Keine Windkraft im Wald - egal, wem er gehört!

Deutsche Wildtier Stiftung: Die geplante Änderung des Waldgesetzes im Saarland reicht nicht aus

Alter Wald muss geschützt werden

Keine Windkraft im Wald - dafür setzt sich die Deutsche Wildtier Stiftung schon lange ein. Eine Gesetzesänderung im Saarland geht nun zwar in die richtige Richtung - aber sie geht nicht weit genug. Die Frage stellt sich: Warum werden in der besagten Änderung nur der Landeswald und nicht alle Waldbesitzformen angesprochen?

Hamburg, 28. August 2017

Der saarländische Landtag will den Ausbau von Windkraftanlagen im Wald begrenzen. Sein Plan: In historisch alten Wäldern, die seit 200 Jahren und länger bestehen und sich im Eigentum des Landes befinden, sollen zukünftig keine Windkraftanlagen mehr gebaut werden dürfen. Durch die Änderung sollen wertvolle Waldstandorte geschützt werden. Naturzerstörung durch den Bau von Windkraftanlagen und die damit verbundene Bodenversiegelung, Waldrodung, Erdreichverdichtung oder auch Wegeausbau sollen so endlich gestoppt werden! Einziger Knackpunkt an diesem - sonst so begrüßenswerten - Vorstoß der Regierung: Der Entwurf berücksichtigt nur Waldgebiete, die dem Land gehören!

Warum werden nicht alle Waldformen in die Gesetzesänderung mit einbezogen?

„Die Absicht des saarländischen Landtags zugunsten des Staatswaldes ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung“, mahnt Hilmar Freiherr von Münchhausen. „Aber für uns geht er nicht weit genug.“ Vielmehr wäre es wünschenswert, nicht nur die saarländischen Landeswaldflächen in die Gesetzesänderung mit einzubeziehen, sondern alle Waldbesitzformen. Denn warum soll die Gesetzesänderung nicht auch für kommunale Wälder, Körperschafts- oder Privatwälder gelten? Der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung ist sich mit anderen Kritikern einig: „Keine Windkraft im Wald – egal, wem er gehört!“

Landschaften dürfen nicht durch Industrie zerstört werden!

Artenschutz muss vor Industrialisierung und Verschandelung von Landschaften stehen!

Windkraftfirmen befürchten mit der geplanten Änderung ein Ende für den Ausbau der Windenergie im Saarland. Aus Sicht des Natur- und Artenschutzes ist dies aber ein notwendiges Zugeständnis für den Erhalt lebenswichtiger und vielfältiger Waldfunktionen, die allen nutzen. „Wälder sind wichtige Lebensräume für Wildtiere und Wildpflanzen“, so von Münchhausen. „Und sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Lebensqualität der Menschen."

Die zehn Forderungen zur Berücksichtigung des Arten- und Naturschutzes der Deutschen Wildtier Stiftung

Um der Naturzerstörung durch Windkraft im Wald Einhalt zu gebieten, stellt die Deutsche Wildtier Stiftung zehn Forderungen an die Politik und ihre zuständigen Genehmigungsbehörden: Lesen Sie die Forderungen hier. „Wir appellieren an den saarländischen Landtag, den geschriebenen Änderungsentwurf noch einmal zu überdenken und die Kritikpunkte hinsichtlich des Arten- und Naturschutzes positiv zu berücksichtigen.“ Heraus käme ein längst überfälliges Signal, das auch anderen Bundesländern den Weg weist. Denn noch ist Nachbesserung möglich! Am 8. September 2017 wird der Änderungsentwurf erneut im Ausschuss behandelt und dann dem Plenum vorgelegt.