Hilfe für bedrohte Arten

Wildbienenschutz in Berlin wird fortgesetzt

Kugellauch, Mohn- und Kornblumen am Wildbienenlehrpfad im Spreebogenpark - Foto: Tom Bluth Kugellauch, Mohn- und Kornblumen am Wildbienenlehrpfad im Spreebogenpark - Foto: Tom Bluth
Die Deutsche Wildtier Stiftung freut sich über eine dreijährige Verlängerung ihres Projektes „Mehr Bienen für Berlin – Berlin blüht auf“ durch die Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. In den vergangenen fünf Jahren engagierte sich die Deutsche Wildtier Stiftung im Wildbienenschutz in der Hauptstadt und wird dieses Engagement nun mit einer neuen Ausrichtung fortsetzen.

Im Mai 2018 fiel der Startschuss zu Berlins bisher größtem Projekt zum Schutz von Wildbienen. Gefördert von der Senatsverwaltung legte die Deutsche Wildtier Stiftung bisher 80 Blühflächen in allen Berliner Bezirken an, konnte in zahlreichen Vorträgen Verbände, Vereine und Bürgerinitiativen über eine wildbienengerechte Grünflächen- und Gartengestaltung informieren und beriet verschiedene Projekte bei der Gestaltung von Grünflächen. Der wichtigste Projektbaustein bestand dabei in einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Grünflächen- und Naturschutzämtern der Bezirke, um Grünflächen wildbienengerecht zu gestalten und zu pflegen.

„Bienen und andere Insekten sind unverzichtbar“, sagt Bettina Jarasch, Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. „Sie bestäuben nicht nur Pflanzen, sondern sorgen für den Erhalt der Biodiversität und damit für die wichtigsten Lebensgrundlagen der Menschen. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder die permanente Versiegelung von Freiflächen verschwinden mehr und mehr Insekten. Dabei lässt sich viel für die Bienen tun: Unser Pilotprojekt gibt hierzu sehr gute Beispiele und motiviert Bezirke, Firmen, Wohnungsunternehmen und Privatpersonen, sich für das Aufblühen der Stadt zu engagieren.“

„Wildbienen benötigen Nektar und Pollen für ihre Nachkommen. Unser wichtigstes Ziel ist es daher, die Anzahl der Blüten in den Berliner Grünflächen deutlich zu erhöhen“, sagt Christian Schmid-Egger, Mitarbeiter im Wildbienenprojekt Berlin. Als zentrales Problem sieht er eine immer noch zu häufige Mahd städtischer Grünflächen sowie eine Verarmung im Artenspektrum vieler Flächen. „Bestände mit Gräsern dominieren und müssen wieder in artenreiche und bunte Blühwiesen umgewandelt werden“, so Schmid-Egger.

Die bisherigen Ergebnisse können sich sehen lassen: Auf 15 untersuchten Test-Blühflächen konnten Bienenkundler bisher 157 Wildbienenarten nachweisen. Das sind rund 65 Prozent der in Berlin aktuell nachgewiesenen Arten. „Dieses Ergebnis zeigt sehr anschaulich, welche wichtige Bedeutung mehrjährige Wildblumenwiesen für den Bestand von Wildbienen in der Hauptstadt besitzen“, erläutert Artenschützer Schmid-Egger.

Diese Erfolge führten dazu, dass das Projekt um drei weitere Jahre verlängert wird. 2023 startet es mit einem neuen thematischen Schwerpunkt. Unter dem Motto „Mehr Bienen für Berlin – aus Grün wird Bunt“ will sich das Team der Deutschen Wildtier Stiftung vor allem der Grünflächenpflege widmen. Dabei suchen die Projektmitarbeiterinnen und Projektmitarbeiter mit den Grünflächenämtern nach Möglichkeiten, das natürliche Potenzial dieser Flächen optimal zu nutzen. Das brächte viele Vorteile mit sich, sagt Schmid-Egger: „Eine deutlich reduzierte Mahd und angepasste Mähzeitpunkte lassen grüne Wiesen wieder bunt aufblühen und erzeugen damit auch Nahrung für Wildbienen und viele andere Insektenarten wie Schmetterlinge oder Schwebfliegen. Zudem stellen ungemähte Grünflächen wirksame CO2-Speicher dar und kühlen die Stadt in den heißen Sommermonaten merklich herunter.“

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