Ein Turm für Flugkünstler

Neues aus Klepelshagen

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Hier berichtet Michael Tetzlaff, Naturschützer und Landschaftspfleger, regelmäßig von den Wildtieren auf den Flächen des Gutes und in der Umgebung. Auf ihrem Gutsbetrieb in Vorpommern zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass wildtierfreundliche Landwirtschaft möglich ist.

Gut Klepelshagen, 31. März 2020

Noch befinden sie sich im Winterquartier weit weg in Afrika beziehungsweise im Winterschlaf in nassen dunklen Kellern. Schwalben und Fledermäuse machen sich in der kalten Jahreszeit bei uns rar und ihre Rückkehr wird alljährlich von Naturfreunden sehnlichst erwartet. In Klepelshagen freuen wir uns in diesem Frühjahr nun noch mehr auf die Wiederkehr der Flugkünstler, denn in den letzten Wochen wurde eifrig an einem neuen Heim für die Tiere gearbeitet. Nun konnte mit vereinten Kräften der sogenannte Schwalben- und Fledermausturm vorm Gutshaus errichtet werden.

Was ist ein Schwalbenturm?

In den neunziger Jahren kam ein Privatmann in Baden-Württemberg auf die Idee, den Mehlschwalben auf seinem Grundstück ein neues Zuhause zu schaffen. Er entwickelte einen „Schwalbenturm“. Die Vögel nahmen die neue Nisthilfe an und Naturschützer wurden darauf aufmerksam. So nahm die Erfolgsgeschichte der Schwalbentürme ihren Lauf. Mittlerweile stehen in Deutschland bereits mehr als 300 solcher Türme; mal größer, mal kleiner - und mit unterschiedlichen Bewohnern. Denn in manchen finden nicht nur Schwalben, sondern auch Fledermäuse, Mauersegler und sogar Spatzen ein optimales Nistangebot.

Die Türme sind in vielen Gemeinden zu einer wertvollen Artenschutzmaßnahme geworden. Vielerorts verschwinden noch immer zahlreiche Nistmöglichkeiten für Mehlschwalben. Im Altertum galten Schwalben als Glücksvögel und wurden verehrt. Damals erkannte man ihren Nutzen als Vertilger lästiger Insekten. Die Vögel sind klassische Kulturfolger und bauen ihre Nester gerne an Außenfassaden. Das sehen jedoch nicht alle Menschen gerne, viele stören sich an den Hinterlassenschaften der Schwalben. Zuweilen werden die Brutstätten deswegen sogar vernichtet. Dass dies in Deutschland eine Straftat darstellt, ist vielen Menschen gar nicht bekannt.

Schwalbe am Nest -Foto: Michael Tetzlaff

Schwalbe am Nest -Foto: Michael Tetzlaff

Gründe für den Rückgang der Bestandszahlen

Früher waren Rauch- und Mehlschwalben überall im ländlichen Raum häufig anzutreffen, doch die Bestandszahlen nehmen in Deutschland besorgniserregend ab. Neben den fehlenden Nistplätzen ist insbesondere der Insektenmangel ein Hauptgrund für den starken Einbruch der Bestände. Die Vögel finden kaum noch ausreichend Nahrung für ihre Jungen. Der alljährlich schlechte Bruterfolg führt somit zum langsamen Verschwinden der Art.

Einsatz auf Gut Klepelshagen

Um diesem Trend etwas entgegenzusetzen, wurde nun in Klepelshagen in der gutseigenen Werkstatt aus heimischem Holz der Schwalben- und Fledermausturm gebaut und mit vereinten Kräften und schwerer Technik am geeigneten Standort errichtet.

Bau des Turms für Flugkünstler wie Schwalben, Fledermäuse, Mauersegler und sogar Spatzen - Fotos: Michael Tetzlaff

Unter dem Dach können ab sofort nicht nur Mehlschwalben ihre Brut aufziehen, sondern es ist auch noch Platz für Fledermausarten, die gerne in oder an Gebäuden ihre Sommerquartiere beziehen, das sind in Klepelshagen etwa die Rauhaut- und die Zwergfledermaus. Dazu wurden für die fliegenden Säugetiere ausreichend Einschlupfmöglichkeiten in den Spitzboden offen gelassen. Weiterhin sind Brutmöglichkeiten für Mauersegler eingebaut worden.

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