Otter sucht Frau

Paar-Shit statt Parship – das Tier des Jahres ist auf Partnersuche

© imageBROKER / Herbert Kehrer

Das Tier des Jahres ist hierzulande im Februar und März auf Partnersuche. Durch das Absetzen der Losung komunizieren die Fischotter miteinander und suchen auf diesem Weg einen geeigneten Partner für die Paarung.

Hamburg, 08. Februar 2021

Rote Rosen, süße Küsse und jede Menge Herzchen überall: Der Valentinstag ist kein Tag für einsame Herzen. Singlebörsen boomen, denn sie versprechen den Rund-um-glücklich-Service bei der Partnersuche. Doch wie „daten“ Fischotter (Lutra lutra)? Für das Tier des Jahres 2021 (Foto) geht es bei der Suche immer der Nase nach. Stimmt der Duft, dann klappt es auch mit dem Nachwuchs. Beim Kennenlernen muss der Partner den Schnuppertest bestehen. Dabei ist der Kot die Visitenkarte, mit der Fischotter sich vorstellen. Beim Dating zählt also Paar-Shit statt Parship!

Fischotter können sich das ganze Jahr über fortpflanzen, aber Februar/ März sind die besten Hochzeitsmonate. Das „Timing“ ist ideal für den Otternachwuchs, denn er kommt nach 61 bis 63 Tagen auf die Welt, wenn es wärmer ist und die Gewässer mehr Nahrung bieten. Aber wie findet ein Fischotter seine Angebetete? Kommunikation ist unter Ottern extrem wichtig. Das Markieren der Reviere mit der Losung ist ein effektives Kommunikationsmittel. Wie in einer Lokalzeitung erfahren sie aus dem Duft der Hinterlassenschaften der anderen Fischotter, wie es auf dem Heiratsmarkt aussieht. Kot der Konkurrenz sagt dem Otter, wer sich sonst noch so im Revier herumtreibt. Kennt man sich oder ist etwa ein Neuer im Revier? Ist die Otter-Nachbarin aus dem letzten Jahr paarungsbereit oder gibt es andere potenzielle Partner? In der Losung steht die Antwort.

Die scheuen Einzelgänger sind außerhalb der Paarung als Single unterwegs. Dating mit Niveau? Enger Körperkontakt ist für sie erst mal ungewohnt. Man nähert sich beim Balgen, Raufen und Necken. Dabei kann man sich ausgiebig beschnuppern und eruiert, ob eine Paarung angesagt ist oder die Suche weitergeht.
„Eine Beziehung auf Dauer wollen Fischotter nicht“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Sowohl Männchen als auch Weibchen sind polygam. „Geht es aber um den Nachwuchs und damit um die Weitergabe der Gene, ist man wählerisch.“ Insbesondere das Weibchen: In der Studie Lutra alpina (Österreich) wurde ein Männchen besendert, das 400 Höhenmeter überwunden hat, um zwei Weibchen aufzusuchen. Doch seine Zuneigung wurde nicht erwidert: „Immer, wenn er dort war, haben sich die Weibchen zurückgezogen.“ Kommt es zur Paarung, bleiben Otter einige Tage zusammen. Dann sucht das Männchen wieder das Weite, während sie sich ein sicheres Versteck im Uferschilf sucht, um nach gut zwei Monaten zwei bis drei kleine Otter zu gebären. Die Jungen wiegen mit 100 Gramm gerade mal so viel wie eine Tafel Schokolade. Sie sind nach der Geburt blind und taub – aber riechen können sie bereits hervorragend!

Foto: Naturfoto Hofmann
Fischotter-Steckbrief

Fischotter

Der Fischotter aus der Familie der Marder liebt saubere und natürliche Gewässer. Er ist sehr menschenscheu, so bekommt man ihn wenig zu Gesicht.

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Wildkatze

Tier des Jahres - Test

Mit der Wahl des „Tier des Jahres“ setzt die Deutsche Wildtier Stiftung die langjährige Arbeit der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild fort. Seit 1992 wird jedes Jahr ein Tier des Jahres gewählt, um es in den öffentlichen Fokus zu rücken.

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Fischotter – Foto: Naturfoto Hofmann

Lebensraum für den Fischotter

Michael Tetzlaff, Naturschützer und Landschaftspfleger, regelmäßig von den Wildtieren auf den Flächen des Gutes und in der Umgebung. Auf ihrem Gutsbetrieb in Vorpommern zeigt die Deutsche Wildtier Stiftung, dass wildtierfreundliche Landwirtschaft möglich ist.

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