Schutz und Förderung der Mopsfledermaus

Start eines Verbundprojektes zum Schutz der Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) und ihrer Lebensräume in Deutschland

Mopsfledermaus im Flug

Start eines Verbundprojektes zum Schutz der Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) und ihrer Lebensräume in Deutschland. Auch auf Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung in Mecklenburg Vorpommern soll das Vorkommen der Art untersucht werden.

Hamburg, 20. Mai 2019

Am 13. Mai fiel der Startschuss für ein sechsjähriges Forschungs- und Schutzprojekt rund um die Mopsfledermaus. Gemeinsam mit weiteren Partnern wollen die Stiftung FLEDERMAUS und die Naturstiftung David das Vorkommen der Mopsfledermaus in Deutschland weiter erfassen und durch Maßnahmen wichtige Lebensraumstrukturen schützen. Das Projekt wird maßgeblich vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert. Die Deutsche Wildtier Stiftung ist Partner der Naturstiftung David bei der Erfassung und Erforschung der Mopsfledermaus in Mecklenburg-Vorpommern.

Mopsfledermäuse bevorzugen strukturreiche Waldlebensräume mit Lichtungen, Gewässern und einem reichhaltigen Angebot an Totholzstrukturen. Hier finden sie Nahrung und eine Fülle geeigneter Verstecke. Häufig sind dies vor allem alte Wälder, deren Flächenumfang durch intensive forstliche Nutzung immer geringer wird. Tagsüber ruhen sie unter Rindenstücken, in Holzspalten oder Höhlen. Auch in einer strukturreichen Kulturlandschaft jagen sie oft über viele Kilometer an Hecken, Gehölzen und über den Säumen von Äckern, Wegen und Gewässern nach Fluginsekten, bevorzugt Kleinschmetterlingen.

Stabile Vorkommen der Mopsfledermaus in Europa gibt es insbesondere noch in Deutschland. Sie gehört hier zu den sogenannten Verantwortungsarten.

Mopsfledermaus wird beringt

Biologe beringt Mopsfledermaus

Ein Ziel des Verbundprojektes ist es, das Vorkommen und die Lebensraumansprüche der Mopsfledermaus in unterschiedlich bewirtschafteten Wäldern zu untersuchen. Schutzmaßnahmen sollen der Nutzung bzw. dem Naturschutzziel aber auch den Eigentumsverhältnissen möglichst gut angepasst und unmittelbar umgesetzt werden können. Um Mopsfledermäuse nachzuweisen, werden akustische Signale der verschiedenen Fledermausarten aufgezeichnet. Einzelne Mopsfledermäuse werden mit Sendern versehen, um ihre Tagesquartiere oder Wochenstuben zu ermitteln. Diese Waldbereiche, die von Mopsfledermäusen manchmal über Jahre und über Generationen hinweg genutzt werden, sollen dann gezielt unter Schutz gestellt werden.

Im Rahmen des Projektes werden in Mecklenburg-Vorpommern sowohl die Nationalen Naturerbe Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung auf Mopsfledermäuse hin untersucht wie auch die nachhaltig und wildtierfreundlich bewirtschafteten Wälder auf Gut Klepelshagen und an der Müritz.

Neben der Naturstiftung David und der Stiftung Fledermaus sind die NABU-Landesverbände Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie die Universität Greifswald die durchführende Partner in diesem ehrgeizigen Artenschutzprojekt.

Fledermaus im Flug

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