Großer Lauschangriff zum Schutz der Fledermäuse

Lebt die seltene Mopsfledermaus in den Wäldern der Deutschen Wildtier Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern?

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In dem vor kurzem gestarteten, sechsjährigen Forschungs- und Schutzprojekt rund um die Mopsfledermaus wollen die Stiftung FLEDERMAUS und die Naturstiftung David gemeinsam mit den NABU-Landesverbänden Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie der Universität Greifswald das Vorkommen der Mopsfledermaus in Deutschland erfassen.

Hamburg, 10. Juli 2019

Fledermäuse sind faszinierende Tiere: Sie „sehen“ mit ihren übergroßen Ohren, die wie Satellitenschüsseln funktionieren. Über eine Art Ultraschall-Echolotung orientieren sie sich in ihrem Habitat: „Hör-Bilder“ entstehen, wenn die Säugetiere ihre eigenen Ultraschallrufe als Echo wieder auffangen, um so ihre Umgebung zu orten. Mit Batcordern – auch Horchboxen genannt - können die Rufe der Nachtschwärmer aufgezeichnet werden, ohne sie zu stören. Über spezielle Computerprogramme werden die Rufe umgewandelt und so können die einzelnen Arten bestimmt werden. Heute fällt auf der größten Nationalen Naturerbefläche der Deutschen Wildtier Stiftung in „Rechlin“ der Startschuss für das Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“.
Die Aktivitäten sind Teil eines bundesweiten Projektes zur Mopsfledermaus, das von der Stiftung FLEDERMAUS koordiniert wird. Ziel ist es, das Vorkommen der Mopsfledermaus in Deutschland zu erfassen und Leitlinien für die Entwicklung und Nutzung ihrer Waldlebensräume zu erarbeiten. Grund des wissenschaftlichen Lauschangriffs ist der massive Rückgang der Mopsfledermaus, für die Deutschland eine besondere Verantwortung hat. „Mit den Informationen, die wir über die Batcorder erhalten, können wir das Artenspektrum und Vorkommen der Tiere auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung ermitteln“, sagt Sebastian Brackhane, Projektleiter im Fledermausschutz bei der Deutschen Wildtier Stiftung. Damit nicht genug: „Es soll auch erforscht werden, ob und wie sich das Artenspektrum an Fledermäusen in Wäldern ohne forstliche Nutzung unterscheidet von Wirtschaftswäldern. Damit können auch Schutzmaßnahmen zielgenauer entwickelt werden“, so Brackhane.

Mopsfledermaus © flpa hugh clark

„In eintönigen Wäldern mit wenigen alten und toten Bäumen fehlt Fledermäusen ein Platz für die Aufzucht der Jungen“, erläutert Brackhane. „Fledermausweibchen bekommen gerade jetzt im Sommer ihren Nachwuchs. Bei der Aufzucht unterstützen sie sich gegenseitig. Es gibt Wochenstuben, in denen der Nachwuchs wie in einer Kinderkrippe lebt. Auf der Fläche in Rechlin eignen sich dafür beispielsweise alte Bäume mit abstehender Rinde und Höhlen“, sagt der Projektleiter der Deutschen Wildtier Stiftung.

Von den weltweit über 1200 Fledermausarten leben 25 in Deutschland. Sie tragen Namen wie Große und Kleine Hufeisennase, Mausohr und Mopsfledermaus. Alle bei uns lebenden Arten sind bedroht und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Säugetiere.

Forschungs- und Schutzprojekt rund um die Mopsfledermaus

In dem vor kurzem gestarteten, sechsjährigen Forschungs- und Schutzprojekt rund um die Mopsfledermaus wollen die Stiftung FLEDERMAUS und die Naturstiftung David gemeinsam mit den NABU-Landesverbänden Baden-Württemberg und Niedersachsen sowie der Universität Greifswald das Vorkommen der Mopsfledermaus in Deutschland erfassen. Darüber hinaus sollen gezielte Maßnahmen eingeleitet werden, um wichtige Lebensraumstrukturen zu schützen. Das Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“ wird im Rahmen des Bundesprogramms zur Biologischen Vielfalt vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert. Die Deutsche Wildtier Stiftung ist Partner der Naturstiftung David bei der Erfassung und Erforschung der Mopsfledermaus in Mecklenburg-Vorpommern.

Das Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland“ wird gefördert vom:

Verbundprojekt „Schutz und Förderung der Mopsfledermaus in Deutschland"

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