Neuer Lebensraum für die Haselmaus

bei Kleinkummerfeld in Schleswig-Holstein

haselmaus-fullscreen

Zusammen mit der Ausgleichsagentur Schleswig-Holstein schafft die Deutsche Wildtier Stiftung bei Kleinkummerfeld in Schleswig-Holstein auf rund zwei Hektar neuen Lebensraum für die Haselmaus.

Hamburg, 17. April 2019

Die Haselmaus ist europaweit streng geschützt und besonders durch den Verlust geeigneter Lebensräume bedroht. Das Tier des Jahres 2017 braucht Bäume und Sträucher, die über lange Strecken miteinander vernetzt sind. Haselmäuse berühren nur ungern den Boden und bauen ihre kugelrunden Nester aus Grashalmen und anderem Pflanzenmaterial in dichte Gebüsche und Knicks. Ideal sind Wälder mit einer artenreichen Strauchschicht, dichten Waldrändern und Kontakt zu Hecken – diese Strukturen fehlen vielerorts jedoch. Dadurch gingen auch die Bestände der Haselmaus in Schleswig-Holstein zurück.

Die Ausgleichagentur Schleswig-Holstein, Tochter der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, und die Deutsche Wildtier Stiftung stemmen sich dagegen und schaffen gemeinsam neuen Lebensraum für die Haselmaus. Auf der Ökokontofläche bei Kleinkummerfeld in Schleswig-Holstein soll ein zukünftiger Urwald am Oberlauf der Stör entstehen. Auf rund zwei Hektar wurden bereits Überflutungsbereiche angelegt, die eine gute Voraussetzung für die Entwicklung eines Auwalds sind.

Der abgrenzende trockenere Teil hingegen wird speziell für die Haselmaus zu einem artenreichen Waldbereich gestaltet. Dieser etwa drei Hektar große Lebensraum der Haselmaus wird mit Unterstützung der Deutschen Wildtier Stiftung regelmäßig gepflegt. Die gepflanzten Sträucher und Bäume dienen zukünftig als Verbindungselement zwischen den Populationen im Segeberger Raum und denen rund um Neumünster/Aukrug, damit sich die beiden Populationen austauschen können. Gepflanzt wurden Stileiche, Hainbuche, Weißdorn, Schneeball, Vogelbeere und viele weitere Pflanzen, auch die bei Haselmäusen sehr beliebten Haselsträucher.

Die Haselmaus nutzt über das Jahr viele verschiedene Nahrungsquellen und braucht daher eine Vielzahl an unterschiedlichen Gehölzbeständen. Im Frühling stehen Blütenknospen und -pollen z.B. von Weißdorn, Vogelkirsche und Buche auf dem Speiseplan, im Frühsommer machen Insekten einen Großteil der Nahrung aus, während im Sommer die verschiedensten Beeren beliebt sind. Im Herbst fressen sich die Bilche mit Haselnüssen, Bucheckern und Ahornsamen Speck für den Winterschlaf an.

Haselmaus im Sprung

Haselmaus

Die Haselmaus ist keine Maus im eigentlichen Sinne sondern der kleinste Vertreter europäischer Bilche. Durch ihre versteckte Lebensweise in der Dunkelheit können Haselmäuse kaum beobachtet werden.

Zum Steckbrief
Eine Haselmaus in einem Laubnest

Haselmaus – Schutz im Großstadt-Dickicht

Wir suchen die Haselmaus in Hamburg. Der Nachweis ist Voraussetzung für geplante Schutzmaßnahmen zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein.

Zum Projekt
bild4

Zur Haselmauswanderung auf die Sophienhöhe

Im Rahmen einer Naturbildungsaktion mit der Forschungsstelle Rekultivierung im rheinischen Braunkohlerevier haben wir im September an zwei Tagen…

Zum Artikel