Schweinswale in der Zentralen Ostsee erhalten höchsten Schutzstatus

Mitte Februar fand die 14. Artenschutz-Konferenz des Übereinkommens zur Erhaltung wandernder Tierarten in Samarkand, Usbekistan, statt – kurz CMS (Conservation of migratory species of wild animals). Politiker, Naturschützer und Wissenschaftler aus 133 Ländern diskutierten über bessere Schutzmaßnahmen für zahlreiche bedrohte Arten. Auch die Lebensraumqualität des Gewöhnlichen Schweinswals (Phocoena phocoena), Tier des Jahres 2022, stand auf dem Prüfstand – insbesondere die der Wale in der zentralen Ostsee.

In der Ostsee bilden die Schweinswale nur noch eine sehr kleine Population von geschätzt wenigen Hundert Individuen. Um sie noch stärker in den Fokus von Schutzmaßnahmen zu rücken, wurde die Art nun von der CMS in den sogenannten Anhang 1 – die Liste für vom Aussterben bedrohte Tierarten – aufgenommen. Dadurch erhält der Ostsee-Schweinswal den höchsten Schutzstatus. Außerdem können Notfallmaßnahmen zum Schutz und zur Renaturierung seines Lebensraums eingeleitet werden. Es gibt viele Gefahren, denen Schweinswale ausgesetzt sind. Die sensiblen Tiere geraten durch Unterwasserlärm, Grundschleppnetze, Chemikalien und Müll im Meer in große Not. Mit der CMS-Einstufung im Rücken gelingt es vielleicht, die kleine Population in der zentralen Ostsee zu bewahren.

In Deutschlands Roter Liste der Säugetiere wird Deutschlands einzige Walart weiterhin als „stark gefährdet“ geführt. Aufgrund der Gefährdung ist der Schweinswal auch auf europäischer Ebene nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie Anhang II & IV) streng geschützt. Im Rahmen unserer Arbeit zum Tier des Jahres 2022 haben wir das Forschungsprojekt „Habitatnutzung des Schweinswals in einem Gebiet mit starker anthropogener Nutzung“ des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in der Eckernförder Bucht unterstützt. Darüber hinaus fördern wir die Arbeiten zweier Doktorandinnen, die sich am Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock mit dem Schutz der Schweinswale beschäftigen. Sie wollen herausfinden, wie sich ungewollte Beifänge in der Stellnetzfischerei vermeiden lassen und setzen dabei auf die Erprobung neuer Fangtechniken.

So untersucht eine der Doktorandinnen, wie sich der Beifang und Fang von Zielarten mit Perlennetzen im Vergleich zu herkömmlichen Netzen unterscheidet. Das sind Stellnetze, die mit kleinen Kunststoffkugeln versehen wurden, sodass Schweinswale sie akustisch besser erkennen können.

Gewöhnlicher Schweinswal ,
© Solvin Zankl

Schweinswal

Der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena phocoena) ist unser einziger heimischer Wal und in Nord- und Ostsee anzutreffen.

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Schweinswal im Wasser

Schweinswal – unser einziger Wal in Seenot

Der Schweinswal lebt in der Nord- und Ostsee, die durch den Menschen intensiv genutzt werden. Die Deutsche Wildtier Stiftung unterstützt Forschungsprojekte zum Schweinswal.

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