Volkszählung bei Familie Rebhuhn

Die Deutsche Wildtier Stiftung unterstützt ein neues Schutzprojekt für die seltenen Feldvögel

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Pünktlich zum meteorologischen Frühlingsanfang am 1. März beginnen die Rebhühner mit ihrer Balz. Die früher so bekannten Feldvögel sind rar geworden in Deutschland. Das liegt unter anderem an den monotonen und ausgeräumten Landschaften, die wir heute vorfinden, aber auch am massiven Einsatz von Pestiziden wie Insektiziden. Europaweit hat der Bestand der Rebhühner seit 1980 um 94 Prozent abgenommen!

Hamburg, 28. Februar 2017

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"Kirr-ek!" Wer in diesen Tagen bei einem Spaziergang in der Feldflur einen solchen knarrenden Laut zu Ohren bekommt, kann sich glücklich schätzen: Er oder Sie erlebt hautnah die Balz der Rebhühner. Die Hähne locken die Hennen mit diesem weithin hörbaren Balzruf und den Hähnen dient er auch zu Absteckung ihres Reviers. Dort, wo Rebhühner noch regelmäßig vorkommen, kann man den charakteristischen Laut in den frühen Morgen- und Abendstunden zwischen Mitte Februar bis in den April hören. „Leider werden die Balzrufe der Rebhühner immer seltener", sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: „Europaweit hat der Bestand der Rebhühner seit 1980 um rund 94 Prozent abgenommen", so der Jagd- und Forstreferent.

Die guten Zeiten der Rebhühner sind längst vorbei

Die guten Zeiten der Rebhühner endeten in den 1970er Jahren; durch Veränderungen in der Landwirtschaft wurde ihr Leben härter. Es klingt paradox, aber große Felder engen den Lebensraum der Feldhühner ein. „Grenzlinien, die früher durch kleinbäuerliche Strukturen vorgegeben waren, sind für Rebhühner überlebenswichtig“, sagt Kinser. Zwischen diesen Grenzen finden sie Schutz vor ihren Feinden und Nahrung für die Küken. Durch die Flurbereinigung hat die Größe einzelner Felder enorm zugenommen. „Monotone, ausgeräumte Landschaften und der Einsatz von Pestiziden spielen beim Bestandsrückgang der Feldhühner eine immens große Rolle“, sagt der Experte der Deutschen Wildtier Stiftung. Insektizide vernichten das Futter der Küken, also Insekten, die die Küken als tierisches Eiweiß zum Überleben brauchen.

Gemeinsam mit der Deutschen Wildtier Stiftung und weiteren Partnern versucht die Universität Göttingen nun, den Bestand der Rebhühner wieder zu erhöhen. „Ziel des durch die EU geförderten, internationalen Projektes PARTRIDGE ist, die Biodiversität in den Untersuchungsgebieten in England, Schottland, Belgien, Holland und eben Deutschland um 30 Prozent zu steigern“, sagt Dr. Eckhard Gottschalk von der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen. Als Gradmesser gilt dabei das Rebhuhn, von dem in Deutschland noch etwa 50.000 Brutpaare leben. „In unseren Untersuchungsgebieten rund um Göttingen werden wir in den kommenden Jahren den Lebensraum der Rebhühner verbessern und gleichzeitig ihren Brutbestand regelmäßig zählen“, so Gottschalk weiter. Und wie zählt man Rebhühner? Richtig: Jedes "Kirr-ek"verrät im Frühjahr einen Rebhahn und ein potentielles Brutpaar.

Tipp: Hören Sie sich den Balzlaut der Rebhühner doch einmal an, damit sie ihn in der Natur erkennen können. Auf dieser Webseite können Sie balzende Rebhähne belauschen. Klicken Sie dazu einfach auf den Button "Rufender Hahn".

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Lauschen Sie dem Lockruf des Rebhahns in unserem Steckbrief.

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