Mehr Artenvielfalt auf der Streuobstwiese

Bericht aus Klepelshagen

Apfel eines Obstbaums auf einer Streuobstwiese in Klepelshagen - Foto: Michael Tetzlaff Apfel eines Obstbaums auf einer Streuobstwiese in Klepelshagen - Foto: Michael Tetzlaff

Früher hatten Streuobstwiesen für Landwirte und Dorfbewohner gleich mehrere Funktionen. Doch durch die intensive Landwirtschaft, den Ausbau von Siedlungen und durch die Verfügbarkeit von Obst in Supermärkten verschwanden sie im Lauf des 20. Jahrhunderts. Heutzutage wird diese alte Kulturform in Mecklenburg- Vorpommern kaum noch gepflegt – und so gehören Streuobstwiesen inzwischen zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen Mitteleuropas. Die gute Nachricht: Auf Gut Klepelshagen sind die alten Obstbäume zum Teil erhalten geblieben und viele Tier- und Pflanzenarten profitieren von der Streuobstwiese. 

Die alte Streuobstwiese, etwa zwei Hektar groß, prägt das Dorfbild in Klepelshagen. Früher hatten solche Wiesen für Landwirte und Dorfbewohner mehrere Funktionen: Dort kam das Obst her, sie dienten als Schafweide und waren wichtig für die Heugewinnung. Heute wird diese alte Kulturform in Mecklenburg- Vorpommern kaum noch gepflegt. Auf Gut Klepelshagen sind die alten Obstbäume jedoch zum Teil erhalten geblieben, sie werden alljährlich gepflegt. Eine Schafherde beweidet die Flächen und trägt so zum Erhalt dieses wertvollen Landschaftselements bei. Auch viele Tier- und Pflanzenarten profitieren von der Streuobstwiese: Im Frühjahr und Herbst dient sie vor allem Insekten und Vögeln als wichtige Nahrungsquelle. Um die Artenvielfalt auf der Klepelshagener Obstwiese zu erhöhen, wurden auf Gut Klepelshagen Maßnahmen zur Aufwertung gestartet. Neben der Schaffung von Kleinstrukturen wie Totholz- und Steinhaufen sowie zwei Trockenmauern wurde als Mittelpunkt der Streuobstwiese mithilfe von Spenden ein großer Teich angelegt. Amphibien wie Rotbauchunke und Wasserfrosch, aber auch Ringelnattern und zahlreiche Insektenarten wie etwa Libellen sollen von dieser Maßnahme profitieren. Einige haben den neuen Lebensraum bereits für sich entdeckt und sind auch schon eingezogen. Im Herbst sollen noch alte, regionaltypische Obstbäume gepflanzt werden. Außerdem werden wir auf der Wiese Hecken und Gebüschgruppen pflanzen. Sie sollen vor allem die Vogelvielfalt erhöhen. Die knorrigen Obstbäume bieten schon jetzt vielen Tierarten optimale Brutstätten in Form von Höhlen. Als zusätzliche Brutmöglichkeit wurde eine größere Anzahl verschiedener Nistkästen in der Wiese angebracht. Neben den zahlreichen Feldsperlingspaaren werden vor allem Gartenrotschwänze, Wendehälse und Stare von ihnen profitieren. Und auch für Insekten haben wir neue Brutmöglichkeiten geschaffen. Um den Lebensraum Streuobstwiese mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, ist zudem ein Lehrpfad in Klepelshagen geplant. Die ersten Informationstafeln stehen bereits, sie sollen noch erweitert werden.

Totholz bietet zahlreichen Tieren Lebensraum.

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