Monitoring von Rast- und Wintervögeln in Klepelshagen

Tetzlaffs Tagebuch

Kohlmeisen und Feldsperling Copyright (c) 2021 Bachkova Natalia/Shutterstock

Weit gereister Erlenzeisig und rekordverdächtige Blaumeise – die alljährliche Zählung der Rast- und Wintervögel in Klepelshagen brachte wieder spannende Erkenntnisse.

Klepelshagen/Hamburg, 31. Januar 2022

Das Monitoringprogramm „Rast- und Wintervögel“ ist inzwischen fester Bestandteil unserer Naturschutzarbeit in Klepelshagen. Das im Jahr 2012 gestartete Fang- und Beringungsprogramm beschäftigt sich wissenschaftlich mit den Wintervögeln, ihren geographischen Herkunftsgebieten und Zugzielen sowie ihren Zugrouten beziehungsweise ihrer Winterortstreue. Zudem erheben wir Informationen zum saisonalen Raum-Zeit-Verhalten. Ein weiteres Ziel der Untersuchungen ist die Ermittlung des Fitnesszustandes der einzelnen Vögel auf ihrer anstrengenden Wanderung. All diese Daten ermöglichen uns das Verständnis des Vogelzuges im Allgemeinen, bringen neue artspezifische Kenntnisse und lassen zudem wichtige Rückschlüsse auf die Bedeutung Mecklenburg- Vorpommerns als Rast- bzw. Überwinterungsgebiet für Kleinvögel zu.

Im Rahmen des Programms werden die Vögel mithilfe spezieller Netze gefangen, anschließend vermessen und beringt. Für das Fangprojekt wurden spezielle Zielarten definiert, die hier in der Region am häufigsten durchziehen und gefangen werden können. Neben dem Feldsperling sind es vor allem typische Wintergäste wie Kohl- und Blaumeise, Erlenzeisig, Kernbeißer, Bergfink, Wacholderdrossel und Seidenschwanz. Das Beringungsprojekt der Deutschen Wildtier Stiftung wird von der zuständigen Beringungszentrale mit Sitz in Güstrow befürwortet und unterstützt. In den vergangenen zehn Jahren konnten bisher insgesamt 11.832 Vögel von 20 Arten gefangen, vermessen und beringt werden. Der Grünfink dominiert mit 3.351 Individuen, gefolgt von der Kohlmeise mit insgesamt 3.309 Tieren. Mittlerweile konnten 22 Fremdringfunde von fünf Arten aus sieben verschiedenen Ländern registriert werden. Den bisher weitesten Weg legte ein Erlenzeisig zurück: In nur 43 Tagen bewältigte er eine Strecke von 1.079 Kilometern bis nach Norwegen. Noch schneller war eine Blaumeise von Klepelshagen zurück ins Brutgebiet nach Litauen. Für die 523 Kilometer nach Ventes Raga benötigte der Kleinvogel nur sechs Tage. Weitere interessante Ablesungen gab es aus Belgien, Polen, Estland, Lettland, Russland und innerhalb Deutschlands. Spannende Ergebnisse, alle Jahre wieder!

Jungkranich nach Markierung  in Klepelshagen - Foto: Michael Tetzlaff

Kranichberingung im Auftrag der Vogelforschung

Um mehr detailliertes biologisches Wissen über das Leben eines Kranichs zu bekommen, werden einige der Jungvögel gefangen und markiert. Mithilfe der Beringung können wichtige Erkenntnisse über Zugwege, Winterquartiere, Verbreitung, Paartreue, Brut- und Territorialverhalten sowie Lebenserwartung gewonnen werden.

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Horstkartierung im Klepelshagener Forst

Durch die Erfassung der Horste im Klepelshagener Forst sollen der Schutz der Brutstätten gewährleistet und gegebenenfalls gültige Schutzzonen festgelegt werden. Zudem können Bestandserfassungen des Greifvogelvorkommens in Klepelshagen durchgeführt werden.

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