Kinderstube Klepelshagen

Tetzlaffs Tagebuch

Höckerschwan - Foto: Michael Tetzlaff

Hier berichtet Michael Tetzlaff, Naturschützer und Landschaftspfleger, regelmäßig von den Wildtieren auf den Flächen des Gutes und in der Umgebung. Auf ihrem Gutsbetrieb in Vorpommern zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass wildtierfreundliche Landwirtschaft möglich ist.

Hamburg, 27. Mai 2020

Schon zu Beginn der Obstblüte können aufmerksame Beobachter überall in Klepelshagen den ersten tierischen Nachwuchs bestaunen. Alljährlich beginnen die Vierbeiner und die Gefiederten schon kurz nach ihrem Winterschlaf oder nach der Ankunft aus ihrem Winterquartier mit der Vorbereitung für die Jungenaufzucht. Eilig haben es vor allem Kolkrabe und Seeadler, die schon im Februar mit der Eiablage loslegen.

Junger Waldkauz - Foto: Michael Tetzlaff

Foto: Junger Waldkauz

Käuze, Kitze, Kraniche

Fast schon flügge sind auch die Jungvögel unserer Waldkäuze. Die Waldkäuze fangen im Winter mit der Balz an und müssen nun den hungrigen Nachwuchs satt bekommen. Auch die ersten Kranichpaare sind bereits mit ihrem Nachwuchs in Klepelshagen unterwegs. Anfang Mai sind die Jungfüchse nach langer Zeit unter Tage so weit, sich vor dem Bau zu zeigen.

Nach ihrem vielstimmigen Frühlingskonzert sind viele Singvögel nunmehr mit der Brut beschäftigt. In Hecken, Brachen und Bäumen sitzen Mönchsgrasmücke, Bluthänfling und andere Sänger in ihren Nestern oder füttern wie die Amseln ihren hungrigen Nachwuchs. Auch unsere Fischadler bebrüten ausdauernd ihr Gelege und werden nach 30 bis 40 Tagen ebenfalls unentwegt ihre Jungen mit Nahrung versorgen.

Kitz im sicheren Versteck - Foto: Michael Tetzlaff

Foto: Kitz im sicheren Versteck

Gut versteckt im hohen Gras der Felder oder in Waldlichtungen haben auch die Rehe ihren Nachwuchs zur Welt gebracht. In den ersten Tagen bleiben die Kitze im sicheren Versteck. Nur zum Säugen kommt die Ricke zum Liegeplatz. Erst nach einigen Tagen wird das Kitz seiner Mutter folgen und dann auch für den Naturbeobachter zu sehen sein. Leider kommen jetzt vielerorts durch die frühe Mahd großer Grünlandflächen unzählige Rehkitze zu Tode. In Klepelshagen versuchen wir, diese Tragödien zu verhindern, indem wir unsere Wiesen erst sehr spät mähen.

Halbwüchsiger Junghase - Foto: Michael Tetzlaff

Foto: Halbwüchsiger Junghase

Hasen und Spatzen

Auch die Feldhasen sind mit ihrem Nachwuchs beschäftigt. Nachtfröste können den Jungen nichts anhaben. Schon jetzt sind viele halbwüchsige Junghasen zu beobachten, die im Februar oder März zur Welt kamen. In Klepelshagen finden die Kleinen ausreichend vollwertige Nahrung.

Haussperlingsweibchen am Nistkasten - Foto: Michael Tetzlaff

Foto: Haussperlingsweibchen am Nistkasten

Auch unsere „Allerweltsvögel“, die Feld- und Haussperlinge, sind im Mai mit der Brut und der Aufzucht der Jungen beschäftigt. Der relativ gute Brutbestand in Klepelshagen erfreut uns jedes Jahr aufs Neue. Heutzutage ist ein Feldsperlingsbestand auf einer Streuobstwiese keine Selbstverständlichkeit mehr – bei uns glücklicherweise schon.

Beutelmeise an ihrem kunstvollen Nest - Foto: Michael Tetzlaff

Foto: Beutelmeise an ihrem kunstvollen Nest

Die Spätstarter

Neben Wildschwein, Schellente und Höckerschwan haben mittlerweile viele weitere Tierarten Nachwuchs bekommen, den sie in Klepelshagen aufziehen werden. Zu den „Spätstartern“ zählen Kuckuck, Pirol und viele Insektenarten – und unsere Trauerseeschwalben, die noch nicht einmal vollzählig hier angekommen sind.

Text und Fotos: Michael Tetzlaff

Trauerseeschwalbe mit ausgebreiteten Flügeln

Trauerseeschwalbe

Die Trauerseeschwalbe ist eine Verwandte der Möwen. Sie brütet in flachen Seen oder Flussauen. Den Winter verbringen sie vor der Küste Westafrikas.

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Blühende Hecke

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