensweise und Verbreitung des faszinierenden Tieres, in begleitenden Vorträgen und Gesprächsrunden wird über Konsequenzen und Perspektiven diskutiert. Schirmherr der Ausstellung „Wölfe in einer Kulturlandschaft“ ist die Deutsche Wildtier Stiftung.

Was bedeutet die Rückkehr von Canis lupus für die Natur und wild lebende Tiere, was für Nutztiere und den Menschen? Geht es um den Wolf, stehen sich zwei Lager, zuweilen recht unversöhnlich, gegenüber. Während die einen die Wiederkehr des im 19. Jahrhundert in Deutschland ausgerotteten großen Beutegreifers als gelungenes Beispiel für erfolgreiche Artenschutzarbeit feiern, befürchten die anderen ein Ende der Weidetierhaltung oder gar der Sicherheit von Spaziergängern, Kindern und Haustieren. Berechtigte Befürchtungen von übertriebenen Ängsten zu trennen, zu informieren und zu erklären, kann eine Annäherung der beiden Lager ermöglichen.

„Aufklärung muss sein, wenn wir mit der Rückkehr des Wolfes so umgehen wollen, dass die Bedürfnisse des Wildtieres, aber auch die Bedürfnisse der Menschen, die mit dem Wolf in unmittelbarer Nachbarschaft leben, berücksichtigt werden“, sagt Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wildtier Stiftung. Denn: „Nur ein funktionierendes Wolfsmanagement kann Schützer und Geschädigte versöhnen.“ Dazu sollen die sechswöchige Ausstellung im Museumshof Winsen (Aller) sowie die flankierenden Veranstaltungen beitragen. Beginn ist am 18. September. Am 19. Oktober spricht Hackländer zum Thema „Der Wolf ist zurück: Konsequenzen für die Kulturlandschaft und Perspektiven für die Zukunft“.

Die Gemeinde Winsen am Südrand der Lüneburger Heide liegt in einem Gebiet, in dem der Wolf seit einiger Zeit wieder heimisch ist. Bereits im Jahr 2018 sorgte ein Tier, das in der Nähe einer Kindertagesstätte gesichtet wurde, für Aufregung. Im vergangenen Jahr wurde ein Wolf auf einer Bundesstraße überfahren. Niedersachsen insgesamt ist laut des aktuellen Wolfsmonitorings aus den Jahren 2020/2021 neben Brandenburg das Bundesland mit dem größten Wolfsbestand. Demnach wurden hier zumindest 32 Wolfsterritorien und 128 Jungwölfe dokumentiert. Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies sind somit in einigen Regionen seines Bundeslandes die höchsten Wolfsdichten weltweit zu finden.

Um die Diskussion zu versachlichen, hat Olaf Lies beim Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), an der Prof. Klaus Hackländer forscht und lehrt, eine Populationsstudie zum Wolf in Auftrag gegeben. Durch die Studie sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die bei der Lösung von Konflikten durch den Wolf helfen. Ende des Jahres liegen die Ergebnisse vor.

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Die Ausstellung „Wölfe in einer Kulturlandschaft“ mit Fotos, Exponaten und Rahmenprogramm ist vom 18. September bis zum 31. Oktober im Grooden Hus auf dem Winser Museumshof zu sehen. Alles zum Rahmenprogramm, Öffnungszeiten und Preisen erfahren Sie hier:

Zur Webseite des Winsener Museumshofs
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