Was macht der Spatz im Winter?

In den kalten Monaten geht es beim geselligen Vogel gemütlich zu

Spatz Weibchen

„Januar und Februar sind für Spatzen noch entspannte Monate im Jahr“, erklärt Svenja Ganteför, Biologin bei der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die kleinen Singvögel verbringen momentan viel Zeit in Gesellschaft, widmen sich der Gefiederpflege, dem Sandbaden und dem gemeinsamen Tschilpen.“ Einige Spatzenmännchen sind aber bereits auf der Suche nach geeigneten Nistplätzen.

Hamburg, 26. Januar 2017

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Der Spatz hat’s im Winter gern ruhig

Die Spatzen – oder auch Haussperlinge - einer Kolonie finden sich oft an ihrem Lieblingsaufenthaltsort in Hecken und Büschen zusammen. Außerhalb der Brutzeit und besonders im Winter suchen die Tiere ihre Schlafplätze schon sehr früh am Tag auf. Einige Brutpaare „räumen“ ihr Nest auf. Svenja Ganteför: „Die Singvögel tauschen altes gegen neues Nistmaterial aus. So bereiten sie sich auf die kommende Brutsaison im Frühjahr 2017 vor.“ Spatzen, die keinen angestammten Nistplatz haben, kann man ab Februar oft bei Höhleninspizierungen beobachten. Die genutzten Niststellen sind sehr variabel. Es können beispielsweise Mauernischen, Hohlräume unter Dachziegeln, Höhlen hinter Regenrohren oder Stellen an Efeuwänden sein.
Bei manchen Spatzen-Männchen kann auch jetzt schon die Umfärbung des Schnabels beginnen: Während der Brutzeit haben die Männchen einen schwarzen Schnabel. Mit der Umfärbung von einer bräunlichen Farbe in schwarz kündigt sich früh die nahende Fortpflanzungszeit an. Das Federkleid der Männchen ist kontrastreicher gemustert als das der Weibchen: Besonders markant sind der schwarze Kehlfleck und Brustlatz, der kastanienbraune Nacken und der aschgraue Scheitel. Die weiblichen Tiere sind dagegen matt-bräunlich gefärbt und eher unscheinbar. Sie haben einen grau-braunen Kopf und besitzen hinter dem Auge einen hellen Punkt.

Auch Spatzen ziehen sich im Winter warm an

Haussperlinge besitzen im Winter maximal rund 3.615 Federn. Im Sommer sind es dagegen nur rund 3.197 Federn! Die Haussperlinge sind damit bestens an unser Klima angepasst. Trotzdem hat es der kleine Vogel in Deutschland nicht leicht. Es fehlt ihm an Nahrung und Nistmöglichkeiten – vor allem in der Stadt. Denn die modernen Entwicklungen im Siedlungsbereich machen ihm das Leben schwer. Neue und sanierte Gebäude mit glatten Fassaden bieten keine Nischen, die als Brutplatz dienen können. Als Hauptursache für seinen Bestandsrückgang gilt jedoch der Mangel an Insekten als notwendige Nahrung für die Jungen. Naturnahe, „verwilderte“ Grünflächen und einheimische Vegetation werden immer mehr verdrängt zu Gunsten von Neubauten und exotischen Pflanzen. Artenarmes Einheitsgrün und fremdländische Pflanzen sind für Spatzen jedoch nutzlos, denn dort können keine heimischen Insekten leben. Zusätzlich lässt der vermehrte Einsatz von Pestiziden die Insektennahrung knapp werden.

Reichlich Körner und ein gemütliches Reihenhaus unterstützen den Spatz

„Wer dem Spatz unter die Flügel greifen möchte, der kann in seinem Garten oder auf seinem Balkon ein Spatzen-Reihenhaus aufhängen - diese Nisthilfe ist speziell an die Bedürfnisse von Haussperlingen angepasst“, erklärt die Biologin der Deutschen Wildtier Stiftung. Das Spatzen-Reihenhaus bietet gleich zwei Familien genügend Platz, denn die geselligen Spatzen brüten nicht gern allein. Ein Spatzen-Reihenhaus können Sie in unserem Shop bestellen.
Mit Körnern und Sämereien wie Sonnenblumenkernen, Hanfsamen, kleingehackten Hasel- und Walnüssen tun Sie den sympathischen Spatzen auch im Winter etwas Gutes – wichtig dabei: das Futterhaus muss regelmäßig befüllt und gereinigt werden. Hören Sie dann ein fröhliches „TschilpTschilp“ heißt das übersetzt so viel wie: „Hier bin ich, hier bleibe ich!“

Lernen Sie die Spatzensprache

Buch-Tipp

Obwohl der Haussperling zu den Singvögeln gehört, ist er kein großer Sangeskünstler. Sein typisches Tschilpen ist trotzdem für die meisten Menschen ein munteres und sympathisches Geräusch. Der Gesang des Männchens während der Balzzeit besteht aus monotonen, rhythmischen „Tschilp“-Lauten. Droht Gefahr aus der Luft warnt er mit einem getrillerten „drüüüü“. Befinden sich Feinde am Boden, ruft der Spatz energisch „terrettett“ oder „kew kew“. Er lernt sogar „Fremdsprachen“ und ahmt Stare und Amseln nach. Sie möchten die Spatzensprache verstehen? Dann lesen Sie im Buch „Mehr Platz für den Spatz“ von Vogelstimmenimitator Dr. Uwe Westphal nach und erfahren Sie neben seiner kleinen humorvollen Übersetzung „Spätzisch – Deutsch“ noch viel mehr über Spatzenschutz und Spatzen-Eigenarten.

Spatz sitzt auf Holzbalken

Janosch-Spatzenkiste ausleihen

Für Schul- und Kindergartenkinder hat die Deutsche Wildtier Stiftung die Janosch-Spatzenkiste entwickelt. Diese Vogel-Erlebniskiste kann von Schulen und Kitas für Lehrzwecke ausgeliehen werden.

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